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Tag der Menschenrechte

Was sind Menschenrechte? Menschenrechte sind Grundrechte, die allen Menschen – unabhängig von Faktoren wie Staatsangehörigkeit, Geschlecht, ethnischer Herkunft, Alter oder sozialem Status – eine Existenzgrundlage garantieren sollen.

Nun sind 70 Jahre her, dass die UN die allgemeine Erklärung dieser Menschenrechte verabschiedete und diesen Tag zum internationalen Tag der Menschenrechte erklärte.

Werden diese Menschenrechte auch weltweit eingehalten? Nein! Hunderttausende und sogar Millionen von Menschen flüchten bis heute aus ihrer eigenen Heimat wie Afghanistan, Syrien, Myanmar und Sudan, weil ihr Leben dort jede Sekunde gefährdet ist. Auch in Sri Lanka, eine kleine Insel in Südostastien, die meistens nur als Urlaubsziel bekannt ist, werden die Menschenrechte nicht beachtet. Während des Bürgerkrieges gegen die Eelam Tamilen bis 2009 kam es zu zahlreichen Fällen von Verschwindenlassen, außergerichtlicher Tötung, Folter, Misshandlungen und Zwangsrekrutierungen, die die sri-Lankische Regierung auf die Tamilen ausübte.

Im Jahre 2015 wurde die Resolution 30/1 vom UN-Menschenrechtsrat verabschiedet, die die Regierung Sri Lankas dazu verpflichtete für Wahrheit, Gerechtigkeit und Gesetzesreformen zu sorgen, die sicherstellen sollten, dass solche Verbrechen sich nicht wiederholen. Trotz allem kommt es im Land kontinuierlich zu Menschenrechtsverletzungen seitens der sri-lankischen Armee. Sexuelle Belästigungen und Gewalt auf Mädchen und Frauen, Verschwindenlassen und Entführungen von Personen, die in Verdacht stehen gegen die Regierung gearbeitet zu haben und viele weitere Situationen, die verdeutlichen, dass die Menschenrechte der sri-lankischen Regierung wenig wert sind. Dagegen zu kämpfen, bleibt die Aufgabe der internationalen Gemeinschaft, um allen Menschen auf dieser Welt eine Existenzgrundlage zu bieten.

Der Tag der tamilischen Freiheitskämpfer (Maaveerarnaal)

Heute, am 27.11.2018 gedenken die Eelamtamilen weltweit an die gefallenen Freiheitskämpfer der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) und alle Menschen, die ihr Leben im Kampf für Frieden und Freiheit geopfert haben.

Da die friedlichen Proteste der Eelamtamilen in den 50er Jahren gewalttätig durch das srilankische Militär (SLA), im Auftrag der srilankischen Regierung, niedergeschlagen wurden, waren die Eelamtamilen gezwungen zu den Waffen zu greifen. In den 70er Jahren entwickelten sich viele unterschiedliche Gruppierungen. Doch die LTTE war die einzige, die sich langfristig unter dem Volk behaupten konnte. Diese Organisation zeigte keinerlei Unterschiede zwischen ihnen und dem Volk. Die LTTE bestand nicht nur aus reinem Militär, sondern hatte eine ausgebaute Infrastruktur in verschiedenen Bereichen, sodass sie als eigener Staat fungieren konnte. Die Organisation begann rasch zu wachsen, da das Verlangen nach einem freien, souveränen und selbstbestimmten Staat immer größer wurde. Es waren junge Menschen, die dem tamilischen Volk wieder Hoffnung und Bedeutung gaben. Man fühlte sich nicht mehr wie ein hilfsloser Flüchtling oder Gefangener im eigenem Land, sondern wie ein Angehöriger eines Volkes. Ein Volk, eine Nation, das auch das Recht hat seine Sprache, Kultur und Traditionen frei auszuüben.

Am 27.11.1989 ernannte der Anführer der Liberation Tigers of Tamil Eelam Velupillai Prabhakaran diesen Tag offiziell zum „Tag der tamilischen Helden“ (Maaveerarnaal). Jeder einzelne Freiheitskämpfer hatte zwar im Jahr seinen eigenen Gedenktag, aber es sollte einen Tag geben, an dem man an alle Märtyrer gemeinsam gedenkt. Dieser Tag fiel auf den Gedenktag des ersten gefallenen Freiheitskämpfers Leutnant Shankar, der am 27.11.1982 sein Leben für die tamilische Freiheit opferte.

Der „Tag der tamilischen Helden“ sollte keineswegs als Trauertag verstanden werden. „Der Tag der Maaveerar ist kein nationaler Trauertag. Es ist kein Tag der Trauer, an dem wir unsere Tränen vergießen und uns traurig fühlen. Es ist ein Tag des nationalen Erwachens. Ein revolutionärer Tag, an dem sich unsere Nation auf die Unabhängigkeit besinnt“, beschreibt der Anführer der LTTE Hon. Veluppillai Prabhakaran den Tag der Helden.

Zudem zeigt der Tag, dass jeder einzelne Freiheitskämpfer jedem anderen gegenüber gleichgestellt ist. Das Leben jedes einzelnen Freiheitskämpfers war wertvoll, unabhängig des Geschlechts oder der Religion.

Ab 1990 wurde der „Tag der tamilischen Freiheitskämpfer“ mit vollem Respekt und Stolz weltweit jährlich veranstaltet. Im Jahr 2008 wurde dieser Tag das letzte Mal in Tamil Eelam großem Stil veranstaltet. Es blieb jedoch das letzte Mal in Tamil Eelam, da danach die Regierung mithilfe des srilankischen Militärs zahlreiche Ruhestätten der Helden zerstört hatte. Durch die ständigen Angriffe des Militärs sind die Eelamtamilen verhindert, ihre Helden zu ehren. Dies ist nur noch im Geheimen zu Hause möglich. Aber auch dies ist noch mit einem großen Risiko verbunden. Das Militär versucht weitgehend alle Haushalte zu überwachen, sodass keine Gedenkfeier veranstaltet werden kann. Trotz der Angst vor Repressalien gehen mittlerweile wieder viele Menschen an diesem besonderen Tag zu den ehemaligen Ruhstätten.

Die tamilische Diaspora veranstaltet diesen Tag weiterhin mit viel Respekt und Stolz, da diese nicht den direkten Einschüchterungen des srilankischen Militärs ausgesetzt sind. Bis 2008 gab es jährlich eine Rede des Anführers der LTTE, auf die jeder einzelne Eelamtamile gespannt wartete. Sie enthielt meist vorausschauende, zukunftsweisende Worte. Es waren Worte, die die Eelamtamilen in der Heimat und in der Diaspora vereinten.

In Anlehnung an den „Tag der tamilischen Helden“ wird im November die „Maaveerarwoche“ (Maaveerarvaaram) veranstaltet, in der die Familienangehörigen der Freiheitskämpfer geehrt werden. Tamilische Jugendliche in der Diaspora gehen in der Maaveerarwoche sozialen und ehrenamtlichen Aktivitäten nach, um ein symbolisches Zeichen zu setzen.

Das Gedenken an die Helden, die ihr Leben aufgeopfert haben, kann durch Niemanden unterdrückt werden. „Die Maaveerar, die für die Unabhängigkeit, die Ehre und die Sicherheit des tamilischen Volkes ihr eigenes Leben geopfert haben, sollten über für alle Ewigkeit im Tempel unseres Herzens verehrt werden“

–  Hon. Veluppillai Prabhakaran.

Auf Ewig ehren wir unsere Maveerar

Sie nahmen den Tod in Kauf

Ihre Zukunft gaben sie für uns auf

Für das Eelamtamilische Volk kämpften Sie um die Freiheit

Auf Ewig ehren wir unsere Maveerar für ihre Selbstlosigkeit

 

Früh begann der Kampf gegen die Unterdrückung

Unsere Maveerar verloren nie die Hoffnung

Tamileelam ist das größte Ziel

Ganz egal wie oft ein Maveerar fiel

 

Sie ebneten uns den Weg, gaben uns Kraft und Mut

Dafür vergossen sie ihr Blut

Jegliche Zweifel an die Freiheit der Eelamtamilen, ersticken wir im Keim

Euer Kampf wird Geschichte schreiben, es wird in Stein gemeißelt sein

 

Maveerar sind unsere Helden

Immer werden sie in unseren Erinnerungen schwelgen

Gerechtigkeit ist die Antwort auf das Verbrechen gegen die Menschlichkeit

Auf Ewig ehren wir unsere Maveerar für den Kampf um die Freiheit

Maaveerar

Es ist November. Für uns Tamilen ist es der Monat der Helden, auch weit bekannt als Heroe’s Month. Das Erste, was uns Tamilen bei Beginn des Novembers in den Sinn kommt, sind unsere Maaverar. Doch wer sind diese?

Es sind Menschen wie DU und ich: Jemandes Sohn oder Tochter, Bruder oder Schwester, Enkelkind oder auch Elternteil. Doch es sind vor allem Menschen, die ihr wertvolles Leben einem höheren Ziel widmeten: einem unabhängigen Staat Tamil Eelam, damit wir als Tamilen in Frieden und Sicherheit leben können. Wenn wir unsere Maveerar mit wenigen Wort beschreiben müssten, dann wären es vermutlich folgende: Hingabe, Mut, Aufopferung oder Widerstand. Maaveerar sind Freiheitskämpfer, die die Freiheit, Gleichheit und Menschlichkeit für unser Volk mit ihrem Leben verteidigt haben. Nahezu jede Familie in Tamil Eelam hat einen Maaveerar, welcher sein Leben für die Freiheit unseres Landes geopfert hat.

Sie verließen in jungen Jahren ihre Familien, um sich dem Freiheitskampf anzuschließen – damit DU und ich in Sicherheit sind. Sie gaben die Schule auf und zogen in den Kampf – damit wir Tamilen eine Zukunft haben und unsere Identität nicht verloren geht. Sie waren ständig auf der Flucht, gingen von einem in den nächsten Kampf – damit wir Tamilen eines Tages sagen können: „Tamil Eelam ist unsere Heimat“. Sie verbrachten Tage, Wochen, gar Monate in Wäldern – um uns Tamilen vor den Gräueltaten der singhalesischen Regierung zu beschützen. Sie erlebten Tage ohne Nahrung und Wasser – damit unser Volk eine Zukunft hat. Heute sind wir hier. Ja, wir leben! Doch was ist mit all den Helden, die sich für uns aufgeopfert haben? Hatten sie keine Träume und Wünsche? Oder gar eine Zukunft?

Veluppillai Prabhakaran, der Anführer der tamilischen Freiheitsbewegung, sagte während einer Rede am Heroe’s Day im Jahre 1997: „Unsere Befreiungsbewegung respektiert und verehrt unsere Märtyrer als Schöpfer der Geschichte unseres nationalen Kampfes. Wir gedenken unserer Helden und errichten ihnen Gedenkstätte, damit ihre Erinnerungen für immer in unseren Herzen bleiben. Es ist zu einer beliebten Norm geworden, unsere Märtyrer mit Ehre zu begraben, ihnen steinerne Denkmäler zu errichten und diese Kriegsfriedhöfe als heilige Orte der Ruhe zu verehren. Die Praxis der Verehrung des heroischen Märtyrertums ist in unserer Gesellschaft zu einer etablierten Tradition geworden“.

Doch die singhalesische Regierung hat während der brutalen Militäroffensive gegen uns Tamilen nicht mal den Ort verschont, der uns zum Trauern übriggeblieben ist. Mit der Zerstörung des Maveerar-Thuyilum-Illams (Ruheplatz der Freiheitskämpfer), einer Gedenkstätte, welches einzig für die tamilischen Freiheitskämpfer in Tamil Eelam errichtet wurde, wollte die srilankische Regierung insbesondere die Erinnerungen an unsere Maaverar auslöschen. Doch niemand kann die tausenden Thuyilum-Illangal, die wir für sie in unseren Herzen tragen, jemals zerstören. Auch wenn die sri-lankische Regierung mit allen Mitteln versucht, unsere Identität und unsere Geschichte auszulöschen, wird uns nichts daran hindern, an die gefallenen Maveerar zu gedenken.

Der 27. November ist als Tag der Helden einzig unseren Maaveerar gewidmet. Lasst uns an diesem Tag vereinen und gemeinsam an all die Verstorbenen gedenken, sie ehren und ihnen dafür danken, dass sie uns das Leben geschenkt haben.

Der tamilische Freiheitskampf

Trotz Erlangung der Unabhängigkeit in 1948 hat das tamilische Volk seither mit verschiedenen Problemen zu kämpfen, die damit begann, dass das politische System den Singhalesen überlassen wurde. Als einer der ersten Maßnahmen der damaligen neuen Regierung wurde zahlreichen Tamilen die Staatsbürgerschaft entzogen.

1956 folgte der sogenannte „Sinhala Only Act”, welcher singhalesisch als einzige Amtsprache festlegte. Daraufhin wurden Grundstücke im Norden und Osten gesetzeswidrig von der Regierung beschlagnahmt, um dort singhalesische Siedlungen aufzubauen. Zunächst versuchten die Tamilen, durch friedliche Demonstrationen auf ihr Problem aufmerksam zu machen. Diese wurden jedoch von der Regierung gewaltsam niedergeschlagen und fanden kein Gehör. Es gab immer wieder Verhandlungen zwischen den tamilischen Führungen und dem sri-lankischen Staat, die letztendlich ergebnislos verliefen.

Dem tamilischen Volk wurde klar, dass die Forderung nach einem eigenen unabhängigen Staat Tamil Eelam die einzige Möglichkeit ist, wieder in Freiheit zu leben. 1977 wurde eine Volksabstimmung von tamilischen Politikern durchgeführt, die den Wunsch nach einem eigenem unabhängigen Staat widerspiegelte. Von der singhalesischen Regierung wurde dies jedoch nicht akzeptiert. Nach zahlreichen Pogromen am tamilischen Volk entschieden diese, sich die Waffen zu erheben und für ihre Rechte zu kämpfen.

Im Jahre 1976 entwickelte sich mit Unterstützung des Volkes die LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam). Die LTTE war eine Bewegung, in der alle Mitglieder gleichgestellt waren, unabhängig von Geschlecht oder Religion. Sie kämpfte für das Ziel eines unabhängigen Staates, in dem man in Freiheit und Würde leben sollte. Sie war stets bemüht, durch Friedensverhandlungen dem Blutvergießen ein Ende zu setzen.

2009 wurde der offizielle Bürgerkrieg schließlich mit einem Genozid am tamilischen Volk beendet. Auch wenn der Welt eine friedliche Lage präsentiert wird, werden Tamilen immer noch systematisch unterdrückt. Die einzige Möglichkeit, dem heutigen Leiden unseres Volkes ein Ende zu bereiten, ist, für einen unabhängigen Staat zu kämpfen, in dem wir in Frieden leben können.

S.P.Tamilselvan

Tamilselvan, dessen Symbol durch das treuherzige Lächeln im Gesicht geprägt war, zählte zu den wichtigsten Akteuren der LTTE und wurde am 29. August 1967 geboren. Er war Anführer des politischen Flügels der LTTE und führte 2002 Verhandlungsgespräche mit Sri Lanka und der internationalen Gesellschaft.

Im Jahr 1983, nach dem systematischen Massaker an über 3.000 Eelam Tamilen, bekannt auch als „Black July“, schloss sich Tamilselvan der LTTE an. Er wurde zu einem der engsten Vertrauten des tamilischen Oberhauptes Velupillai Prabhakaran, erfüllte aktiv seine Pflichten als Tamile und widmete sich ganz dem Unabhängigkeitskampf Tamil Eelams. In den späten 80er Jahren wurde er zum Gebietskommandeur von Jaffna ernannt und nahm somit größere Verpflichtungen an. Nachdem er 1993 bei einem militärischen Einsatz von einer Artillerie getroffen wurde und sich am Bein schwer verletzte, entschied die tamilische Führung Tamilselvan in den politischen Flügel zu berufen. In der Folge der Zeit wurde er zu einer der wichtigsten politischen Führer der LTTE.

Während des Waffenstillstands im Jahre 2002 war er zusammen mit Anton Balasingham federführender Akteur der Verhandlungsgespräche mit der internationalen Gemeinschaft, wodurch er außerhalb Tamil Eelams ebenfalls an Bekanntheit gewann. Engagiert, einen für beide Verhandlungsseiten annehmbaren Weg aus der Gewalt zu finden, hielt er Ansprachen und Reden, die ihm viel Sympathie einbrachten. Als Anton Balasingham erkrankte, übernahm er schließlich auch dessen Aufgaben. Tamilselvans führende Position in der Politik, sowie seine Intelligenz als auch seine Begabungen sah die srilankische Regierung als direkte Bedrohung an. Gajendran Ponnambalam, zu der Zeit zuständig für Auslandsangelegenheiten der TNA, machte deutlich, dass eine gezielte Tötung des Friedensverhandlungsführers das Interesse an einem längerfristigen Frieden oder einer Lösung seitens der srilankischen Regierung eine Illusion darstelle.

Erik Solheim, Norwegens ehemaliger Minister für internationale Entwicklung und Vermittler für den Friedensprozess in Sri Lanka, zeigte sich tief betroffen über den Mord am politischen Leiter der LTTE, S. P. Tamilselvan, und sagte, er sei zutiefst beunruhigt über die Folgen der Eskalationen des Krieges in Sri Lanka. Solheim bezeichnete den Tod von Tamilselvan als großen Verlust der Freiheitsbewegung. Darüber hinaus berichtete er, dass Tamilselvan ein wichtiger Kontakt zwischen der LTTE und Norwegen in der Vermittlung im Friedensprozess gewesen sei.

Nach seinem Tod erhielt Tamilselvan die höchste Auszeichnung „Brigadier“, die innerhalb der LTTE verliehen wird. Velupillai Prabhakaran, der Anführer der LTTE, bezeichnete ihn als „Friedenstaube“. Er hat ihn nach seinem Tod in einem Schreiben an das tamilische Volk folgendermaßen beschrieben: „In seinem feinen Lächeln vergraben, erkannte ich von Anfang an tausend tiefsinnige Bedeutungen sowie seine Fähigkeiten und Führungsqualitäten. Ich zog ihn heran als großen Kommandeur, als unvergleichbaren politischen Führer und als einen Diplomaten, der mit der gesamten Welt kommunizierte, und als einen begabten Verhandlungsführer agierte. Seine Gedanken waren immer bei der Befreiung des Landes und der Menschen, die er so innig ins Herz geschlossen hatte. Er sehnte sich nach einem freien, ehrenvollen und sicheren Leben für unser Volk“.

Der Tod von Tamilselvan und fünf weiteren Mitgliedern der LTTE ließ die in Tamil Eelam als auch in der Diaspora lebenden Tamilen zutiefst erschüttern. Mit ihm ging eine einzigartige Persönlichkeit der tamilischen Freiheitsbewegung, die stets Optimismus ausstrahlte und die Fähigkeit hatte, Probleme auf eine friedliche Art und Weise zu bewältigen. Aus diesem Grund wurde Tamilselvan sowohl von den Tamilen als auch von der internationalen Gemeinschaft anerkannt und respektiert. Seine Gedanken drehten sich stets um das Wohl seines Volkes.

Kommentar zum neuen Premierminister Sri Lankas

Für die Eelamtamilen in Sri Lanka als auch in der Diaspora gab es vermeintlich einen kleinen Lichtblick am Ende des Tunnels. Am 9. Januar 2015 velor Mahinda Rajapakse gegen den singhalesischen Präsidentschaftskandidaten, Maithiripala Srisena. Rajapakse, der Mörder hunderttausender Eelamtamilen während des blutigen Bürgerkriegs, verlor seine Macht. Die Macht, die er nutzte, zur vollständigen Vernichtung einer Volksgruppe.

Das Ende des Tunnels ist noch in weiter Ferne. Weiterhin finden unter der Führung des amtierenden Präsidenten Maithiripala Srisena Verbrechen gegen Eelamtamilen statt. Die sri-lankische Regierung hat am 18. Mai 2009 den Bürgerkrieg für offiziell beendet erklärt. Der einzige Unterschied besteht darin, dass der Völkermord an den Eelamtamilen unter dem Rajapakse-Regime auf offener Bühne stattfand und nun unter der Führung von Srisena hinter den Kulissen. Die internationale Gemeinschaft und die Vereinten Nationen schauen weiterhin tatenlos zu. Entführungen und Ermordungen von Eelamtamilen stehen auf der Tagesordnung.

Seit vielen Jahren versuchen eelamtamilische Politiker durch einen politischen Diskurs mit der neuen Regierung, die Lage der Eelamtamilen zu verbessern und setzen sich für ihre Rechte ein. Sie haben nie aufgegeben.

Doch der 26.10.2018 fühlt sich für die Eelamtamilen erneut so an, als sei es das Jahr 2009. An jenem Tag wird Mahinda Rajapakse durch Maithiripala Srisena zum Premierminister ernannt. Ein Mörder, dem wieder die Macht erteilt wird, weiter zu morden. Dies versetzt tausende Eelamtamilen in Angst und Schrecken. Die traumatischen Erlebnisse, die sich vor allem im Höhepunkt des Bügerkriegs ereigneten, werden wieder in die Gedächtnisse hervorgerufen.

Wie sieht nun die Zukunft der Eelamtamilen aus? Gibt es eine? Wie lang will die Welt tatenlos zuschauen? Wenn nicht jetzt gehandelt wird, dann sind alle Verbündeten der sri-lankischen Regierung sowie alle Großmächte der Welt und die Vereinten Nationen nicht nur Zuschauer eines Verbrechens. Sie werden durch ihre Tatenlosigkeit selbst zu Verbrechern.

Tausende protestieren gegen die singhalesische Kolonisierung in Mullaitivu

Am 28.08.2018 demonstrierten tausende Tamilen in Mullaitivu, um der „Singhalisierung“ und Landenteignungen in dieser Region ein Ende zu setzen.

Die Demonstranten forderten insbesondere das Ende der Ausbreitung singhalesischer Siedlungen, die durch die Regierung finanziert wurden.

Politiker der TNA als auch der TNPF waren bei der Kundgebung anwesend, welche vom „Anti-Mahaweli Tamils‘ Heritage Forum“ organisiert wurde.

Viele sri-lankische Polizisten waren um der Demonstrationsroute herum stationiert.

In einer Stellungnahme über die durch den Staat geförderte Kolonisierung, teilte das Mahaweli Tamils‘ Heritage Forum mit, dass die sri-lankische Regierung die Ansiedlung von 6000 singhalesischen Familien in dem Bereich Mahawli in Mullaitivu gefördert hat. Diese Region gehört Tamilen die 1984 vertrieben wurden.

Das Problem der Singhalesierung wurde zum wiederholten Mal durch den nördlichen Provinzrat durch einen Protest Anfang des Jahres hervorgehoben.

Die Proteste fingen letzte Woche an als die Behörden von Mahaweli sagten, dass das Land Singhalesen zusteht, die sich auf den tamilischen Grundstücken in Mullaitivu niedergelassen haben.

Zu Beginn des Monats wurden Hütten und Boote tamilischer Fischer angezündet. Die Einwohner glauben es ist eine Vergeltungsmaßnahme der singhalesischen Einsiedler wegen Protesten gegen unerlaubtes Fischen durch singhalesische Fischer.

 

Quelle: https://www.tamilguardian.com/content/thousands-protest-against-sinhala-colonisation-mullaitivu

Black July 1983-Zeugen berichten…

Vor 35 Jahren, im Sommermonat Juli, ereigneten sich die sogenannten Black-July Pogrome. Ereignisse, die in der Geschichte der Eelamtamilen Dunkelheit hinterließen. Tagelang dauerten die Gewaltübergriffe auf die eelamtamilische Bevölkerung in Sri Lanka an. Bis heute gedenken jährlich weltweit Eelamtamilen an die Opfer dieser schwarzen Tage und erinnern sich daran, wie sie diese Tage überlebten.

Die Uhr schlägt drei Uhr, die Stadt Colombo ist ruhig, in diesem Moment erinnert sich eine ältere Dame an ein Ereignis vor 35 Jahren:

„Eine Gruppe von etwa 80 seltsamen jungen Männern, die gewaltbereit und gereizt wirkten, kamen mit Eisenstangen auf uns zugerannt. Sie waren in Rage und offensichtlich alkoholisiert und zerstörten alles, was sie sahen.“

Priya Balachandran – ihr Pseudonym, damit sie anonym bleiben kann – erinnert sich sehr gut an diese Zeit. Der Süden der Insel schien zu dieser Zeit vor Wut zu kochen.

Wie viele andere Eelamtamilen kann sie sich sehr gut daran erinnern, was sie zusammen mit ihrer Mutter gemacht hat, während die wütenden Singhalesen auf sie zukamen. Sie sah wie die Gruppen Läden zerschlugen und das war der Moment, als ihre Freundin sie aus ihrer Starre riss und sie zur Flucht aufforderte. Sie flohen zum Haus ihrer Freundin 300 Meter weiter und versteckten sich, bis sich alles wieder beruhigte.

Aus dem Haus ihrer Freundin konnte sie sehen, wie ihr Haus in Brand gesetzt wurde. Diese Gruppen hatten eine klare Vorstellung darüber, ob die Häuser Singhalesen oder Tamilen gehörten.

Wir beteten einfach nur so lange wir konnten und hofften, dass es endlich vorübergehen würde. Doch dann, spät am Abend, kamen sie ein zweites Mal. Sie brannten auch die restlichen Sachen nieder.

Frau Balachandran antwortet auf die Frage, was alles zerstört wurde, wie folgt: „Alles. Es gab nichts mehr. Es sah nicht mehr wie unser Zuhause aus. Es war nur noch schwarz, das ist alles, woran ich mich erinnere.“

Original unter: https://www.bbc.com/news/world-asia-23402727