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Internationale Tag der Pressefreiheit

„Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten“. So steht es in Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen. Obwohl Meinungs- und Pressefreiheit gesetzlich verankert sind und die Grundlage für ein demokratisches System bilden, sind die beiden Begriffe in vielen Ländern noch ein Fremdwort.

Der Internationale Tag der Pressefreiheit wurde offiziell von der UN-Generalversammlung am 3.Mai.1993 ausgerufen. Dieser Tag symbolisiert die Verletzung von Informations- und Freiheitsrechten in vielen Ländern der Welt. In zahlreichen Staaten werden Medien auch heute noch zensiert oder verboten. Zudem werden Journalisten verfolgt und gefoltert bis zum Tod.

Ein großes Beispiel für die Unterdrückung der Pressefreiheit ist die Situation in Sri Lanka ab dem 21. Jahrhundert. Dies zeigt die Rangliste von „Reporter ohne Grenzen“, in der Sri Lanka 2008 den 165. Platz von 173 eingenommen hat. Während des Bürgerkrieges wurden Medien stark überwacht und Journalisten belästigt und bedroht. Amnesty International berichtet, dass im Zeitraum von 2000 bis 2009 neun bekannte Journalisten ermordet wurden. Darunter auch der singalesische Journalist, Lasantha Wickramathunge. Er war der Chefredakteur der englischsprachigen Zeitung „The Sunday Leader“ und kritisierte das Vorgehen der sri-lankischen Armee gegen die LTTE. Dafür wurde er auf der Straße in Colombo erschossen. Die Regierung jedoch behauptet, dass sie mit dem Tod nichts zu tun hätten. Auch der Mord an Taraki Sivaram, der zunächst in Colombo gekidnappt wurde und später tot aufgefunden wurde. Er galt als führender tamilischer Journalist seiner Zeit, der vor allem aufgrund seines investigativen Journalismus bekannt war. Hinzu kommt der Tod der Journalistin Isaipriya, die durch sri-lankische Soldaten misshandelt und getötet wurde. Diese schrecklichen Momente wurden genauestens vom britischen Fernsehsender Channel4 beschrieben. Es gibt weitere zahlreiche Fälle, indem Journalisten belästigt wurden, die letztlich notgedrungen aus dem Land flohen. Viele Gesetze aus der Bürgerkriegszeit gelten auch heute noch und führen zur Selbstzensur der Journalisten. Aus diesem Grund liegt Sri Lanka auf der Rangliste von „Reporter ohne Grenzen“ auf dem 141. Platz von 180 Ländern.

Bis heute konnten diese Journalisten keine Gerechtigkeit erlangen. Diese Tötungen weisen auf das Problem der Straflosigkeit für Verbrechen an Journalisten in Sri Lanka hin. Viele können ihren Beruf aus Angst vor dem Tod nicht freien Gewissens ausüben Noch heute werden Journalisten, die versuchen die Wahrheit ans Licht zu bringen, verfolgt und getötet. Zudem sind viele Journalisten gezwungen, ihre Heimat zu verlassen, um sich und ihre Familie vor der Regierung in Sicherheit zu bringen. Anlässlich des Internationalen Tags der Pressefreiheit hoffen wir, die in der Diaspora lebenden Tamilen, dass auch uns das Recht anerkannt wird, frei und ohne Angst, über den Genozid berichten können. Die freie Presse ist ein Grundstein der Demokratie, die in Sri Lanka leider weiterhin eingeschränkt bleibt.

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