Rücksichtsloses Verhalten verursacht jahrzehntelangen Völkermord

Aus historischen Lieferungen ist bekannt, dass die Insel Sri Lanka, damals noch „Ceylon“ von früheren Kolonialmächten beherrscht wurde. Angefangen im Jahre 1505, betraten die Portugiesen das Land, gefolgt durch Holland im Jahr 1658. 1796 wurde die Herrschaft von der britischen Krone übernommen. Alle drei Kolonialmächte beeinflussten die Geschichte der Insel in wirtschaftlicher und kulturell-religiöser Hinsicht. Wesentliche politisch-strukturelle Veränderungen wurden nur durch die Briten übernommen, denn sie führten das tamilische und die singhalesischen Territorien zusammen und brachten diese unter ein gemeinsames politisches System, wobei die beiden vorherigen Kolonialmächte getrennt über Tamilen und Singhalesen herrschten. Bei der Ankunft der Portugiesen gab es 3 Königreiche in Sri Lanka. Die beiden singhalesischen Machtgebiete Kandy und Kotte und das tamilische Königreich Jaffna.

Die britische Kolonialmacht hatte bereits seit langem ein Auge auf Ceylon geworfen, somit begannen sie 1795 Trincomalee, Jaffna und Baticaloa einzunehmen. Ein Jahr darauf besetzten sie Colombo, das damalige Machtzentrum der Holländer. Um weiteren Konflikten mit der holländischen Kolonialmacht aus dem Weg zu gehen, gaben die Briten die indonesische Insel „Java“ an Holland ab. Folglich hatte der britische Staat alle Hürden zur Eroberung Ceylons beiseite geschafft, dies dachte er zumindest.

Warum aber bestand solch ein riesiges Interesse an einer Insel, die kaum an Rohstoffe zu bieten hatte?
Die Briten wollten das heutige Sri Lanka zu einem strategischen Militärposten entwickeln. Aufgrund ihrer Lage galt sie als „Perle des Indischen Ozeans“. Der Hafen in Trincomalee bot einen optimalen Ort die Seerouten zu kontrollieren. Ein weiterer Aspekt war, dass Ceylon das Nachbarland Indiens war. Indien stellte damals die wichtigste Kolonie der Briten dar, um dieses zu überwachen und zu verwalten, bot sich das sehr nahe gelegene Sri Lanka geradezu an.

Es gab jedoch noch ein Hindernis: Die engen kulturellen und politischen Beziehungen zwischen Ceylon und Indien. Die Eelam Tamilen und die indischen Tamilen pflegten aufgrund der geringen Distanz und ähnlichen Kultur ein sehr gutes Verhältnis. Diese Beziehungen bestanden seit dem dritten Jahrhundert v. Chr, als drei tamilische Dynastien (Chera, Chola, Pandiya) abwechselnd über Indien und Sri Lanka herrschten. Zu dieser Zeit gab es keine festen anerkannten Grenzen von Territorien, deshalb gab es dem Öfteren Eroberungskriege. In diesem Zeitraum gab es Indien und Sri Lanka noch nicht als solche Staaten, wie wir sie heute kennen. Historische Lieferungen aus dieser Zeit zeigen, dass schon Jahrhunderte vor dieser Zeit Draviden in diesen Gebieten gelebt haben, welche als Vorfahren der Tamilen gelten. Diese wurden dann durch arische Volksgruppen immer weiter in den Süden getrieben. Den Ursprung des tamilischen Volkes kann man nicht genau erfassen, aber die ältesten schriftlichen Quellen, die Bhrami-Inschriften auf Prakrit bezeugen, dass das tamilische Volk bei der Ankunft der Arier bereits existierte. Prakrit ist eine indo-arische Sprache, die zum Vorläufer der singhalesischen Sprache wurde, da schriftliche Quellen zeigen, dass Tamilisch-Sprechende auch Pakrit verwendet haben, wird ersichtlich, dass es die tamilische Sprache davor schon gegeben haben muss.

Dadurch, dass die Tamilen von Südindien und Sri Lanka eine weit zurückgehende gemeinsame Geschichte teilten, pflegten sie ihre Beziehungen, doch genau diese stellten für weitere britische Pläne eine große Gefahr dar.

Der britische Staat befürchtete, dass er durch die tamilisch-indischen Beziehungen Ceylon nicht zu einem Militärposten entwickeln könnte.
Die Widerstände in Indien gegen die Briten könnten sich bis nach Ceylon verbreiten. Aus diesem Grund mussten die Verbindungen schnellstmöglich zerstört werden. Um diese Zerstörungen vorzunehmen, wurde das singhalesische Volk bestimmt. Es sollte ein singhalesisch dominierender Einheitsstaat geschaffen werden.

Der britische Staat führte eine landesweite Volkszählung durch, nur um dem singhalesischen Volk zu zeigen, dass es auf der Insel die Mehrheit ausmachte.

Zudem wurden die Singhalesen immer mehr mit Verwaltungsangelegenheiten beschäftigt, das ihnen zusätzlich das Gefühl gab, etwas besseres als das tamilische Volk zu sein. In den Köpfen der Singhalesen entstand ein Klassenmodell, in dem sie über den Tamilen standen.

Das durch die Briten erweckte singhalesisch buddhistische arische Nationalgefühl wurde den singhalesischen Kindern quasi in die Wiege gelegt. Schon im Bildungssystem wurden Singhalesen bevorzugt.

Nachdem die Briten Sri Lanka verlassen haben, übergaben sie die Herrschaft dem singhalesischen Volk, was seine Macht ausnutzte und durch Gesetze nach und nach die Freiheiten des tamilischen Volkes raubte.

Aus reiner Machtgier entwickelten die Briten die Grundlage für den andauernden Völkermord gegen die Eelam Tamilen, der bis heute noch andauert.

Der Einheitsstaat und der buddhistische Chauvinismus boten Motive die Eelam Tamilen zu unterdrücken, verfolgen, misshandeln und gar zu ermorden.

 

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