Black July

Der Monat Juli wird bei den Tamilen mit Trauer und Angst in Verbindung gebracht. In diesem Monat werden weltweit Gedenkveranstaltungen anlässlich der Pogrome, die vom 24. – 30. Juli 1983 am tamilischen Volk in Sri Lanka verübt wurden, durchgeführt. Ein schlimmes Grauen, das bis heute von der Welt totgeschwiegen wird.

Am 24. Juli 1983 wurden bei einem Staatsbegräbnis in Colombo lauthals Anti-Tamilen Parolen gerufen. Damit fing der Ausbruch der Gewalt an, der sich auf der gesamten Insel ausbreitete. In Jaffna wurden 51 unschuldige Zivilisten von der sri-lankischen Armee erschossen. Tamilen wurden aufgrund ihrer Nationalität verfolgt, vertrieben und getötet. Das Grauen ging so weit, dass Vergewaltigungen auf offener Straße stattfanden und Menschen mit Benzin übergossen und bei lebendigem Leib verbrannt wurden. Eigentum und Geschäfte von Tamilen wurden zerstört und ausgeplündert. Die Polizei, die für die Sicherheit der Bürger verantwortlich sein sollte, sah während dieser Tragödie tatenlos zu oder machten sogar dabei mit.

Schnell war klar, dass dieses Pogrom keine spontan entstandene Situation war, wie es die Regierung Sri-Lankas darstellte. Die Unruhen gingen von einer Gruppierung aus, die von der Regierung angestiftet wurde. Denn: Der singhalesische Mob, der auf den Straßen tobte, war mit Listen ausgestattet, die zeigten, in welchen Häusern Tamilen lebten. Solche Listen sind nur für Beamte zugänglich, die für die Regierung arbeiten. Des Weiteren wurden Fotos veröffentlicht, die zeigen, wie ehemalige Minister der Regierung zusammen mit dem Mob Geschäfte anzündeten.

Diese gewaltsamen, anti-tamilischen Ausschreitungen forderte insgesamt über 3000 Opfer. Über 100.000 Leute flohen daraufhin in den tamilischen Norden und Osten oder ins Ausland, wobei sie den Großteil ihres Eigentums gezwungenermaßen daließen. Anstatt die Täter zur Rechenschaft zu ziehen, befürwortete der damalige Präsident J.R Jayewardene dieses Massaker: „Je mehr Druck auf den Norden ausgeübt wird, umso glücklicher wird das singhalesische Volk hier sein. Wirklich, wenn ich die Tamilen aushungere, wird das singhalesische Volk glücklich sein.“

Heute hat das Leid des tamilischen Volkes immer noch kein Ende gefunden. Hinter verschlossenen Türen geht der Völkermord immer noch weiter.