Mullivaikal

Mullivaikal – wenn ein Eelam-Tamile diesen Ortsnamen hörte, dachte er an einen wunderschönen Ort. Ein Ort, welches umarmt wurde vom indischen Ozean und der Lagune von Mullaitivu.

Doch nach 2009 zieht sich bei Mullivaikal jedem Tamilen der Magen zusammen. Sein Herz wird schwer und er spürt eine Mischung aus Wut und Schmerz. Einen unbeschreiblichen Schmerz, der von einem Bild des Grauens begleitet wird. Sofort sieht er das Massengrab vor sich, ein Durcheinander von Armen und Beinen von Kindern, Frauen und Männern bedeckt von Erde. Mullivaikal ist das Gesicht des Grauens, des Genozides an das tamilische Volk geworden.

Im Jahre 2009 fand das Massaker der srilankischen Regierung an das tamilische Volk im Norden und Nordosten der Insel Sri Lanka statt. Allein in der letzten Kriegsphase wurden 140.000 Tamilen auf brutalste Art getötet.

Die vor dem Krieg flüchtenden Menschen wurden in der Endphase nach Mullivaikal – der No Fire Zone – gepfercht. Sie flüchteten vor Schüssen und Bombardierungen nach Vanni, wo sich auch das Dorf Mullivaikal befindet. Dort erhofften sie sich Ruhe und Schutz und vertrauten als Alternativlosigkeit der Regierung.

Die Umarmung des indischen Ozeans und der Lagune von Mullaitivu wurde zur tödlichen Schlinge. Die Menschen konnten nicht mehr weg, da die Armee die Wege versperrte und übers Wasser keine Flucht mehr möglich war. Diese territoriale Gefangenheit nutze die sri-lankische Armee aus und bombardierte und beschoss Kinder, Frauen und Männer. Dann verscharrten sie die leblosen Körper in Massengräbern.

Mullivaikal und der 18. Mai 2009, beide stehen symbolisch für den Genozid an das tamilische Volk, welches durch die internationale Gemeinschaft allein gelassen wurde. Wir fordern eine unabhängige Investigation der brutalen Taten und wollen Konsequenzen für diese scheußlichen Taten sehen. Die UN hat die Taten lang genug verschoben. Eine Verschiebung ist als Verweigerung der Gerechtigkeit anzusehen.