admin

Präsident bezeichnet tamilische Demonstranten als „Eelamisten“

Tamilen, die seit dem offiziellen Kriegsende vor neun Jahren für Gerechtigkeit protestieren, wurden von der srilankischen Führung als „Eelamisten“ bezeichnet, deren Ziel es sei, die Nationen auf der Insel zu spalten.

Im Norden Sri-Lankas protestieren Tamilen seit mehr als einem Jahr mit der Forderung, politische Gefangene frei zu lassen, die von dem Militär beschlagnahmten Grundstücke freizugeben und den Angehörigen mitzuteilen, wo ihre seit Jahren vermissten Freunde und Familien sind.

Hunderte Tamilen aus der Diaspora demonstrierten in London gegen Präsident Maithripala Sirisena, als er beim Commonwealth Heads of Government (CHOGM) letzte Woche teilgenommen hat. In einem Interview mit der BBC in London bezeichnete Präsident Sirisena die Demonstranten zuvor als „Eelamisten“ und sagte, dass sie den Norden nur als Geschäft benutzen. Die Forderung der Demonstranten in London, die vom Militär besetzten Gebiete im tamilischen Norden freizugeben, wurde von der srilankischen Führung als „Witz“ bezeichnet. Laut Sirisena wurden hunderte von Hektar an ihre rechtmäßigen Besitzer als Geschenk überreicht. 80 % der beschlagnahmten Gebiete seien laut ihm zurückgegeben worden.

Als letzte Woche Tamilen nach 28 Jahren in ihr Land in den Norden von Valikamam zurückkehrten, sahen sie, dass all ihre Besitztümer zerstört und Anfahrtswege durch Stacheldraht sowie durch Militärstützpunkte, welche ebenfalls auf beschlagnahmten Grundstücken errichtet sind, versperrt wurden. Nach einem Jahr und laufendem Protest ohne positive Reaktion der Regierung, wurde einer Gruppe von Tamilen Eintritt zu Iranaitheevu nach wiederholten Drohungen der Marine gewährt.

Der UN-Kommissar für Menschenrechte Zeid Raad al Hussein betonte letzten Monat in Genf das nur langsame Freigeben der beschlagnahmten Grundstücke. Er sagte: „Da nur noch Frustration bei den Opfern herrscht, müssen die Maßnahmen beschleunigt werden. Dies beinhaltet auch die viel zu langsame Freigabe der vom Militär beschlagnahmten Gebiete“

Präsident Sirisena verweigerte jegliche Art von Kommunikation mit den Demonstranten, die er als geschäftlich Motivierte bezeichnete, die „über Eelam diskutieren. Sie wollen der UNHRC und der UN und anderen Staaten zeigen, dass ihr Problem noch nicht gelöst ist. Ihr Ziel ist es, das Land zu spalten. Ich werde mit solchen „Eelamisten“ keinen Dialog führen.“

Im März setzte Sirisena Beamte des Office of the Missing Persons (OMP) ein, um über das Schicksal zehntausender Verschwundener zu entscheiden. Viele davon waren jene, die sich am Ende des Krieges zwischen der Regierung und den Tamil Tigers im Mai 2009 dem Militär ergaben. Der Präsident teilte der BBC mit, dass diese Verschwundenen „nicht mehr da sind“. Eine von der Erklärung des Präsidenten tief bestürzte Mutter aus dem Norden, die seit Jahren auf der Suche nach ihrer Tochter ist, lehnt seine Aussage ab. „Er hat kein Recht zu sagen, dass unsere Kinder, die sich dem Militär ergaben nicht mehr da sind“, so Kasipillay Jeyavanitha aus Vavunia.

Das Foto ihrer Tochter, die immer noch verschwunden ist, wurde auf einem Flyer für Sirisenas Präsidentschaftswahl 2015 gedruckt. „Wir warten immer noch darauf, dass sie lebendig nach Hause zurückkehrt. Wenn sie nicht mehr unter den Lebenden weilen sollte, hätte er uns sagen müssen, was ihnen zugestoßen ist.“

Des Weiteren behauptete Sirisena, dass es keine politischen Gefangenen in Sri Lanka gibt. Ein tamilischer Abgeordneter sagte, der Präsident hätte verstanden, dass er die politischen Gefangenen vor seinem Interview mit der BBC freilassen muss. MA Sumanthiran sagte einem Journalisten in Jaffna, dass „er sie nicht als politische Gefangene bezeichnet und zwei Wochen zuvor am Telefon mitteilte, dass er jeden freilassen will, der durch das Terrorverdachtsgesetz gefangen wurde.“ Durch das Centre for Human Rights and Development (CHRD) hat der letzte Bericht der USA ergeben, dass die Zahl der politischen Gefangenen über 130 beträgt.

Die UN zweifelt, ob Sri-Lanka den tamilischen Opfern wirklich Gerechtigkeit entgegenbringen will. „Langsame Fortschritte wurden beim Einrichten einer Übergangsjustiz bemerkt, und es ist zweifelhaft, ob diese Übergangsjustiz vor dem nächsten Rat im März 2019 umgesetzt werden kann […] Die Beauftragten des Office of Missing Persons wurden 20 Monate nach der Einführung der Gesetze ernannt und es gab kaum Fortschritte bei der Rückgabe der beschlagnahmten Länder.“

Quelle:

http://www.jdslanka.org/index.php/news-features/politics-a-current-affairs/772-sri-lanka-president-discredit-tamil-protestors-as-eelamists

Mullivaikal

Mullivaikal – wenn ein Eelam-Tamile diesen Ortsnamen hörte, dachte er an einen wunderschönen Ort. Ein Ort, welches umarmt wurde vom indischen Ozean und der Lagune von Mullaitivu.

Doch nach 2009 zieht sich bei Mullivaikal jedem Tamilen der Magen zusammen. Sein Herz wird schwer und er spürt eine Mischung aus Wut und Schmerz. Einen unbeschreiblichen Schmerz, der von einem Bild des Grauens begleitet wird. Sofort sieht er das Massengrab vor sich, ein Durcheinander von Armen und Beinen von Kindern, Frauen und Männern bedeckt von Erde. Mullivaikal ist das Gesicht des Grauens, des Genozides an das tamilische Volk geworden.

Im Jahre 2009 fand das Massaker der srilankischen Regierung an das tamilische Volk im Norden und Nordosten der Insel Sri Lanka statt. Allein in der letzten Kriegsphase wurden 140.000 Tamilen auf brutalste Art getötet.

Die vor dem Krieg flüchtenden Menschen wurden in der Endphase nach Mullivaikal – der No Fire Zone – gepfercht. Sie flüchteten vor Schüssen und Bombardierungen nach Vanni, wo sich auch das Dorf Mullivaikal befindet. Dort erhofften sie sich Ruhe und Schutz und vertrauten als Alternativlosigkeit der Regierung.

Die Umarmung des indischen Ozeans und der Lagune von Mullaitivu wurde zur tödlichen Schlinge. Die Menschen konnten nicht mehr weg, da die Armee die Wege versperrte und übers Wasser keine Flucht mehr möglich war. Diese territoriale Gefangenheit nutze die sri-lankische Armee aus und bombardierte und beschoss Kinder, Frauen und Männer. Dann verscharrten sie die leblosen Körper in Massengräbern.

Mullivaikal und der 18. Mai 2009, beide stehen symbolisch für den Genozid an das tamilische Volk, welches durch die internationale Gemeinschaft allein gelassen wurde. Wir fordern eine unabhängige Investigation der brutalen Taten und wollen Konsequenzen für diese scheußlichen Taten sehen. Die UN hat die Taten lang genug verschoben. Eine Verschiebung ist als Verweigerung der Gerechtigkeit anzusehen.

An meinen geliebten Cousin in Deutschland

An meinen geliebten Cousin in Deutschland,

ich hoffe dieser Brief kommt noch an, bevor mir etwas zustößt. Ich schreibe dir diesen Brief, weil ich nicht weiß, wann und ob wir nochmal die Gelegenheit haben werden, uns zu sehen, geschweige denn miteinander zu sprechen. Wie du sicherlich mitbekommen hast, hat der Krieg seit einigen Monaten den Höhepunkt erreicht. So wie es gerade aussieht, wird sich die Lage nicht mehr beruhigen.

Wir sind bereits seit drei Wochen unterwegs. Das sri-lankische Militär schickt uns von einem Ort zum anderen. Wenn wir die Soldaten fragen, wann wir wieder nach Hause dürfen, werden sie wütend und schicken uns weg. Sie sagen lediglich, dass wir zu einer „No-Fire“-Zone geschickt werden. Das ist nun das dritte Mal. Diese Zone, welches unser nächstes Ziel ist, befindet sich in Mullivaikkal… noch nie in meinem ganzen Leben musste ich so viel laufen.

Der Hunger und der Durst sind unerträglich. Doch was all dies übertrifft, ist das Leid um mich herum. Es regnet. Ein Regen aus Bomben. So viele Leichen. So viel Blut. Täglich werden es immer mehr Tote. Die Helfer kommen nicht mehr mit. Die Krankenhäuser sind überfüllt. Patienten liegen aneinandergereiht. Darunter ebenfalls Tote. Sie haben es nicht mehr geschafft. Sogar Krankenhäuser werden bombardiert. Die medizinische Versorgung wurde von der sri-lankischen Regierung gestoppt.

Mütter, die ihre toten Kinder in den armen Halten. Viele weinen. Manche sind erstarrt vor Schock. Unser aller Leben hier, hängt am seidenen Faden. Wir wissen nicht mehr wofür wir Leben. Wir sind erschöpft… Erschöpft vor der täglichen Angst um unser Leben.

Auch wenn wir nie wieder miteinander reden können, wünsche ich mir, dass du der Welt erzählst, was uns hier passiert. Was hier stattfindet, ist nicht nur ein Krieg. Wir Tamilen werden systematisch ausgelöscht. Wir können nichts dagegen unternehmen. Doch ihr Tamilen in der Diaspora könnt dafür sorgen, dass die Wahrheit ans Licht kommt und die sri-lankische Regierung von der internationalen Gesellschaft für jedes einzelne Leben was ausgelöscht wurde, büßen muss. Auch wenn ich den Glauben ans Überleben verloren habe, habe ich nicht den Glauben an die Gerechtigkeit verloren.

In Liebe,

dein Cousin

Mullivaikkal – der Höhepunkt des Völkermords an Eelamtamilen

Die Geschichte der Eelamtamilen ist übersät von blutrünstigen menschenrechtswidrigen Ereignissen. Doch keine ist so grausam wie das Mullivaikkal Massaker, das sich vor neun Jahren im Mai ereignete.

Mullivaikkal, einst ein traumhaftes Küstengebiet umgeben vom indischen Ozean und der Lagune von Mullaitivu, wurde im Mai 2009 zum Schauplatz der extremen genozidalen Brutalität des srilankischen Militärs. Der über 70 Jahre andauernde Konflikt zwischen Tamilen und der srilankischen Regierung erreichte im Mai 2009 den Höhepunkt und ließ uns alle den Glauben an die Menschlichkeit verlieren.

Obwohl Tamilen seit der Unabhängigkeit Sri Lankas im Jahre 1948 unterdrückt und systematisch getötet werden, ging die Militäroffensive der srilankischen Regierung besonders im besagten Zeitraum mit äußerster Brutalität und Gnadenlosigkeit gegen die Tamilen vor. Die sri lankische Regierung sah in ihrem Handeln nur ein Ziel: die komplette Auslöschung des tamilischen Volkes ohne Rücksicht auf jegliches Leben, geschweige denn Gesetze oder Rechte.

Um dieses Ziel zu realisieren, schreckte die Regierung nicht davor zurück, inhumanitäre Maßnahmen zu ergreifen. So errichtete die sri lankische Regeriung während der Endphase des Krieges drei sogenannte „No-Fire“-Zonen. In diesen abgegrenzten Gebieten wurde tamilischen Zivilisten Sicherheit versprochen. Obwohl es die Regierung war, die sie zu vernichten drohte, sahen die Menschen keine Alternative als diese und flüchteten schutzsuchend dahin. Mullivaikkal gehörte zu einer dieser Zonen, welche von unzähligen Zivilsiten aus Angst vor Schüssen und Bombardierungen aufgesucht wurde. Die Regierung stationierte ihre Armee strategisch jedoch so, dass die Menschen keine Wahl hatten, außer zu den östlichen Küstengebieten zu fliehen. An der Küste angekommen, wurden sie erbarmungslos vom Militär erschossen.

Allein in der Endphase des Krieges sind dem UN Bericht zufolge bis zu 70.000 Menschen kaltblütig ermordet worden. Nach Angaben des Bischof von Mannar Dr. Joseph Rajappu gelten 146.679 als spurlos verschwunden.

Der 18. Mai 2009 markiert laut Aussage der sri lankischen Regierung das Ende des Bürgerkriegs in Sri Lanka. Trotz offizieller Ankündigung der Beendigung des Kriegs hat das Leid der Tamilen bis heute kein Ende gefunden. Noch heute werden Tamilen von regierungstreuen Gruppierungen und srilankischen Soldaten entführt, gefoltert und ermordet. Noch heute sind Vergewaltigungen und Landenteignungen an der Tagesordnung. Noch heute suchen Familien vergebens nach ihren vermissten Angehörigen. Die Massengräber, welche immer wieder neu gefunden und ausgegraben werden, beenden für viele die verzweifelte Suche nach Lebenszeichen ihrer Liebsten. Niemand außer dem Regime weiß, wie viele Tamilen sich in Internierungslagern befinden oder als politische Gefangene gehalten werden.

Obwohl die internationale Gemeinschaft von den genozidalen Aktivitäten seitens der sri lankischen Regierung wusste, setzte sich niemand für eine sofortige Beendigung der Angriffe auf die unschuldigen Zivilisten ein. Deshalb ist es von enormer Wichtigkeit, dass

die internationale Gemeinschaft weiterhin auf die hoffnungslose Lage der Eelamtamilen aufmerksam gemacht wird bis sie den fortlaufenden Völkermord als solches anerkennt. Es ist unsere Aufgabe eine internationale unabhängige Untersuchung einzufordern und Tamilen in der Zukunft ein sicheres Leben in Sri Lanka zu ermöglichen.

Lasst uns nun neun Jahre nach dem genozidalen Massaker an die unschuldigen Opfer gedenken und gemeinsam unsere Stimmen für die Gerechtigkeit der Eelamtamilen erheben.

„Verschwundene Personen sind in Internierungslagern“

Ein tamilischer Zivilist namens Navaratnam Nishanthan, der nahezu 9 Jahre in einem sri-lankanischen Gefängnis verbracht hatte, behauptet, dass viele tamilische Jugendliche, die gewaltsam verschwunden sind, noch immer in Haft seien.

Nach dem Freispruch im Dezember wurde das Opfer von der sri-lankischen Gewalt aus dem Gefängnis in Boosa entlassen. Der 31-Jährige berichtete Reportern in Vavuniya, dass er während seiner Zeit im Gefängnis viele andere Tamilen in Haft gesehen hätte.

„Viele tamilische Mütter nehmen an, dass ihre Kinder verschleppt wurden. Allerdings leben die meisten von ihnen in Internierungslagern, wo sie unerträgliche Schmerzen erleiden müssen“, sagt Nishanthan. Er führte fort, dass „die anhaltende Folter in der Vergangenheit während der Zeit in Haft sie traumatisierte, sodass sie ihre Identität und ihr Bewusstsein verloren.“

Auch wenn er durch diese Aussagen in Schwierigkeiten geraten kann, steht er zu diesen. Die Regierung solle gewisse Maßnahmen treffen, um endlich für Gerechtigkeit zu sorgen.

Nishanthan, der seine Eltern, sowie zwei seiner Geschwister während dieser schmerzhaften Zeit verlor, wurde durch die sri-lankanischen Sicherheitskräfte immer wieder aufs neue gefoltert und misshandelt, wie er uns mitteilte. Dementsprechend wurde sein Leben über diesen langen Leidensweg von Tag zu Tag zerstört.

 

Quelle: http://tamilguardian.com/content/‘disappeared-persons-are-sri-lankan-detention-camps’-claims-released-tamil-man

Tag der Arbeit

Der 1. Mai, bekannt als „Tag der Arbeit“, ist seit fast 100 Jahren ein gesetzlicher Feiertag in Deutschland. An diesem Tag brauchen die Menschen in Deutschland weder zur Arbeit noch zur Schule zu gehen. Stattdessen gehen die Arbeiter auf die Straßen, halten Plakate hoch und fordern bessere Arbeitsbedingungen. Es finden in Deutschland Volksfeste und Protestveranstaltungen statt. Wir, in Deutschland, fordern bessere Arbeits- und Lebensverhältnisse, obwohl man die Möglichkeit hat, friedlich und in Sicherheit zu leben. Im Vergleich dazu gibt es noch viele Länder, in denen das Gehalt der Menschen, trotz mehrerer Stunden Arbeit gerade mal für eine Mahlzeit ausreicht. Darüber hinaus auch Länder, in denen Kinder arbeiten müssen, um sich selbst und die Familie zu ernähren.

In unserer Heimat Tamil Eelam, wo bis 2009 Krieg herrschte, sieht es nicht anders aus. Da etwa 70.000 Frauen durch den Krieg verwitwet wurden, müssen diese Frauen selbst arbeiten gehen und allein ihre Kinder erziehen oder auch ihre Kinder zur Arbeit schicken. Jedoch ist das Leben der tamilischen Frauen immer mit Gefahren verbunden. Sie werden überall in Tamil Eelam vom sri-lankischen Militär überwacht und auf eine unangenehme Art und Weise kontrolliert. So ist es nicht einfach für eine tamilische Frau, in Frieden zu arbeiten und sich um ihre Familie zu kümmern. Doch was passiert, wenn der Vater im Krieg verstorben ist und auch die Mutter durch eine körperliche Behinderung nicht arbeiten kann? In Jaffna ist dies die Situation eines 12-jährigen tamilischen Jungen. Um sich und seine Mutter, die ein Bein im Krieg verloren hatte, zu ernähren, verkauft er den ganzen Tag Räucherstäbchen auf der Straße, statt in die Schule zu gehen und sich eine gute Zukunft aufzubauen. Wie sind die Arbeitsverhältnisse eines solchen Kindes zu erklären und womit hat er sich dieses Leben verdient? Es ist also keine Selbstverständlichkeit, dass minimale Arbeitsrechte und Lebensbedingungen in allen Ländern existieren. Daher muss die internationale Gemeinschaft gegen solche Missstände Hand in Hand vorgehen.

Sri Lanka streitet glaubwürdige Beweise von Kriegsverbrechen ab

Ein Spitzenberater des Präsidenten verleugnet das Beweisfoto, auf dem verschwundene tamilische Kinder zusammen mit dem Präsidenten Maithripala Srisena auf einem Foto zu sehen sind. 

Ein Koordinationssekretär des Präsidenten Sririsena berichtete der ITV News UK, dass eine Aufnah-me, die Maithripala Srisena in seiner erfolgreichen Wahlkampagne in 2015 nutzte, „erschwindelt“ sei. Die Aufnahme zeigt einen lächelnden Maithripala Sirisena, umgeben von uniformierten Schulkindern. Einige von ihnen wurden von ihren Müttern als ihre Kinder identifiziert, welche ihnen gewaltsam entrissen wurden.

Als John Irvine, internationaler Senior-Berichterstatter der ITV News, der über die Verschwundenen berichtete, dem Koordinationssekretär des Präsidenten die Aufnahme zeigte, wurden diese nur zu-rückgewiesen. „Verleugnet durch den Staat“, sagte der Anwalt Shiral Laktilaka. „Es ist eine gefälschte Aufnahme. Eine frisierte Aufnahme.“

Eine fassungslose Mutter sagte, dass die Verleugnung zeigt, warum Tamilen das Vertrauen in die Regierung verloren haben und forderte eine internationale Intervention. „Wir wurden nach Beweisen gefragt und wir haben sie bereitgestellt“, erzählte Kasipillai Jeyavanitha einem Journalisten im nördli-chen Teil von Vavunia. Beamte des Präsidenten, welche sie im Juni besuchten, versprachen ihr, in-nerhalb von zwei Wochen eine Antwort zu geben. „Bisher haben wir keine Antwort bekommen. Ich bin beunruhigt, ob mein Kind nach der Veröffentlichung der Bilder nun für immer verschwunden bleiben wird.“ Kasipillai Jeyavanitha glaubt fest daran, dass die Regierung ihre Tochter Jeromy fest-hält. „Falls nicht, sollen sie zu mir kommen und beweisen, dass mein Kind nicht mehr da ist.“

Shiral Lakthilaka stritt auch die Zahlen der Verschwundenen ab, welche durch die International Hu-man Rights Watchdogs bereitgestellt wurden. „Mit zehntausend stimme ich nicht überein“, sagte er und behauptete, es handle sich um einen Datenkonflikt.

Tamilische Mütter protestieren seit über einem Jahr auf den Straßen und fordern von der Regierung, das Schicksal der zehntausend Angehörigen, welche gewaltsam von ihnen gerissen oder an das Mili-tär ausgeliefert wurden, zu offenbaren.

 

Quelle: http://www.jdslanka.org/index.php/news-features/human-rights/767-bogus-sri-lanka-back-to-rejecting-credible-evidence-of-wartime-crimes

Internationaler Tag der politischen Gefangenen

Alljährlich findet am 18. März der Tag der politischen Gefangenen statt. Am 18. Mai 1871 wurde ein Aufstand der Pariser Kommune niedergeschlagen. Dies kostete über 20.000 Menschen das Leben. Mehr als 13.000 Personen wurden zu lebenslanger Haft verurteilt. 1923 erklärte die Internationale Rote Hilfe den 18.03. zum „Internationalen Tag der Hilfe für die politischen Gefangenen“. An diesem Tag werden weltweit Veranstaltungen organisiert, um für die Freilassung von politischen Gefangenen aller Welt zu kämpfen.

Ein Land, das auch mit diesem Problem konfrontiert ist, ist Sri-Lanka. In jenem, welches für traumhafte Strände, sowie reichhaltiger Kultur bekannt ist, werden hunderte Tamilen aus politischen Gründen, teilweise schon Jahrzehnte lang gefangen gehalten und sind Folter und Misshandlungen ausgesetzt. Tamilen, die mutmaßlich Verbindungen zu den Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) haben, werden weiterhin auf der Grundlage des Antiterrorgesetzes (Prevention of Terrorism Act – PTA) inhaftiert. Das PTA ermächtigt die srilankischen Streitkräfte, gegen jedermann vorzugehen, der unter Verdacht steht, mögliche Verbindungen zu der tamilischen Militanz zu haben. Obwohl die Regierung im September 2015 versprach, das PTA aufzuheben, werden heute noch Tamilen aufgrund dieses Gesetzes gefangen genommen.

Wir, die Tamilen in der Diaspora sowie die Tamilen in der Heimat, müssen der Welt die Lage der Gefangen deutlich machen, um ihrem Leid ein Ende zu bereiten.

Internationaler Weltfrauentag 

Der 8. März ist der Internationale Frauentag und ist dem Kampf für Frauenrechte, Frieden und Gleichberechtigung der Frau gewidmet. Jahrelang wurde weltweit dafür gekämpft.

Es gibt auch dieses Jahr keine Verbesserung in vielen Ländern. Ein sehr bedeutendes Beispiel ist die Situation der Frauen in Syrien. Viele von ihnen sind zurzeit alleinerziehend und flüchten mit ihren Kindern vor den schrecklichen Angriffen. Die Regierung hat keinerlei Mitleid mit den Frauen, die für ihre Kinder da sein muss und ermordet jede Woche hunderte von Frauen und Kinder. Darunter verletzte Frauen, ältere Frauen, aber auch Schwangere. In den Nachrichten ist zu lesen, dass Frauen systematisch gefoltert werden, damit die Forderungen der Regierung erfüllt werden.

All diese Fälle in Syrien lassen uns Tamilen an die Situation in unserer Heimat Tamil Eelam denken. In Tamil Eelam ist das Leben einer Frau weiterhin gefährdet, obwohl der Krieg offiziell vor neun Jahren endete. Bis zum Kriegsende wurden in Sri Lanka ungefähr 80.000 tamilische Frauen verwitwet. Während des Krieges wurde Tamil Eelam schrittweise unter die Kontrolle des sri-lankischen Militärs gebracht. Das Versprechen der sri-lankischen Regierung, die Orte zu entmilitarisieren, wurde bis heute nicht umgesetzt. Stattdessen dringen die Soldaten ins Haus und wenden häusliche Gewalt gegen tamilische Frauen und Kinder an. Dies wird von offizieller Seite damit begründet, dass diese in Verdacht stehen, mit der LTTE zusammenzuarbeiten. Im schlimmsten Fall werden die alleinlebenden Frauen vergewaltigt oder nach Gewalt und Folter ermordet. ‚Amnesty International‘ berichtet, dass die gegen Frauen und Mädchen gerichtete Gewalt durch Militärangehörige und Zivilpersonen weiterhin straflos bliebe.

Zu beachten ist auch, dass die schulische Bildung der tamilischen Mädchen beeinträchtigt wird. Im Norden Sri Lankas schicken viele Eltern ihre Töchter nicht mehr zur Schule, weil die Schulen in der Nähe der Armeelager sind. Dies bestätigt auch die Schweizerische Flüchtlingshilfe.

Die Situation der Frauen und Mädchen in Sri Lanka hat sich seit 2009 weiterhin verschlechtert. Die Zukunft vieler Mädchen und junger Frauen ist unsicher und gefährdet. Um etwas dagegen zu tun, muss die sri-lankische Regierung wie versprochen, insbesondere die Entmilitarisierung durchsetzen und für die Sicherheit der Frauen sorgen.  Da die Regierung nicht in der Lage ist ihre Versprechen einzuhalten, muss die internationale Gemeinschaft endlich eingreifen.