Black July 1983 – Hab und Gut der Tamilen

Das Bild vermittelt den Eindruck einer Kriegssituation, in der die Städte verwüstet wurden. Im Juli 1983 wurde dieser Eindruck bestätigt, denn in Sri Lanka wurden Häuser, Geschäfte und sonstige Einrichtungen in Brand gesetzt und komplett zerstört. Von der Zerstörung waren aber nicht alle Menschen betroffen, da es hierbei um die gezielte Auslöschung eines Volkes ging… der Eelam-Tamilen! Das im Norden und Osten des Landes beheimatete Volk wurde von Singhalesen verfolgt, gefoltert und getötet, und das nur aufgrund der Tatsache, weil sie als Tamilen geboren wurden. Die Machenschaften der singhalesischen Bevölkerung wurden von der srilankischen Regierung nicht geahndet, im Gegenteil: die Regierung befürwortete, förderte und belohnte die Täter dafür.

Nicht nur in tamilischen Gebieten, sondern auf der gesamten Insel wurden Eelam-Tamilen angegriffen. Der Grundsatz war, möglichst viele Tamilen anzugreifen und ihr Hab und Gut zu zerstören. In Pettah beispielsweise wurden Modeläden, Elektronikgeschäfte und weitere von Tamilen geführte Läden nach und nach attackiert. Die Regierung registrierte allein in Pettah eine Zerstörung von über 20.000 Geschäften, doch bis heute wurde keiner zur Rechenschaft gezogen oder verurteilt. Die Fälle vom Juli 1983 sind keine Einzelfälle. Auch heute noch gehört der systematische Angriff der Regierung auf die Eelam-Tamilen durch vereinzelt-gezielte Attacken zur Tagesordnung.

Für immer…

„Mein Bruder hat angerufen. Unser Laden wurde in Brand gesetzt. Ich fahre kurz zu ihm. Schließ die Tür ab und öffne sie niemandem“, sagte mein Mann und drückte mich ganz fest an sich. Bevor er das Haus verließ, schaute er mir ganz tief in die Augen. Ich konnte die Angst an seinen Augen ablesen. Ich hatte ein verdammt komisches Gefühl. Ein Gefühl, das mich das Schlimmste befürchten ließ.

Draußen war es still. Niemand traute sich, das Haus zu verlassen, denn man war nicht einmal in seinen eigenen vier Wänden sicher. Maskierte Schlägertruppen trieben draußen ihr Unwesen. Sie steckten alles in Brand, was uns Tamilen gehörte. Man konnte immer nur beten, dass das Grauen ein schnelles Ende nimmt.

Ich hatte Angst. Ich hatte Angst, alleine zu sein. Ich wusste, dass ich nicht ganz alleine war, aber ich fühlte mich unsicher. Irgendetwas sagte mir, dass etwas Schreckliches passieren würde. Um mich abzulenken, schaute ich mir unsere Hochzeitsfotos an. Sie zauberten mir immer ein Lächeln ins Gesicht, doch heute wurde ich dieses seltsame Gefühl einfach nicht los.

Plötzlich klopfte es an der Tür. Ich erschrak. Mein Herz begann, wie wild zu pochen. Ich hörte Stimmen. „Wir wissen, dass ihr da seid! Macht die Tür auf!“ Ich rannte ins Schlafzimmer und versteckte mich hinter dem Bett. Auf einmal hörte ich die Tür aufspringen. Geschirr und Möbel wurden durch die Luft geworfen. Ich nahm wahr, wie alles zerbrach. Ich hörte Schritte. Schritte, die immer näher kamen.

Ein schwarz gekleideter, breit gebauter Mann betrat das Schlafzimmer. Ich machte mich ganz klein, um nicht entdeckt zu werden. Doch er fand mich. „Wieso versteckst du dich vor mir? Komm her! Ich tue dir nichts.“ Ich saß da wie angewurzelt. Er begann immer lauter zu werden. „Komm her, habe ich gesagt!“ Er packte mich an den Haaren und schlug mich gegen die Wand. Blut floss an meinen Beinen hinab. Ich wusste, dass dies das Ende meiner kleinen Prinzessin war. Sie würde niemals die Welt erblicken. Ich hatte so viele Vorstellungen gehabt. Alle wurden zerstört. Ich war innerlich tot.

Er schmiss mich aufs Bett und nahm sich, was er wollte. Ich lag regungslos da. Der Verlust meiner Kleinen und der körperliche Schmerz ließen mich verstummen. Er packte mich, warf mich draußen auf den Boden und verschwand. Ich sah weinende Menschen um mich. Das Bild wurde immer unklarer und meine Augenlider immer schwerer. Dann fielen sie zu. Für immer.

Erinnerungen…

In Erinnerung bleibt, was einen emotional berührt. Deshalb bleibt uns auch Black-July in Erinnerung. Denn jeder Eelam-Tamile ist von Black-July direkt oder indirekt betroffen. Er hat einen emotionalen Anker zu diesem bedeutsamen Monat.

Black-July war das Ereignis, welches auf Sri Lanka die meisten Tamilen zwang, ihre Heimat, ihre Familie und all ihren Besitz zu verlassen und sich in das Ungewisse zu stürzen. Viele von ihnen verloren dabei ihr Leben. Wie soll so eine starke Emotion vergessen werden?

Wir können es nicht vergessen, weil es für die Verbrecher dieser Gräueltaten niemals Konsequenzen gegeben hat. Dadurch, dass diese Tat nie geahndet worden ist, besteht stets die Gefahr, dass es zu einer Wiederholung der Ereignisse kommen kann. Somit können wir es nicht vergessen, denn dann würden wir auch den Glauben an die Gerechtigkeit verlieren.

Der polnische Journalist jüdischer Abstammung, Marian Turski, sagte passend hierzu: „Jedes Mal, wenn ein Mensch anderen Glaubens oder Ethnie beleidigt, bedroht oder verletzt wird, dann fängt Auschwitz stets von vorne an.“ Black July ist unser Auschwitz. Die gleiche Motivation, der gleiche Hass und derselbe Grund. Wir können und dürfen diese Gräueltaten, die die srilankische Regierung an den Eelam-Tamilen verübt hat, nicht vergessen. Denn 100.000 Menschen sind dabei gestorben und eine noch größere Anzahl wurde verletzt oder vertrieben.

Warum müssen Menschen getötet werden, wenn sie niemandem etwas getan haben? Warum muss das junge, kleine Mädchen brutal vergewaltigt und zu Tode gequält werden, wenn es noch nicht mal weiß, was böse ist!?

Ein ganzes Volk zu traumatisieren aus chauvinistischen Gründen, darf nicht ohne Konsequenzen bleiben! Viele Menschen sind nicht nur an den direkten Folgen gestorben, sondern ihnen wurde durch die Zerstörung der Häuser und Geschäfte die gesamte Existenzgrundlage genommen, sodass sie an dessen Folgen wie Hunger verstarben.

Kant sagte einst: „Wer im Gedächtnis seiner Lieben lebt, der ist nicht tot, der ist nur fern; tot ist nur, wer vergessen wird.“ Kant hat Recht! Wir werden immer auf die grausamen Black-July-Ereignisse von 1983 aufmerksam machen und die Verstorbenen ins Gedächtnis hervorrufen, denn wir wollen niemals unsere Schwestern und Brüder sterben lassen!

Black July ’83 Ein Einschnitt in die Geschichte der Eelam-Tamilen

Der Juli 1983 ist ein Monat, der im Gedächtnis aller Eelam-Tamilen eingebrannt ist. Besonders in derer, die auf der Insel leben oder gelebt haben. Er wurde von der srilankischen Regierung zur Machtdemonstration genutzt, um mithilfe von systematisch gezielten Gewaltanwendungen gegen das tamilische Volk vorzugehen.

Die Diskriminierung des tamilischen Volkes wurde offiziell, als die srilankische Regierung im Jahre 1948 das Bürgerrechtsgesetz Nr.18 verabschiedete, welches die Entziehung der Staatsbürgerschaft aller Tamilenmit indischen Wurzeln vorsah. Die nächste Stufe der strukturellen Diskriminierung erfolgte unter der Regierung der Freiheitspartei SLFP und der Führung von S.W.R.D Bandaranayake,als das Sinhala-Only-Gesetz erlassen wurde. Dieses bildete die Grundlage für ein Rassengesetz, wodurch die singhalesische Sprache zur einzigen offiziellen Sprache der Insel erklärt wurde. Die eelamtamilische Bevölkerung führte friedliche Proteste gegen diese Gesetze, die jedoch immer wieder gewaltsam von der Regierung niedergeschlagen wurden.

Im Jahre 1983 nahmen die Gewaltausbrüche seitens der Regierung ein neues und brutales Ausmaß an. Mehr als 3000 Tamilen wurden in Colombo und weiteren Landesteilen auf brutale Art und Weise ermordet. Über eine halbe Million Tamilen flohen daraufhin in den Norden und Osten der Insel.

In der Nacht auf den 13. Juli 1983 starben dreizehn singhalesische Soldaten in Jaffna, was eine große Welle der Gewalt gegen die Tamilen auslöste. Sechs Tage lang wurden unschuldige tamilische Zivilisten, attackiert. Die srilankische Regierung ordnete den Grund der Attacke als unkontrollierbare Rassenunruhen ein. Ein klares Zeugnis für das Versagen des Staates.

Zwischen dem 24. und 30. Juli 1983 geschahen mehrere Vorfälle, die im Konflikt der Eelam-Tamilen eine relevante Bedeutung erlangten:

       (1) Bevor in Colombo die organisierte Gewalt ausbrach, randalierte am Morgen des 24. Juli die in Jaffna stationierte Armee und tötete 51 unschuldige tamilische Zivilisten. In Trincomalee brachen ähnliche Unruhen aus, als Mitglieder der Marine wahllos auf Zivilisten schossen und tamilisches Eigentum in Brand setzten.

Am gleichen Abend war ein Staatsbegräbnis in Colombo für getötete Soldaten geplant. Tausende Menschen pilgerten zum Friedhof, wo die Särge jedoch nicht rechtzeitig ankamen. Nach mehreren Stunden Wartezeit sprach sich ein großer Teil der Menge gegen eine Beisetzung in Kanatte aus und forderte, die Särge an die jeweiligen Familien zu übergeben. Als die Menge begann, den Ort zu verlassen, erschien bei der Borella-Kreuzung eine neue Personengruppe und schrie anti-tamilische Parole. Die Gruppe wurde als Schlägertrupp der Regierung identifiziert. Als die Stimme gegen die Regierung nachließ und die anti-tamilischen Aufrufe verstärkt wurden, brach die Gewalt aus. Es folgten Brandstiftungen und Ermordungen unzähliger Tamilen.

       (2) Am frühen Morgen des 25. Juli, nachdem sich die Lage einigermaßen beruhigt hatte, setzte der Mob, angeführt von Leuten mit Wählerlisten, tamilische Häuser in Brand. Tamilische Geschäfte wurden geplündert und zerstört. Der gesamte Verkehr wurde kontrolliert und jeder aufgefundene Tamile wurde verstümmelt, erstochen oder lebendig verbrannt. Cyril Matthew, Industrieminister Sri Lankas, war Zeuge davon, wie die Geschäfte vor dem Niederbrennen gekennzeichnet wurden.

Die zahlreichen, in der ganzen Stadt im Einsatz gewesenen Polizisten standen da und schauten zu. Zeugen erinnern sich an Lastwagen voller bewaffneter Truppen, die gemächlich den Plünderern zuwinkten. Der Präsident erklärte die Ausgangssperre erst im Verlauf des späteren Nachmittags, als das Schlimmste vorüber war. Die Gewalt dauerte jedoch unvermindert an. Zehntausende obdachlose Tamilen suchten Schutz in Schulen, Tempeln und Kirchen.

Im Gefängnis Welikade sind 35 tamilische politische Gefangene, die unter dem Terrorgesetz ‚Prevention of Terrorism Act‘ auf ihre Gerichtsverhandlung warteten, unter Komplizenschaft der Gefängniswärter von singhalesischen Gefangenen mit Spikes, Knüppeln und Eisenstangen getötet worden.

Die Gewalt weitete sich auf die gesamte Insel aus und erreichte Städte wie Gampaha, Kalutara, Kandy, Matale, Nuwara Eliya und Trincomalee. Die indo-tamilische Stadt Kandapola bei Nuwara Eliya wurde komplett ausgelöscht.

(3) Am 26. Juli verhängte die GoSL eine strikte Zensur über die Berichterstattung der Medien zur anti-tamilischen Gewalt. Die Nachrichten über die mangelhafte staatliche Kontrolle in Sri Lanka verbreiteten sich weltweit, als Augenzeugen berichteten und die Bilder von zurückkehrenden Touristen das Ausmaß der Gewalt illustrierten. Sie beschrieben, wie tamilische Autofahrer lebendigen Leibes aus ihren Fahrzeugen gezerrt und in Stücke zerhackt wurden, während andere mit Benzin übergossen und angezündet wurden, wobei die Sicherheitskräfte tatenlos zuschauten. Der internationale Flughafen von Colombo wurde geschlossen.

(4) Am 27. Juli wurden nur zwei Tage nach dem Gefängnismassaker weitere 17 Gefangene im Gefängnis Welikade getötet. Die überlebenden 36 Gefangenen wurden in andere Gefängnisse gebracht. Die anti-tamilische Gewalt dauerte an und die Ausgangssperre wurde verlängert. Zeugen der Gewalt berichteten, dass verkohlte Leichen von tamilischen Opfern die Straßen von Colombo säumten; einige der Leichen waren mit Äxten verstümmelt worden.

       (5) Am 28. Juli sprach Präsident J.R. Jayewardene zum ersten Mal seit Beginn der anti-tamilischen Pogrome zur Nation und kippte Öl ins Feuer, als er sagte, dass jedermann, der für die Trennung sei, alle Bürgerrechte verlieren würde.

Er erklärte: „Nunmehr ist die Zeit gekommen, dem wünschenswerten und naturgegebenen Verlangen des singhalesischen Volkes statt zu geben und zu verhindern, dass das Land geteilt wird.“ Bürgerwehren richteten überall in den Dörfern der Insel Straßensperren ein, durchsuchten Autos und Busse nach Tamilen. Bei einem Vorfall verbrannte der singhalesische Mob 20 Tamilen in einem Minibus lebendigen Leibes vor den Augen eines in Schock geratenen europäischen Touristen.

       (6) Am 29. Juli begannen Tamilen in Colombo, Menschen auf einem Frachtschiff nach Jaffna zu evakuieren. Hunderte weitere Vertriebene warteten ungeduldig auf den nächsten Frachter, damit sie ebenfalls nach Jaffna transportiert werden konnten.

(7) Am 30. Juli ließ die Gewalt allmählich nach. In Colombo und weiteren Landesteilen kam es aufgrund der wochenlangen Gewalttaten und Ausschreitungen zu einer Nahrungsmittelknappheit.

Der Antrieb hinter den Gewalttaten von 1983 war der listige UNP-Führer J.R. Jayewardene, der 1978 die diskriminierende Verfassung in Kraft setzte. Diese verschärfte die Versklavung der Tamilen weiter. Bei den Wahlen von 1977 gewann die Tamil United Liberation Front (TULF) mit ihren Kandidaten mit dem Mandat, dass die Tamilen in einem Referendum für ein unabhängiges ‘Tamil Eelam’ zur Urne gehen.

Die Verfassung von 1978 stärkte die Rolle des Präsidenten ungemein. Eine Machtkontrolle der Exekutiven war nicht mehr möglich. Jeyewardene erklärte sich selbst zum ersten exekutiven Präsidenten. Sein höchstes Ziel war, den Ruf der Tamilen nach Freiheit mit allen Mitteln verstummen zu lassen.

1979 erließ die GoSL das berüchtigte Terrorgesetz ‚Prevention of Terrorism Act‘ (PTA) zur Bewältigung der wachsenden tamilischen Militanz. Das PTA ermächtigt die srilankischen Streitkräfte, gegen jedermann vorzugehen, der unter Verdacht steht, mögliche Verbindungen zu der tamilischen Militanz zu haben. Dies führte rasch dazu, dass tausende unschuldige Tamilen ohne jegliche Verbindung zu der tamilischen Militanz davon betroffen waren.

Jayewardene unterdrückte weiterhin die tamilische Minderheit mit Gewalt und benutzte seine Parteimitglieder dazu, Pogrome gegen sie zu organisieren, was zum Höhepunkt der tagelang andauernden Gewalt im Juli 1983, heute bekannt als ‚Schwarzer Juli‘, führte.

Die rassistische Motivation von Jayewardene lässt sich an unzähligen Belegen fest machen. Bei einem Interview mit Ian Ward vom London Daily Telegraph äußerte er in seiner letzten Amtsperiode den Slogan: „ Krieg für Krieg“. Er ergänzte seine Ausführung noch mit folgenden Worten: „Je mehr Druck auf den Norden ausgeübt wird, umso glücklicher wird das singhalesische Volk hier sein. Wirklich, wenn ich die Tamilen hungern lasse, wird das singhalesische Volk glücklich sein.”

Offiziell wurde der Schwarze Juli von der GoSL entfesselt, insbesondere durch den damaligen Präsidenten J.R. Jayewardene, „um der tamilischen Minderheit eine Lektion beizubringen“. Seine Pläne wurden von seinen Falken und chauvinistischen Ministern wie Cyril Mathew und lokalen Schlägerbanden, die der herrschenden Partei nahestanden, umgesetzt. So wurde in Sri Lanka Terrorismus erstmals gegen die Tamilen eingesetzt. Den Tamilen blieb dabei keine andere Wahl, als zu den Waffen zu greifen, um sich zu verteidigen.

Was zunächst als Selbstverteidigung begann, wandelte sich in einen konventionellen Krieg, als die GoSL zehntausende Soldaten einsetzte, um das tamilische Homeland mit hochmodernen Waffen und Militärstützpunkten auf tamilischem Boden zu besetzen. Von diesen Basen übt die GoSL weiterhin alltäglich Gewalt gegen unschuldige Menschen aus, die Entführungen, Vergewaltigungen, Plünderungen, Kontrolle über Wohngebiete für militärische Zwecke und Tötungen über sich ergehen lassen müssen.

Die Pogrome des Schwarzen Juli 1983 werden im Buch „Sri Lanka – A Mounting Tragedy of Errors“ genauestens beschrieben. Das Dokument wurde im Januar 1984 aus Sri Lanka herausgeschmuggelt und im März desselben Jahres im Namen der Internationalen Juristenkommission und ihrer britischen Sektion JUSTICE veröffentlicht. Als Autor gilt Paul Sieghart, Präsident des Ausschusses von JUSTICE. In seinem Bericht kam Sieghart zum folgenden Schluss:

“Natürlich war es nicht ein spontanes Wiederaufflammen des allgemeinen Hasses unter den Singhalesen. Es war eine Reihe vorsätzlicher Handlungen, ausgeführt in Übereinstimmung mit einem abgestimmten Plan, lange vorher konzipiert und organisiert. Wer waren jedoch die Planer? […] Kommunale Unruhen, bei denen Tamilen getötet, verstümmelt, beraubt, obdachlos werden, sind nicht länger isolierte Ereignisse; sie werden zu einer schädlichen Gewohnheit […] Gemäß dem Übereinkommen für die Verhütung und Bestrafung des Verbrechens des Völkermordes wird in der Absicht der Zerstörung begangener Mord, ganz oder teilweise begangen an einer nationalen, ethischen, ethnischen oder religiösen Gruppe als Völkermord gelten. Die Tatsachen führen klar zur Schlussfolgerung, dass die Gewalt der singhalesischen Randalierer gegen die Tamilen (im Juni/Juli/August 1983) auf Völkermord hinauslief.“

Ein ebenfalls klares Statement zu den Vorfällen gab der Tamil Eelam National Leader Hon. Velupillai Prabhakaran:

“Wir sind der Meinung, dass der Juli-Holocaust ein geplantes, gut orchestriertes Völkermords-Pogrom gegen die Tamilen war, durchgeführt von rassistischen Elementen der regierenden Partei. Ursprünglich versuchten diese rassistischen Elemente, die ganze Schuld auf die LTTE abzuschieben. Dann beschuldigten sie plötzlich die linken Parteien für die Krawalle. Tatsache ist jedoch, dass die rassistischen Führer der derzeitigen Regierung die Verantwortung für diese tragischen Verluste an Menschenleben übernehmen sollten. […] Wenn Jayewardene ein echter Buddhist wäre, müsste ich keine Pistole tragen.“

Damit wird deutlich, dass diese Unruhen nicht aus der Mitte des Volkes herausgingen, sondern ein Akt der politischen Elite war. Es war geplant und instruiert.

Es sind nicht nur die materielle Dinge, die bei dieser Aufruhr in Mitleidenschaft gezogen und zerstört wurden. Auch herrscht seit jeher ein Vertrauensbruch, in Form von Misstrauen der Tamilen sowohl gegenüber der singhalesischen Bevölkerung, als auch gegenüber der srilankischen Regierung. Denn die Regierung schürte Rassismus, welches vom Volk getragen und gezielt gegen die Tamilen ausgeübt wurde. Viele Menschen haben dadurch ihr Leben verloren; einige andere ihre gesamte Existenz. Und das nur, weil sie einer anderen Ethnie angehörten.

Nach diesen grausamen Geschehnissen, die im Juli 1983 begonnen haben, ist kein gewissenhaftes Leben in Ruhe, in Frieden und in Sicherheit für die tamilische Bevölkerung erdenklich. Diese Ereignisse und unvorhersehbare Taten der Regierung rechtfertigen daher das heutige Streben der Eelam-Tamilen um ein Land mit Selbstbestimmung. Doch warum sprechen wir heute noch von einem Ereignis, welches knapp 34 Jahre zurückliegt? Weil dieser Zustand weiterhin auf der Insel vorliegt. Es gibt immer noch diese volksfeindlichen Übergriffe und die Regierung ist noch immer chauvinistisch geprägt, sodass es den Tamilen unter diesen Zuständen verwehrt bleibt, ein angst- und sorgenfreies Leben zu leben.

Aus diesem Grund darf dieser bedeutsame Monat nicht in Vergessenheit geraten. Um an die Leidensgeschichte vieler Tamilen zu erinnern, die die ‚Black-July‘-Ereignisse von 1983 durchlebt haben, wollen wir euch jeden Tag einen Einblick in die Geschehnisse ermöglichen. Verarbeitet werden diese Zugänge auf verschiedene Art und Weisen und Perspektiven. Damit soll die Tragweite des ‚Black-July‘ verdeutlicht werden.

Black July – 25. Juli 1983

Dreiunddreißig Jahre ist es nun her, seitdem der schwarze Juli meine geliebte Heimat heimgesucht hat. Dreiunddreißig Jahre, seitdem ich meine Familie verloren habe: Meine Eltern und meine ältere Schwester. Alle von singhalesichen Soldaten kaltblütig ermordet. Mein kleiner Bruder und ich blieben allein zurück.

Seit dreiunddreißig Jahren lebe ich nun im Ausland, wie hunderttausende Tamilen, die nach den Ereignissen des schwarzen Julis aus ihrer Heimat geflohen sind.

Die Nacht zum 25. Juli 1983 habe ich noch heute klar vor Augen. Die grausame Nacht verfolgt mich bis heute in meinen Alpträumen. Bis zu diesem Tag führten wir ein sorgenfreies Leben. „Sorgenfrei“, wie man es unter bestimmten Umständen nennen konnte. Es gab immer wieder mal Unruhen und Gewaltakte gegen uns Tamilen, aber der 25. Juli veränderte mein Leben auf einem Schlag:

Zu jenem Zeitpunkt war ich 14 Jahre alt. Ich hatte grad eine Prüfung hinter mir und war auf dem Weg nach Hause. Unterwegs fiel mir bereits auf, dass sich überall Menschenmassen gesammelt hatten und viele singhalesische Soldaten mit Äxten, Knüppel und Gewehren bewaffnet waren. Mich beschlich ein ungutes Gefühl, ich wollte einfach nur nach Hause zu meiner Familie. Meine Eltern erwarteten mich bereits zu Hause und schlossen mich mit großer Erleichterung in ihre Arme als sie mich sahen. Sie berichteten mir, dass im Laufe des Tages viele tamilische Geschäfte überfallen und geplündert wurden. Zahlreiche Tamilen wurden angegriffen und viele tamilische Häuser in Brand gesteckt. Wir waren der drohenden Gefahr noch nicht ganz bewusst, denn wir dachten, wir wären zu Hause sicherer als draußen, wo so viele Soldaten rumliefen.

Nachts gegen 2 Uhr hämmerte es dann an der Tür. Wir trauten uns nicht aufzumachen. Mein Vater befahl uns, uns zu verstecken. Ich riss meinen damals dreijährigen Bruder aus dem Schlaf und wir versteckten uns alle in einem Zimmer. Es klopfte immer noch wie wild an der Tür. Schließlich wurde die Tür eingetreten. Nackte Panik stieg in mir hoch, als sich die Schritte unserem Zimmer näherten. Gleich waren sie bei uns. Mein Vater schrie uns zu, wir sollen weglaufen. Meinen kleinen Bruder im Arm lief ich zum Hinterausgang. Ich hörte mehrere Schüsse, traute mich jedoch nicht mich umzudrehen. Ich weiß nur, dass ich aus dem Haus lief und irgendwann merkte, dass niemand hinter mir war. Auch nicht meine Eltern. Oder meine Schwester. Ich wollte zurück zu unserem Haus. Doch irgendetwas hielt mich zurück. Ich wusste, dass nichts mehr so sein würde wie früher.

Ich sah, wie eine Gruppe von Schlägern einen Bus anhielten, in dem überwiegend Tamilen saßen. Sie vergewisserten sich, dass die Türen verschlossen waren und übergossen den Bus mit Benzin. Ich erstarrte. War unfähig mich zu rühren. Ich konnte nur reglos zusehen wie sie all diese unschuldigen Menschen im Bus bei lebendigem Leib verbrannten. Überall erbot sich ein Bild der Zerstörung. Egal wo ich hinsah, ragten die tiefschwarzen Rauchwolken über den tamilischen Häusern bis weit in den Himmel. Überall lagen zerfetzte Leichen. Verzweifelte Hilfeschreie und unzählige Verletzte in Blutlachen prägten das Bild der Zerstörung. Sowas wie Menschlichkeit oder Menschenwürde gab es dort nicht, und gibt es auch heute noch nicht. Ich wusste, dass wir dort niemals sicher sein werden.

Wie viele andere, haben wir in einem Tempel Zuflucht gesucht. Am nächsten Morgen als sich die Lage etwas beruhigt hatte, wollte ich zurück zu meinem Elternhaus. Mein letzter Funken Hoffnung starb, als ich zu der Stelle ging, wo unser Haus mal stand: Außer Schutt und Asche war nichts mehr davon übrig. Um unseren Brunnen herum hatte sich eine Menschenmenge versammelt. Mein Herz setzte aus. Ich wollte es nicht sehen, doch meine Füße trugen mich dahin. Mit aufgerissenen Augen blickte der leblose Körper meiner Mutter zu mir herauf. Ihr einst so offenes, schönes Gesicht war entstellt und mit unzähligen Blutergüssen übersät. Neben ihr lagen die Leichen meiner Schwester und meines Vaters. Alle achtlos zusammengeworfen, als wäre es Müll. Ich brach zusammen und weinte hemmungslos. In diesem Moment brach meine Welt zusammen, ich wusste nichts mehr mit mir anzufangen. Sie hatten mir meine Familie weggenommen. Der einzige Wert in meinem Leben.

Tränenüberströmt lief ich ziellos durch die Gegend. Ich konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen. Mein Herz schmerzte bei dem Gedanken an meinen kleinen Bruder. Er war noch ein Kind. In wusste nicht, wie ich ihm das erklären sollte, was sie unserer Familie angetan haben. Ich war nun allein mit ihm. Wir hatten nur uns. Hätte ich besser auf meine Familie aufpassen sollen? Oder hätte ich sie gar retten können? Diese unbeantworteten Fragen werden mich mein Leben lang quälen. Ich habe oft daran gedacht, mir das Leben zu nehmen. Mein kleiner Bruder war der einzige Grund, warum ich blieb. Denn ich war die einzige Familie die er noch hatte.

24.07.1983 – Tagebucheintrag

Als wir von den Unruhen in den Straßen Colombos hörten, zögerten wir keine Sekunde und machten uns auf dem Weg zu unseren Verwandten im Norden. Mein Vater verriegelte seinen Fahrradladen so sicher wie möglich, in der Hoffnung, dass dieser nicht wie viele andere von Tamilen betriebenen Geschäfte, niedergebrannt wird. Für unser Geschäft haben wir vieles riskiert und Unmengen an harter Arbeit reingesteckt. Zweifellos wird mit den Einnahmen eine vierköpfige Familie ernährt.

Wir brachen am Morgen des 24. Juli 1983 vom Fort Railway Station auf. Wir nahmen den Zug Richtung Jaffna. Der Zug war voller als üblich, stickig und eng. Doch ich hätte nie gedacht, dass dieser Tag zu meinem schlimmsten Tag im Leben werden würde.

Die Zugfahrt nach Jaffna hätte normalerweise etwa vier bis fünf Stunden gedauert. Doch bereits nach einer Stunde Fahrt, musste der Zug wegen einer angeblichen Kontrolle angehalten werden. Die Angst stieg von Minute zu Minute. Wir wussten nicht, ob wir jemals lebend ankommen würden. Plötzlich hörten wir Schreie aus dem vorderen Wagon. Keiner wusste warum. Alle Türe und Notausgänge waren versperrt. Im nächsten Augenblick sahen wir aus unserem Fenster, wie Fahrgäste teilweise mit Kindern von einem singhalesischen Mob herausgezerrt wurden. Panik brach auf und alle verloren ihre Beherrschung. Meine kleine Schwester und meine Mutter weinten und zitterten überall am Körper. Mein Vater schrie um Hilfe. Ich saß nur regungslos da und spürte wie schnell mein Herz pochte, als würde es jeden Moment explodieren. Es gab keinen Ausweg.

Unsere Eltern forderten uns auf, uns unter den Sitzen zu verstecken. Wir mussten ihnen versprechen, dass egal was mit ihnen passiere, wir uns nicht zeigen durften. Ich betete, dass es nicht dazu kommen darf. Meine Gebete wurden jedoch nicht erhört. Es ging alles schnell. Meine Schwester und ich sahen vom Gepäckabteil aus, hinter dem wir uns versteckten, wie sie unsere geliebten Eltern herauszerrten. Ihre Schreie sind in meinem Kopf eingebrannt. Irgendwann wurde es ruhiger und der Zug fuhr weiter. 12 unschuldige Menschen wurden an jenem Tag getötet. Menschen, die in ihrem eigenen Land flüchten mussten. Darunter unsere Eltern, die uns als Weisenkinder zurücklassen mussten.

Der Schwarze Juli – 1983 Der Monat, der nie vergessen wird!

Der schwarze Juli ist nicht nur ein historisches Ereignis. Er ist vielmehr ein symbolischer Akt der singhalesischen Herrschaft.”


In diesem bisher dunkelsten Monat in der langen tamilischen Geschichte wurden die Herzen und Seelen der Tamilen zutiefst verletzt. Es ist der Monat der Vernichtung. Der Monat, an dem dutzende Tamilen an ihre letzten Hoffnungen zweifelten. Der Monat der Trauer und des wachsenden Zorns. Der Monat, an dem dutzende Tamilen ihre Seele herausschrien. Der Monat der niemals vergessen werden kann.

Heute ist der Schwarze Juli für die sowohl in Sri Lanka, als auch in der ganzen Welt verstreut lebenden Tamilen. Ein Monat des In-Sich-Gehens und Erinnerns. Es wird an den Tod von 3000 Tamilen – Opfer des 1983 von der sri-lankischen Regierung organisierten, geplanten und durchgeführten völkermörderischen Pogroms – erinnert.

Der schwarze Juli steht für die schrecklichen Ausschreitungen gegen die tamilische Bevölkerung. In der Woche vom 23. Juli bis zum 30. Juli sind damals singhalesische Zivilisten, Streitkräfte und Polizisten durch vorwiegend von Tamilen bewohnten Gebiete gezogen und haben schätzungsweise 3000 unschuldige tamilische Zivilisten getötet. Mehrere zehntausende wurden verletzt, gefoltert oder mussten ihre geliebten Familienmitglieder dem rassistischen Hass der Singhalesen preisgeben. Tamilische Geschäfte wurden geplündert und Wohnungen zerstört. Innerhalb von drei Tagen wurden hunderttausende Menschen obdachlos gemacht. Die singhalesischen Mobs ermordeten tamilische Menschen auf offener Straße, während die Polizei und die Streitkräfte tatenlos zusahen. Schnell wurde klar, dass führende Kräfte der Regierung in die Einführung und Verbreitung der entfesselten singhalesischen Massen und in die Organisierung des Massakers involviert waren.

Dieser Monat stellt die grauenhafte Ausschreitung gegen die tamilische Bevölkerung dar, die von der sri-lankischen Regierung schamlos ausgeführt worden ist. Dieser Monat gilt für uns Tamilen als “Monat des Gedenkens” für all die Opfer des schwarzen Juli 1983. Der schwarze Juli zeigt, dass wir in unserem eigenen Land gefangen sind, dort nicht sicher sind und eine eigene Souveränität zwingend notwendig ist. Der schwarze Juli steht für den Kampf der Tamilen für das Recht für Selbstbestimmung.

Tamilen unterdrückt in ihrem eigenen Heimatsland Sinhala Bürger und Militär arbeiten Hand in Hand

Schwarzer Juli neunzehnhundert-drei-und-achtzig

Ein Jahr in tamilischer Historie, welches ist äußerst wichtig

Tamilen in Sri Lanka werden ermordet – brutal und hinterlistig

Die Rechte der Tamilen – erklärt als nichtig.


Tamilen unterdrückt in ihrem eigenen Heimatsland

Sinhala Bürger und Militär arbeiten Hand in Hand

Es färbt sich alles blutig- sogar Stein und Sand

Doch die Außenwelt schaut zu und steht am Rand.


Die Szenarien gleichen denen vom Kriegsboden

Tamilen – im eigenen Land verboten

Tamilische Frauen nur als Objekt der Begierde genannt,

wurden gedemütigt, misshandelt und sogar lebendig verbrannt.


Wie auch sehr gut zusehen auf jenem Bild

Gibt nicht mal die eigene Wohnung Schutz und Schild

Von Tag zu Tag immer schlechter der Tamilen-Zustand

Mord und Totschlag im Alltag mit festen Bestand.


Heute noch werden die Misshandlungen fortgeführt

Den Hass und den Rassismus in Sri Lanka gespürt

Die Welt schaut zu, ohne sich zu scheren

Tamilen aller Welt – erhebt eure Stimme zum wehren!


 

 

 

 

 

Was wäre passiert…

„Es passierte alles sehr schnell. Ich erinnere mich, dass mein Vater sich im Garten befand, als die Schlägertypen mit Waffen hineinstürmten. Meine kleine Schwester war in unmittelbarer Nähe. Während ich durch das Fenster schaute, sah ich einen Mann, der zu meinem Vater rannte und ihn auf singhalesisch beleidigte. Er brüllte, dass die dreckigen Tamilen Colombo verlassen sollten. Er engte meinen Vater ein und war bereit ihn zu töten, aber meine Schwester rannte dazwischen. Sie weinte und schrie auf singhalesisch, er sei ihr Vater. In diesen Moment hörte mein Herz auf zu schlagen. Der Mann war geschockt über die Handlung meiner Schwester und ließ seine Pistole langsam herab. Er fluchte und forderte die anderen auf, wieder zu verschwinden. Nach diesen Worten schnappte sich mein Vater meine Schwester und rannte weg. Ich will mir nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn meine kleine Schwester unseren Vater nicht beschützt hätte…“

Original Zeugenaussage:

http://www.blackjuly83.com/Survivors26.htm

During 1983 riots, my family was living in Colombo. I was the eldest of four children. My father was a lecturer at the Medical College. We were targeted in the 1977 riots however it was not to this extent. I heard my father say many times that Tamils had been facing racially motivated problems as far back as Independence. With Black July, we truly felt scared to be Tamil.

It all happened quite quickly. I remember that my father was in the backyard when the thugs were storming through the lanes with weapons on hand. My little sister was nearby. As I looked out the window, a man ran up to him and began swearing in Sinhala. He was yelling that the dirty Tamils should leave Colombo. He cornered my father and was ready to kill him when my sister ran in front. She cried that he was her father in Sinhala. My heart stopped beating at that moment. He was shocked by my sister’s action and slowly put down his machete. He finally cursed and told them to get lost. With that word, my father grabbed my sister and ran. I cannot imagine what I would have happened if my sister did not try to protect him.

 

 

Das Leid !

Da kam ich einst, von ganz weit her,
gereist war ich, über Land und Meer.
Die Ankunft jedoch war ganz schön mies,
sollte das Ziel nicht sein das Paradies?

Aber was ich dort sah,
ließ werden mich starr.
Bilder voller Leid und Schrecken,
Leichen sind des Bodens Decken.

Ausgeübt wurden zahlreiche Morde,
von der rassistisch geprägten Regierungshorde.
Als Tamile wurde man grundlos erschossen.
Es kümmerte keinen, ob Blutbäder flossen.

Gesetzt wurde alles Tamilische in Brand,
singhalesisch sollte werden, das ganze Land.
Alles lag plötzlich in Schutt und Asche,­­
doch auffliegen lassen, wollte niemand die Masche.

Leiden mussten Frauen an sexuellen Missbrauch,
zusätzlich tragen die größte Bestrafung im Bauch.
Es gab auch kein Halt vor kleinen Mädchen,
auch sie waren Opfer von großen Schädchen.

Die internationale Gemeinschaft sprach immer ganz viel,
vergaß dabei doch ihr ganz großes Ziel.
Sie weiß schon ganz klar, es ist Völkermord,
nur aussprechen nicht, das grausame Wort.

Die Hoffnung war hier, oftmals nur klein.
Das Spiel der Regierung, mehr als gemein.
Angst- und Hilfeschreie ertönten überall,
setzt doch ein Ende dem ganzen Krawall.