Internationaler Denkmaltag

Bei einem Denkmal handelt es sich um ein Objekt mit besonderem Wert, bezogen auf die Geschichte oder allgemein der Erinnerung. Das Denkmal steht für ein Ereignis, eine Person oder auch einen Zustand der Vergangenheit.
1982 ist durch den internationalen Rat für Denkmalpflege (ICOMOS) in Zusammenarbeit mit der UNESCO am 18. April der internationale Denkmaltag eingeführt worden. An diesem Tag werden Burgen, Schlösser und Archive, die normalerweise geschlossen sind, für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht, um das öffentliche Bewusstsein für die Wichtigkeit der Erhaltung und Rettung des Kulturerbes der Menschheit zu schärfen.
Zu den Denkmälern zählen auch Gedenkstätten, wie sie Anfang der 90er für die im Kampf gefallenen Mitglieder der LTTE errichtet wurden. Sie werden im tamilischen als Maaveerar Thuyilum Ilam (Ruhestätte der großen Helden) bezeichnet. Bis zum Jahr 2008 existierten über 27 solcher Gedenkstätten im Norden- und Osten Sri-Lankas, in denen über 22.000 gefallenen LTTE-Mitglieder bestattet wurden. Angehörige ehrten an diesen Orten die Menschen, die für einen unabhängigen freien Staat für Tamilen ihr Leben ließen. An diesen Gedenkstätten wurde auch der jährliche Heldentag am 27. November abgehalten.
Nach Ende der brutalen Militäroffensive der sri-lankischen Armee wurden diese heiligen Gedenkstätten von der militärischen Führung Sri Lankas zerstört. Viele dieser Ruheplätze sind heute mit Stacheldrähten umzäunt, abgerissen oder durch das Militär besetzt. Um das tamilische Volk zu demütigen und die Erinnerung an die gefallenen Kämpfer verblassen zu lassen, wurden auf den zerstörten Gedenkstätten Militärstützpunkte errichtet. Des Weiteren wurden in tamilischen Gebieten Siegesstatuen durch die Regierung errichtet, die das tamilische Volk immer wieder an den Genozid und die fortlaufende Unterdrückung erinnert.
Auch wenn die Gedenkstätten zerstört wurden, geraten die verstorbenen Freiheitskämpfer nicht in Vergessenheit. Teile der zerstörten Grabsteine wurden von der Bevölkerung aufgesammelt und zusammengelegt. Weiterhin findet in Tamil Eelam jährlich am 27. November der Heldentag statt. Dies zeigt, dass die tamilische Bevölkerung trotz der Demütigungen und Einschüchterungen sich nicht das Recht nehmen lässt, ihre verstorbenen Brüdern und Schwestern zu ehren.

„Wer im Gedächtnis seiner Lieben lebt, der ist nicht tot, der ist nur fern;
tot ist nur, wer vergessen wird.“ – Immanuel Kant