Der schwarze Tag der Tamilen

Am heutigen Tag, dem 04. Februar werden in Sri Lanka keine Kosten und Mühen gescheut, denn das singhalesische Volk feiert seine Unabhängigkeit von den Kolonialherren. Nun sind es 70 Jahre her, dass die Briten die Macht den Singhalesen überließen, dem sich das eelamtamilische Volk unterzuordnen hatte. Der ethnische Konflikt zwischen den Singhalesen und den Eelamtamilen spitzt sich zu. Die Eelamtamilen erleiden seit dem Jahr 1948 eine singhalesisch-nationalistische Schreckensdiktatur, dessen Folge ein bis heute andauernder systematischer Völkermord ist.

In den 50er-Jahren übernahmen singhalesisch nationalistische Parteien die Führung und schürten den Hass gegen das eelamtamilische Volk. Pogrome wurden eingeleitet, um die eelamtamilische Bevölkerung in Angst und Schrecken zu versetzen. International wurden diese Ausschreitungen verurteilt, geahndet wurden die Verantwortlichen bis heute nicht. Tausende unschuldige Menschen verloren ihr Leben.

Der Völkermord hat in den 70 Jahren verschiedene Facetten angenommen. Diese sind beginnend mit dem Gesetz „Sinhal-Only-Act“, in dem nur die singhalesische Sprache als Amtssprache geduldet wird, und der Benachteiligung in der Bildung bis hin zu Zwangsabtreibungen, Verschleppungen und Morde an Eelamtamilen, Probleme mit denen das tamilische Volk täglich zu kämpfen hat. Der bis heute international bekannte Höhepunkt des Völkermordes ist die Militäroffensive gegen die Eelamtamilen im Jahr 2009. Die Medien wurden auf den Bürgerkrieg in Sri Lanka aufmerksam, jedoch wurden diese durch zensierte Berichterstattungen seitens der Regierung getrübt. Hilfsorganisationen wurden aus den Krisengebieten verbannt. Hunderttausende Eelamtamilen verschwinden spurlos und werden ermordet. Laut der srilanksichen Regierung ist der Bürgerkrieg seit Mai 2009 offiziell beendet. Es herrsche Frieden in Sri Lanka. Aufbauarbeiten laufen auf Hochtouren. Die Tourismusbranche boomt. Doch wo sind all die Menschen, die in den Krisengebieten lebten? Was geschah mit den Menschen, die all ihr Hab und Gut verloren? Was ist mit den eelamtamilischen Kindern, die keinen Zugang zur Bildung hatten? All diese hilfsbedürftigen Menschen wurden in Stich gelassen. Eelamtamilischen Bürgern wird Land enteignet. Tamilische Orte und Straßennamen werden in singalesische umbenannt. Zudem werden singhalesische Siedlungen, buddhistische Tempel und einsprachige Schulen und Universitäten in den traditionell eelamtamilischen Gebieten gebaut. Dieses Vorgehen seitens der Regierung wird auch struktureller Genozid genannt. Dieses gilt es schnellstmöglich zu unterbinden, um ein bedrohtes Volk vor der vollständigen Ausrottung zu wahren.

Aus diesem Grund wird von Menschrechtsaktivisten, internationalen Organisationen und der tamilischen Diaspora eine durch die UN eingerichtete, unabhängige, internationale Untersuchung vehement gefordert, um den Genozid an den Eelamtamilen zu untersuchen, diesen anzuerkennen und die Verbrecher der Justiz auszuliefern, um das Leiden der Eelamtamilen endlich ein Ende zu setzen. Wir fordern Gerechtigkeit und Freiheit für das tamilische Volk. Die einzig wahre Unabhängigkeit für die Tamilen ist Tamil Eelam.

„Frei zu sein bedeutet nicht nur, seine eigenen Fesseln zu lösen, sondern ein Leben zu führen, das auch die Freiheit anderer respektiert und fördert.“

-Nelson Mandela-