Kommentar zum neuen Premierminister Sri Lankas

Für die Eelamtamilen in Sri Lanka als auch in der Diaspora gab es vermeintlich einen kleinen Lichtblick am Ende des Tunnels. Am 9. Januar 2015 velor Mahinda Rajapakse gegen den singhalesischen Präsidentschaftskandidaten, Maithiripala Srisena. Rajapakse, der Mörder hunderttausender Eelamtamilen während des blutigen Bürgerkriegs, verlor seine Macht. Die Macht, die er nutzte, zur vollständigen Vernichtung einer Volksgruppe.

Das Ende des Tunnels ist noch in weiter Ferne. Weiterhin finden unter der Führung des amtierenden Präsidenten Maithiripala Srisena Verbrechen gegen Eelamtamilen statt. Die sri-lankische Regierung hat am 18. Mai 2009 den Bürgerkrieg für offiziell beendet erklärt. Der einzige Unterschied besteht darin, dass der Völkermord an den Eelamtamilen unter dem Rajapakse-Regime auf offener Bühne stattfand und nun unter der Führung von Srisena hinter den Kulissen. Die internationale Gemeinschaft und die Vereinten Nationen schauen weiterhin tatenlos zu. Entführungen und Ermordungen von Eelamtamilen stehen auf der Tagesordnung.

Seit vielen Jahren versuchen eelamtamilische Politiker durch einen politischen Diskurs mit der neuen Regierung, die Lage der Eelamtamilen zu verbessern und setzen sich für ihre Rechte ein. Sie haben nie aufgegeben.

Doch der 26.10.2018 fühlt sich für die Eelamtamilen erneut so an, als sei es das Jahr 2009. An jenem Tag wird Mahinda Rajapakse durch Maithiripala Srisena zum Premierminister ernannt. Ein Mörder, dem wieder die Macht erteilt wird, weiter zu morden. Dies versetzt tausende Eelamtamilen in Angst und Schrecken. Die traumatischen Erlebnisse, die sich vor allem im Höhepunkt des Bügerkriegs ereigneten, werden wieder in die Gedächtnisse hervorgerufen.

Wie sieht nun die Zukunft der Eelamtamilen aus? Gibt es eine? Wie lang will die Welt tatenlos zuschauen? Wenn nicht jetzt gehandelt wird, dann sind alle Verbündeten der sri-lankischen Regierung sowie alle Großmächte der Welt und die Vereinten Nationen nicht nur Zuschauer eines Verbrechens. Sie werden durch ihre Tatenlosigkeit selbst zu Verbrechern.