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STF löst große Unruhen in Vadamaraadchi aus

Am Sonntag ist in Jaffna ein tamilischer Tagelohnarbeiter von zwei Polizisten getötet worden, nachdem dieser illegal abgebauten Sand im Auto transportierte. Singhalesischen Polizisten, die das Opfer mit Motorrädern jagten, schossen auf den 24-jährigen, so seine Familie.

Das Opfer, Yogarajah Thinesh, verlor seinen Vater im Krieg. Seitdem war seine Familie von ihm als Ernährer abhängig. Seine Angehörigen gaben bekannt, dass der 24-jährige auf der Suche nach der Familie seiner Schwester war, welche ebenfalls ihren Ehemann im Krieg verlor.

In Thunnaalai im Südwesten von Vadamaraadchi war die Lage am letzten Sonntag und Montag angespannt, da sich Dorfbewohner gegen die singhalesischen Polizisten auflehnten. Sie forderten aufgrund der Tötung, dass die Mörder identifiziert und zur Rechenschaft gezogen werden. So wurde am Sonntag eine Polizeiwache durch aufgebrachte Dorfbewohner zertrümmert und Fahrzeuge der Polizisten mit Steinen beworfen. Zudem kam es durch brennende Reifen von Polizeifahrzeugen zu großen Beeinträchtigungen im Straßenverkehr. 

Das sri-lankische Militär und die STF (Special Task Force) leiteten nach der Beerdigung am Dienstag vorbeugende Maßnahmen ein und nahmen im Rahmen einer Razzia verdächtige Personen fest.

In Anlehnung an die Unruhen am Sonntag und Montag kündigte ein singhalesischer Polizeisprecher in Colombo an, zwei Polizeibeamte, einschließlich eines Inspektors, vorübergehend von ihren Aufgaben zu suspendieren und für 14 Tage in Gewahrsam zu nehmen.

Bei dem Inspektor handele es sich um einen Tamilen und bei dem Polizisten um einen Muslimen, sagten Quellen der singhalesischen Polizei in Jaffna. Dorfbewohner von Thunnaalai sind der Überzeugung, die sri-lankische Polizei verfolge mit der Tötung die Absicht, andere Menschen von solchen Taten abzuschrecken. Bereits wenige Monate zuvor berichtete die STF über einen ähnlich brutalen Vorfall in Thenmaraadchi.

Dorfeinwohner berichteten weiterhin, dass Singhalesen, die am illegalem Sandabbau beteiligt sind, Rückendeckung vom Militär erhalten und sogar mit Schutz der sri-lankischen Polizei operieren, obwohl der durch die sri-lankische Regierung gestützte Sandabbau die Umwelt von Jaffna zerstöre. Verärgerte Dorfeinwohner sind sich sicher, dass die Polizei gezielt Tamilen ins Visier nehmen, anstatt Maßnahmen gegen die Zerstörung der Umwelt zu ergreifen. Tamilische Aktivisten, die den Sandabbau mit friedlichen Mitteln bekämpfen, werden vom singhalesischen Militär und anderen paramilitärischen Gruppen getötet und schikaniert.

Es war nicht notwendig, den jungen Mann zu töten, welcher durch einen Auftragnehmer in das illegale Geschäft verwickelt worden war. Ein Schuss in den Autoreifen hätte genügt, um das schnelle Fahrzeug zu stoppen. Die Dorfbewohner können nicht nachvollziehen, warum die Polizisten ihn getötet haben.

Im Südwesten Vadamaraadchis wurden bewaffnete singhalesische STF-Kommandos in Fahrzeugen und singhalesische Soldaten auf Feldrändern eingesetzt. STF-Kommandos wurden beim Überwachen der Polizeistationen in Point Pedro und Nelliyadi sowie Mathanki- Krankenhaus gesehen.

Die Dorfeinwohner vergleichen diese Tat mit der Tötung von zwei tamilischen Studenten der Universität Jaffna im Oktober 2016 in Kokkuvil. Diese Tötungen waren kaltblütige Taten und sie erinnern die Menschen an den Terror der Polizei in den späten 70er Jahren als Ausmaß der friedlichen Proteste nach dem Beschluss der Verfassung Sri Lankas in 1972. Politische Ermittler sagten, dieselbe Situation wiederhole sich nun.

Die STF wurde in der Zeit des Präsidenten J.R Jayawardene gegründet und von den Briten ausgebildet. Sie wurden von der sri-lankischen Polizei organisiert. Ziel dieser Truppe ist es die Eelamtamilen zu schikanieren. Sie fungiert als verlängerter Arm des sri-lankischen Militärs. Anweisungen erhalten sie vom sri-lankischen Verteidigungsministerium in Colombo. Die STF war am brutalen Völkermord im Osten und während des Krieges in Vanni beteiligt.

Nach dem Völkermordangriff im Mai 2009 erhöhte Colombo den Einsatz der STF – Kommandos in allen Bezirken der nördlichen und östlichen Provinzen. Derzeit sind mehr als 8.000 Mitarbeiter an 69 Lagern vertreten. Die meisten befinden sich im bewohnten Land der Eelam Tamilen im Norden und Osten der Insel.

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