Übergriffe auf Tamilen – Kein Ende in Sicht

Es ist ein Tag wie jeder andere auch. Du sitzt an der Bushaltestelle und wartest auf deinen Bus zur Universität, zur Arbeit oder zum Einkauf. Doch stell dir vor, die Menschen, die dich gestern noch gegrüßt haben, die täglich mit dir in dem Bus gewesen sind, beschimpfen dich plötzlich. Sie drohen dir, sie schlagen dich, sie jagen dich regelrecht. Unvorstellbar?

Nein! Nach 1983 zählte es in Sri Lanka zur Normalität. Ältere Menschen, Jugendliche sogar Kinder haben es so oder auf einer ähnlichen Art und Weise täglich erlebt, bei dem sie gefoltert, geschändet oder getötet worden sind.

Du denkst dir: sie müssen einen schwerwiegenden Fehler begangen haben? Ist es denn ein Fehler als Tamile geboren zu sein? Nach der Meinung der Singhalesen ist es ein schwerwiegender Fehler.

Ein tamilischer Jugendlicher sitzt an einer Bushaltestelle und wartet auf den Bus. Mehrere Singhalesen umstellen ihn und beschimpfen ihn zunächst. Anschließend fordern sie ihn auf, sich auszuziehen. Als er verweigert, wird er geschlagen. Die Angreifer reißen ihm die Kleidung vom Leib und fangen an, um ihn herum zu tanzen. Die Bloßstellung wird vollendet, indem er mit Benzin übergossen angezündet wird.

Jede Art solcher Demütigung der Tamilen stellt eine Genugtuung für die Mehrheit der singhalesischen Bevölkerung dar. Daher stellen solche Vorfälle auch noch heute keine Seltenheit dar.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar […]“. So besagt es Artikel 1 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland. In Sri Lanka? Ein Fremdwort.

Was ist der bestbewachte Ort, den ihr euch vorstellen könnt? Viele denken jetzt bestimmt an ein Gefängnis. Doch sicher ist das Welikade-Hochsicherheitsgefängnis in Colombo nicht. Am 25.07.1983 sind 35, zwei Tage später weitere 18 tamilische Häftlinge durch singhalesische Gefangene trotz der Anwesenheit der Polizeibehörden vor Ort mit Eisenstangen angegriffen und anschließend ermordet worden.

Wer denkt, dass sich nach 1983 etwas in der tamilenfeindlichen Haltung grundlegend geändert hat, der irrt. Auch wenn in der Öffentlichkeit nur selten von Übergriffen berichtet wird, liegen Beweise vor, dass Folter, Entführungen oder Vergewaltigungen weiterhin durchaus auf der Tagesordnung stehen. Und nicht mal die vermeintlich sicheren Orte können die Tamilen vor solchen Vergehen beschützen.

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