Anton Balasingham

Anton Stanislaus Balasingham, auch bekannt als Bala Anna, geboren am 04. März 1938, war ein leitender politischer Stratege und Verhandlungsführer der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE). Zunächst arbeitete er als Journalist bei einer tamilischen Zeitung, später als Diplomat im britischen Konsulat in Colombo. Er befasste sich ausführlich mit Philosophie und Religion und kam zu dem Entschluss, dass die Vorgehensweise der sri-lankischen Regierung gegen das tamilische Volk nicht dem buddhistischem Glaube entspreche.

Er beteiligte sich aktiv an vielen Friedensverhandlungen und setzte sich für die Rechte seines Volkes ein. Bekannt wurde er unter anderem durch die Pressekonferenz 2002 in Kilinochchi. Dort beantwortete er zusammen mit Velupillai Prabhakaran, dem Anführer der LTTE, Fragen von Journalisten aus aller Welt. Dies zeigte der Welt, dass die LTTE dem Blutvergießen ein Ende bereiten wollte. So kam es im Jahre 2002 zu den Friedensverhandlungen zwischen der srilankischen Regierung und der LTTE, bei der die norwegische Regierung als Vermittler fungierte und Anton Balasingam offiziell als diplomatischer Vertreter der LTTE anerkannt wurde.

Auch als sich seine gesundheitliche Situation in den Folgejahren drastisch verschlechtert hatte, waren seine Gedanken stets dem Wohlergehen des tamilischen Volkes gewidmet: „Es ist eine unglückliche persönliche Tragödie. Doch verglichen zu der gewaltigen Tsunami -Katastrophe, welcher meine Leute gegenüberstanden, ist meine Krankheit bloß eine Kleinigkeit. Ich bin zutiefst traurig, dass ich durch die Krankheit angeschlagen und nicht in der Lage bin, einen wesentlichen Beitrag zur Minderung des Leids und der Unterdrückung der Tamilen zu leisten.“ Am 14. Dezember 2006 verstarb er mit 68 Jahren an den Folgen von Krebs. Der Tod von Balasingham ließ die in der Heimat als auch die in der Diaspora lebenden Eelamtamilen zutiefst erschüttern. Nach seinem Tod erteilte man ihm den Titel „Stimme der Nation“.

Tag der Menschenrechte

Was sind Menschenrechte? Menschenrechte sind Grundrechte, die allen Menschen – unabhängig von Faktoren wie Staatsangehörigkeit, Geschlecht, ethnischer Herkunft, Alter oder sozialem Status – eine Existenzgrundlage garantieren sollen.

Nun sind 70 Jahre her, dass die UN die allgemeine Erklärung dieser Menschenrechte verabschiedete und diesen Tag zum internationalen Tag der Menschenrechte erklärte.

Werden diese Menschenrechte auch weltweit eingehalten? Nein! Hunderttausende und sogar Millionen von Menschen flüchten bis heute aus ihrer eigenen Heimat wie Afghanistan, Syrien, Myanmar und Sudan, weil ihr Leben dort jede Sekunde gefährdet ist. Auch in Sri Lanka, eine kleine Insel in Südostastien, die meistens nur als Urlaubsziel bekannt ist, werden die Menschenrechte nicht beachtet. Während des Bürgerkrieges gegen die Eelam Tamilen bis 2009 kam es zu zahlreichen Fällen von Verschwindenlassen, außergerichtlicher Tötung, Folter, Misshandlungen und Zwangsrekrutierungen, die die sri-Lankische Regierung auf die Tamilen ausübte.

Im Jahre 2015 wurde die Resolution 30/1 vom UN-Menschenrechtsrat verabschiedet, die die Regierung Sri Lankas dazu verpflichtete für Wahrheit, Gerechtigkeit und Gesetzesreformen zu sorgen, die sicherstellen sollten, dass solche Verbrechen sich nicht wiederholen. Trotz allem kommt es im Land kontinuierlich zu Menschenrechtsverletzungen seitens der sri-lankischen Armee. Sexuelle Belästigungen und Gewalt auf Mädchen und Frauen, Verschwindenlassen und Entführungen von Personen, die in Verdacht stehen gegen die Regierung gearbeitet zu haben und viele weitere Situationen, die verdeutlichen, dass die Menschenrechte der sri-lankischen Regierung wenig wert sind. Dagegen zu kämpfen, bleibt die Aufgabe der internationalen Gemeinschaft, um allen Menschen auf dieser Welt eine Existenzgrundlage zu bieten.