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4. Februar 1948 – Ein schwarzer Tag für die Tamilen

Man hört das Lachen der Menschen auf den Straßen in Sri Lanka; wir hören das Wimmern tamilischer Mütter. Man hört die Feuerwerkskörper auf den Straßen in Sri Lanka, die zur Feier des Tages angezündet werden; wir hören das Explodieren der Minen, die unsere Brüder und Schwestern in den Tod rissen.

Es ist der 4. Februar, der Tag, an dem eine ganze Nation feiert. Sri Lanka, die „Perle des Ozeans“, feiert die Unabhängigkeit von Großbritannien, die größte Kolonialmacht seiner Zeit. Doch für einen Teil der Insel ist dieser Tag nicht der Tag der Unabhängigkeit, sondern der Beginn einer Unterdrückung – gemeint ist die Unterdrückung der tamilischen Bevölkerung auf der Insel.

Ein Volk, dessen Widerstand blutig niedergeschlagen wurde und an denen ein Genozid ausgeübt wurde. Nach offiziellen Angaben sei der Bürgerkrieg zwar beendet und der Frieden eingekehrt, doch noch immer leiden die Menschen unter der strukturellen Unterdrückung. Das Volk erfährt weiter einen passiven Genozid, in dem man ihnen der Zugang zur Grundversorgung verwehrt und jegliche Existenz erschwert wird – ein systematischer Versuch, das Volk auszulöschen. Tamilen werden ihrer Identität beraubt, ihre Sprache soll nicht weiter unterrichtet werden, jedes kulturelle Institut wird zwangsgeschlossen. Die stetige Präsenz der Armee dient zur Einschüchterung des Volkes.

Die Bewohner von Keppapilavu in Mullaitivu halten derzeit vor den Mauern der Militärbasis einen Protest, um die vom Militär beschlagnahmten Grundstücke zurückzufordern. Die Keppapilavu Bewohner möchten zu ihren traditionellen Gebieten und somit auch zu ihren Häusern zurückkehren. Den Bewohnern wurden alternative Grundstücke angeboten, die sie aber zu Recht ablehnten. Srilankische Militäroffiziere warnten die Dorfbewohner, dass man sie dauerhaft vertreiben würde, wenn sie mit dem Protest nicht aufhören und die alternativ angebotenen Grundstücke und Entschädigungen annehmen würden. Die Bewohner lassen sich nicht einschüchtern und führen ihren Protest weiterhin fort. Eine Frau unter den Dorfbewohnern äußerte in einem Interview, dass der Unabhängigkeitstag für sie ein historisch schwarzer Tag sei, da sie weiterhin Leid erfahren, in ständiger Unterdrückung leben sowie vor weiterer Flucht und Vertreibung zu fürchten hätten. Der 4. Februar ist mitnichten ein Tag zum Feiern, es ist der Tag an dem alles begann, der Tag, an dem die Tamilen ihre Rechte verloren haben.

Menschrechtsaktivisten, internationale Organisationen und die tamilische Diaspora haben eine durch die UN eingerichtete, unabhängige, internationale Untersuchung zu den diesjährigen Menschenrechtsratssitzungen in Genf vehement gefordert, um den Genozid an den Eelamtamilen zu untersuchen, diesen anzuerkennen und die Verbrecher der Justiz auszuliefern, um das Leiden der Eelamtamilen endlich ein Ende zu setzen.

Die Tamilen fordern Gerechtigkeit und Freiheit für ihr Volk. Die einzig wahre Unabhängigkeit für die Tamilen ist Tamil Eelam.

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