S.P.Tamilselvan

Tamilselvan, dessen Symbol durch das treuherzige Lächeln im Gesicht geprägt war, zählte zu den wichtigsten Akteuren der LTTE und wurde am 29. August 1967 geboren. Er war Anführer des politischen Flügels der LTTE und führte 2002 Verhandlungsgespräche mit Sri Lanka und der internationalen Gesellschaft.

Im Jahr 1983, nach dem systematischen Massaker an über 3.000 Eelam Tamilen, bekannt auch als „Black July“, schloss sich Tamilselvan der LTTE an. Er wurde zu einem der engsten Vertrauten des tamilischen Oberhauptes Velupillai Prabhakaran, erfüllte aktiv seine Pflichten als Tamile und widmete sich ganz dem Unabhängigkeitskampf Tamil Eelams. In den späten 80er Jahren wurde er zum Gebietskommandeur von Jaffna ernannt und nahm somit größere Verpflichtungen an. Nachdem er 1993 bei einem militärischen Einsatz von einer Artillerie getroffen wurde und sich am Bein schwer verletzte, entschied die tamilische Führung Tamilselvan in den politischen Flügel zu berufen. In der Folge der Zeit wurde er zu einer der wichtigsten politischen Führer der LTTE.

Während des Waffenstillstands im Jahre 2002 war er zusammen mit Anton Balasingham federführender Akteur der Verhandlungsgespräche mit der internationalen Gemeinschaft, wodurch er außerhalb Tamil Eelams ebenfalls an Bekanntheit gewann. Engagiert, einen für beide Verhandlungsseiten annehmbaren Weg aus der Gewalt zu finden, hielt er Ansprachen und Reden, die ihm viel Sympathie einbrachten. Als Anton Balasingham erkrankte, übernahm er schließlich auch dessen Aufgaben. Tamilselvans führende Position in der Politik, sowie seine Intelligenz als auch seine Begabungen sah die srilankische Regierung als direkte Bedrohung an. Gajendran Ponnambalam, zu der Zeit zuständig für Auslandsangelegenheiten der TNA, machte deutlich, dass eine gezielte Tötung des Friedensverhandlungsführers das Interesse an einem längerfristigen Frieden oder einer Lösung seitens der srilankischen Regierung eine Illusion darstelle.

Erik Solheim, Norwegens ehemaliger Minister für internationale Entwicklung und Vermittler für den Friedensprozess in Sri Lanka, zeigte sich tief betroffen über den Mord am politischen Leiter der LTTE, S. P. Tamilselvan, und sagte, er sei zutiefst beunruhigt über die Folgen der Eskalationen des Krieges in Sri Lanka. Solheim bezeichnete den Tod von Tamilselvan als großen Verlust der Freiheitsbewegung. Darüber hinaus berichtete er, dass Tamilselvan ein wichtiger Kontakt zwischen der LTTE und Norwegen in der Vermittlung im Friedensprozess gewesen sei.

Nach seinem Tod erhielt Tamilselvan die höchste Auszeichnung „Brigadier“, die innerhalb der LTTE verliehen wird. Velupillai Prabhakaran, der Anführer der LTTE, bezeichnete ihn als „Friedenstaube“. Er hat ihn nach seinem Tod in einem Schreiben an das tamilische Volk folgendermaßen beschrieben: „In seinem feinen Lächeln vergraben, erkannte ich von Anfang an tausend tiefsinnige Bedeutungen sowie seine Fähigkeiten und Führungsqualitäten. Ich zog ihn heran als großen Kommandeur, als unvergleichbaren politischen Führer und als einen Diplomaten, der mit der gesamten Welt kommunizierte, und als einen begabten Verhandlungsführer agierte. Seine Gedanken waren immer bei der Befreiung des Landes und der Menschen, die er so innig ins Herz geschlossen hatte. Er sehnte sich nach einem freien, ehrenvollen und sicheren Leben für unser Volk“.

Der Tod von Tamilselvan und fünf weiteren Mitgliedern der LTTE ließ die in Tamil Eelam als auch in der Diaspora lebenden Tamilen zutiefst erschüttern. Mit ihm ging eine einzigartige Persönlichkeit der tamilischen Freiheitsbewegung, die stets Optimismus ausstrahlte und die Fähigkeit hatte, Probleme auf eine friedliche Art und Weise zu bewältigen. Aus diesem Grund wurde Tamilselvan sowohl von den Tamilen als auch von der internationalen Gemeinschaft anerkannt und respektiert. Seine Gedanken drehten sich stets um das Wohl seines Volkes.

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