Falsche Versprechungen – #MakeItVisible

Drei Jahre nach dem Wahlsieg der „Einheitsregierung“ mit Maithripala Sirisena und Ranil Wickremesinghe muss das Scheitern der Regierung in bedeutsamen Schlüsselfragen wie Rechenschaft, Gerechtigkeit und dauerhaftem Frieden hinterfragt werden. Trotz der vielen internationalen Lobeshymnen ist es dem Regime leider nicht gelungen, seine Verpflichtungen gegenüber dem tamilischen Volk nachzukommen. Die Protestwelle in dem dritten Regierungsjahr des „Good-governance“ Regimes zeigt die zunehmende Frustration unter den Tamilen über die mangelnden Fortschritte bei Themen wie Entmilitarisierung, Landfreigabe, Aufhebung des Antiterrorismusgesetzes und Freilassung oder Anklage politisch Gefangener.

Der Schlüssel zur internationalen Unterstützung für die Sirisena-Wickremesinghe Allianz war das Versprechen Sri Lankas, die 2015 vom UNO-Menschenrechtsrat verabschiedete Resolution umzusetzen, in der die Untersuchung der Massenverbrechen am Ende des bewaffneten Konflikts in 2009 gefordert wird. Doch drei Jahre später hat die Regierung immer noch keinen konkreten Umsetzungsplan vorgelegt. Statt ein ehrliches Gespräch mit dem singhalesischen Volk im Süden über die Notwendigkeit der Rechenschaftspflicht zu führen, versicherte das Regime ihren singhalesischen Wählern, dass kein sri-lankischer Soldat einem Kriegsverbrechertribunal gegenüberstehen werde.

In der Tat wird die Verbreitung von Straffreiheit sowie der Mangel an politischem Willen auf der Insel deutlich, die fortlaufenden Folter und Vergewaltigungen von Tamilen durch Sicherheitskräfte, wie jüngst im Jahre 2017, aufzuklären. Mehrere internationale Menschenrechtsexperten wie der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Sonderberichterstatter und internationale Nichtregierungsorganisationen haben ernste Besorgnis über die jüngsten Ereignisse sowie über Sri Lankas mangelnde Bereitschaft, die Verbrechen der Vergangenheit zu untersuchen, geäußert. Der UN-Menschenrechtsbeauftragte hat sogar die Ausführung einer unabhängigen Rechtsprechung gefordert, um den fehlenden glaubwürdigen Maßnahmen in Sri Lanka entgegenzuwirken.

Für die Opfer ist es verheerend, trotz der erfolglosen Versuche der innerstaatlichen Gerichte, Gerechtigkeit zu erlangen, weiterhin an diese Regierung zu glauben. Die Familien der Verschwundenen berichten weiterhin über die Tage, an denen sie am Straßenrand protestieren, aber bisher ohne Erfolg geblieben sind. Diese Familien haben unmissverständlich erklärt, dass sie nicht erwarten, dass das Amt für Vermisste die Antworten liefert, nach denen sie suchen.

Drei Jahre später kann die Einheitsregierung die mangelnden Fortschritte in den Bereichen Übergangsjustiz und Rechenschaftspflicht sowie dringende Reformen einschließlich Entmilitarisierung, Landfreigabe und Aufhebung der PTA sowie ihre Forderung nach mehr Zeit und mehr Sachkenntnis nicht länger als haltbar bezeichnen. Diese Regierung – eine Koalition der beiden wichtigsten Parteien Sri Lankas – hätte mit der Unterstützung der wichtigsten tamilischen Partei und der

internationalen Gemeinschaft keine günstigere Position einnehmen können. Doch im Einklang mit ihren Vorgängern entschied die Einheitsregierung, die schwierigen Schritte zur Konfrontation mit den staatlichen Strukturen nicht anzugehen und stattdessen dem singhalesischen Mehrheitsgedanken zu folgen. Auch im vierten Jahr der Regierung wird der gegenwärtige Ansatz der internationalen Gemeinschaft, die bedingungslose Unterstützung, keinen Wandel bewirken. Der sri-lankische Staat hat sich die letzten drei Jahre als unfähig erwiesen, den Tamilen Gerechtigkeit oder politische Macht zu liefern. Nur durch internationalen Druck und kritischer Auseinandersetzung würde ein bedeutender Fortschritt sichtbar werden.

 

Quelle: http://tamilguardian.com/content/false-promises

„Sri-lankische Armee beging Völkermord“ – so ein ehemaliger UN-Mitarbeiter

Der ehemalige UN-Mitarbeiter Benjamin Dix bezeichnete in einem Interview mit der PTI in Indien die Verbrechen der sri-lankischen Armee gegen das tamilische Volk als Völkermord. „Es ist durchaus gerecht zu sagen, dass die sri-lankische Armee einen Völkermord beging. Die Gräueltaten in Sri Lanka waren definitiv ethnische Säuberungen“ so der ehemalige UN-Mitarbeiter Benjamin Dix, der von 2004 bis 2008 als Kommunikationsmanager der UN in Vanni arbeitete.

„Die sri-lankische Armee beschreibt ihre Taten gegen die Tamilen nicht als Gräueltaten. Im Gegenteil sie propagieren mit der Befreiung der Tamilen von der tamilischen Bewegung. Es war keine Befreiung, sondern die Zerstörung der tamilischen Gemeinschaft. Die Grausamkeiten werden durch das Auslöschen der tamilischen Geschichte, der Änderung der Namen und auch durch Militär-betriebenen Tourismus und Hotels im Norden fortgesetzt. Die Gefühlslage im Norden wirkt weiterhin wie eine des Triumphs gegen die Tamilen. […] Es gibt einen enormen Versuch, die tamilische Demographie im Norden Sri Lankas zu verändern, jedoch ist die Lage heute ein wenig entspannter im Vergleich zu dem, was in der Vergangenheit passierte. […] Die Verbrechen in Sri Lanka waren für beide Seiten erschreckend. Die srilankische Armee ist schuldig für etliche Kriegsverbrechen, aber auch die tamilisch Führung schien im letzten Jahrzehnt des Bürgerkriegs nicht ohne Fehler gewesen zu sein.“

Quelle: http://tamilguardian.com/content/very-fair-say-sri-lankan-army-committed-genocide-former-un-staffer

Sri-lankische Polizisten zwingen tamilische Journalisten Beweise der ‚Singhalesierung in Mullaitheevu‘ zu vernichten

Acht tamilische Journalisten (K. Selvakumar, S. Baskaran, T. Pradeepan, T. Vinojith, V. Kajeepan, S. Nitharshan, K. Hamsan, K. Sabes) waren am Samstag auf dem Weg von Jaffna nach Thannimurippu, im Süden von Mullaitheevu. schlimmen Schikanen ausgesetzt. Die Betroffenen hatten das Ziel, Beweise für die beschleunigte Singhalesierung durch die Militarisierung der sri-lankischen Besatzungsmacht zu sammeln. Insbesondere tamilische Bauer und Fischer werden aus diesem Ort vertrieben, um ihnen den Zugang zum See zu verweigern. Hingegen nutzen singhalesische Ansiedler aus Manalaaru (Weli-Oya) den See zum Fischen, welcher ein wichtiges Wasserreservoir der tamilischen Farmer für die Bewässerung der Reisfelder ist. Trotz des Einwands durch die Verwaltungsangestellten des Divisional und District Sekretariats, sind singhalesische Eindringlinge in der illegalen Fischerei am See tätig. Das singhalesische Militär unterstützte die Ansiedler und vertrieb Tamilen für mehrere Monate.

Die Journalisten, welche das Ausmaß der Singhalesierung und Militarisierung dokumentierten, wurden von Soldaten der sri-lankischen Armee aufgehalten, die einen höherrangigen Beamten vom naheliegenden Militärlager dazuholten. Die Polizeibeamten, welche aus Mullaitheevu kamen, waren zivil gekleidet und ergriffen Partei zugunsten des sri-lankischen Militärs. Die sri-lankische Armee behauptete, sie müsse im Anliegen der „nationalen Sicherheit“ das Equipment der tamilischen Journalisten untersuchen und versuchte, die Kameras der Journalisten zu beschlagnahmen. Während die Journalisten die Aushändigung ihres Equipments verweigerten, löschten singhalesische Polizisten die Beweisbilder und -videos von der Kamera.

Nach dem Vorfall am Samstag begann der sri-lankische Abwehrdienst, auch örtliche Journalisten in Mullaitheevu zu belästigen, welche mit den acht Journalisten in Kontakt standen.

In Colombo wird behauptet, die Redefreiheit sei auf der Insel wiederhergestellt. Was die tamilischen Journalisten jedoch betrifft, hat sich die Lage seit dem Krieg nicht geändert, so ein Journalist.

Colombo verweigert Befreiung dreier politischer Gefangenen

Drei Tamilen aus Mullaiththeevu wurden im Mai 2007 aufgrund verdächtiger Bewegung in den internationalen Gewässern in den Malediven von den Behörden festgenommen. Ein maledivisches Gericht verurteilte die Männer zu 15 Jahre Haft. Die Gefangenen wurden mit den erforderlichen Unterlagen und dem Urteil an Colombo ausgeliefert, um die restlichen Bedingungen zu erfüllen. Die Gefangenen haben ihre Haftzeit im Mai beendet, zumal ein Gefängnisjahr bei fortlaufender Haftzeit aus 8 Monaten und 10 Tagen besteht. Dennoch weigert sich der sri-lankische Staat, sie frei zulassen, berichtet der TNA Parlamentarier Charles Nirmalanathan.

Der tamilische Parlamentarier aus Mannar erzählt, die Familien der drei Gefangenen Männer

hätten die Angelegenheit mit dem vorherigen sri-lankischen Justizminister Wijeyadasa Rajapakshe aufgeriffen und dieser habe versprochen, ihre Bitte an die Generalstaatsanwaltschaft und der sri-lankischen Gefaengnisbehoerde weiterzuleiten.

Weiterhin weigern sich die sri-lankischen Behörden, die Gefangenen freizulassen. Nun wären nähere Angaben der Fälle noch immer bei den Behörden in den Malediven und die Unterlagen seien durch die Anfrage des sri-lankischen Außenministeriums übersetzt worden.

Die Familien wurden zuvor über die Übergabe der Gefangenen mit allen erforderlichen Unterlagen an die sri-lankischen Behoerden informiert. Die Behörden in Sri Lanka gewinnen mit einem verdeckten Motiv Zeit, die Verhafteten weiterhin im Gefängnis zu behalten, erklärt Charles Nirmalanathan.

UN-Menschenrechts-Leiter berichtet über neue Vergewaltigungen und Folter in Sri Lanka

Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Zaid Ra’ad Al Hussein, hob die Notwendigkeit einer genauen Untersuchung der UN-Berichte über Vergewaltigungen und Folter der tamilischen Männer durch sri-lankischen Sicherheitsdienste hervor.

Zu dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der Associated Press über die Vergewaltigungen und Folter zwischen 2016 und Juli 2017 berichtet Zaid: „Die UN kann dies nicht bestätigen, bis wir eine Untersuchung eingeleitet haben. Die Berichte offenbaren Entsetzliches und eine gründliche Überpruefung unsererseits ist notwendig, besonders wenn sie 2016 bzw. 2017 vorgefallen sind.“

Der Kabelnachrichtendienst, bezogen auf Interviews mit 20 tamilischen Männern und eine Revision von 32 medizinischen und psychologischen Berichten, bemerkte die Entsetzung des UN-Menschenrechts-Leiters über die Berichte der 52 gefolterten Männer.

Die Berichte über die fortlaufenden Vergewaltigungen und Folter durch Sicherheitskräfte kommen aus der Regierungszeit von Maithiripala Sirisena und Ranil Wickresmesinghe, die vergeblich versuchten, das Image des Landes durch UN-Berichte zu retten. Die Regierung leugnet die aktuellen Folter und Vergewaltigungen. Sie erklärt, dass sie jegliche Art von Folter verurteilt.

Das Militär lehnt die Berichte als Fälschung ab. Der Militaerskommandant Lt. Gen Mahesh Senanayake erklärte: „Es gibt Menschen, die zurückkommen und Geschichten erfinden, besonders die Menschen aus Europa. Ich bin mir sicher, dass das Militär und auch die Polizei an den Geschehnissen nicht beteiligt sind. Es gibt für uns keinen Grund, es jetzt zu tun.“

Herr Zeid beschreibt die Fortschritte der Regierung im März als „beunruhigend langsam“. Er forderte die Mitgliedstaaten auf, unter allgemeiner Zuständigkei die Veratwortlichen für Folter, Kriegverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu untersuchen und zu bestrafen.

Angesichts der zunehmenden Frustration unter den Opfern müssen vertrauensbildende Maßnahmen getroffen werden. Derweil müssen Bemühungen gemacht werden, die Prävention des Terrorismus aufzuheben und sie mit Rechten, die den internationalen Menschenrechtsnormen entsprechen, zu ersetzen.

„Insbesondere bin ich über den Mangel an Fortschritten in den zahlreichen symbolischen Fällen beunruhigt. Der Grund für die bestehenden Misserfolge ist die Furcht und Verzögerung, Maßnahmen gegen Mitglieder der Sicherheitskräfte zu ergreifen.“ Der Mangel an Vertrauen des Rechtssystems bezüglich der vergangenen Verstöße verstärkt den Widerwillen und die Unfähigkeit der Behörden. Die Regierung hat weiterhin versagt. Fortschritte in der Rechenschaftspflicht zu machen. Ebenso wie bei den umfangreicheren Aspekten wie die Aufhebung des Gesetzes zur Vehinderung des Terrorismus (PTA), das Freilassen von Land und das Beenden von Landenteignung durch das srilankische Militär.

Steigende Frustration unter den Opfern 

Die Misserfolge zu bewältigen, hat wiederholt Fragen über die Verpflichtungen und Versprechen der Regierung aufgeworfen. Letzten Monat wiederholte der UN Sonderberichtserstatter Pablo de Greiff sein Bedenken über die verzögernde Umsetzung der Rechtsmaßnahmen. Dies steigert vielerseits Fragen über die Ermittlung der Regierung, ein umfangreiches Rechtsprogramm durchzuführen. Im März übernahm die UNHRC eine gemeinsam unterstütze Resolution zur Foerderung der Schlichtung, Verantwortung und Menschenrechte in Sri Lanka. Sie verleiht dem Land weitere zwei Jahre bis 2019, um die Handlungen, die in der Resolution 30/1 im Oktober 2015 eingeführt worden sind, umzusetzen.

Der Mangel an Forttschritten bei der Rechenschaftspflicht heizt die wachsende Frustration unter den Tamilen, deren Stimme ausschlaggebend war, die Regierung der nationalen Einheit 2015 an die

Macht zu bringen.

In den letzten Monaten gab es regelmäßige Proteste von Tamilen im gesamten Nordosten, einschließlich der Familien der Verschwundenen und Studenten der Universität in Jaffna.

Sie forderten die Freilassung von politisch Gefangenen sowie der Landteile, die vom Militär besetzt waren. Die Unruhe zwischen den Tamilen, insbesondere im Vorfeld des Gedenktages für die Freiheitskämpfer am 27. November führte zu verstärktem Einsatz von Sicherheiskräften, vor allem bewaffneter Sondereinsatzkräfte in tamilischen Gebieten.

Die Untätigkeit der staatlichen Einheitsregierung und die aktuellen Berichte über Vergewaltigungen und Folter wurde von den Tamilen mit Entsetzen aufgenommen. Sie fordern erneuert die international geführten Ermittlungs- und Verfolgungsprozesse der Massengräueltaten gegen die Tamilen.

Tamilische Demonstranten konfrontieren Maithiripala Sirisena in Jaffna

Der srilankische Präsident Maithiripala Sirisena besuchte die sogenannten „Black Flag“- Proteste in der Hochschule in Jaffna. Die Proteste wurden von tamilischen Aktivisten und Politikern durchgeführt.

Der Präsident versuchte durch seine Bemühungen pressewirksam einen guten Eindruck zu hinterlassen. Er wollte seine „Unterstützung“ für die tamilischen Demonstranten kundtun. Noch vor den Demonstrationen gab er eine Stellungnahme ab, dass in Kürze ein internes Treffen mit der Regierung angesetzt sei, in der über die Forderungen der hungernden tamilischen Gefangenen entschieden wird. Doch die Demonstranten zeigen sich nicht einverstanden und wollten nicht vertröstet werden. Sie fordern eine sofortige Entscheidung, zumal der Präsident, als Führer des Landes alle Kompetenzen besitzt, die zu Unrecht festgehaltenen Gefangenen zu entlassen Die Demonstranten verdeutlichten ihre Position und kündigten an, den Protest weiter zu intensivieren, wenn der Präsident nicht in Kürze handeln sollte. Die Gesundheit der Demonstranten befindet sich am 20. Tag der „fast – to – death“- Kampagne in einem kritischen Zustand.

Nach dem Zusammentreffen mit den Demonstranten nutze der srilankische Präsident die Gunst der Stunde und erwähnte bei der Rede, er sei extra aus seinem Wagen ausgestiegen und sei auf die Demonstranten zugegangen um mit ihnen über ihre Belange zu sprechen. Jedoch würden sie das Gespräch verweigern.

Währenddessen kamen die 20 Organisationen, die am Freitag den Protest erfolgreich organisierten und unterstützten, zusammen. Sie tauschten sich über die kritische Gesundheitslage der Demonstranten aus und planten den weiteren Verlauf des Protestes.

Der TNPF Vorsitzende Gajendrakumar Ponnambalam kritisierte, dass die Demonstranten durch das ungewöhnliche Engagement des srilankischen Präsidenten wohlmöglich in eine Falle gelockt werden. Suresh Premachandran äußerte auch, die srilankische Regierung verhalte sich rassistisch und der srilankische Präsident habe lediglich gesagt, er würde die Probleme ausdiskutieren ohne konkrete Angaben zu liefern.

Am Freitag bemühte sich der srilankische Gouverneur Cooray gegenüber der UN-Sonderberichterstattung um einen guten Eindruck. Er wollte seine Kooperationsbereitschaft mit den tamilischen Demonstranten beweisen

Der Vorsitzende der ITAK R. Sampanthan, der den srilankischen Präsidenten begleiten sollte, hielt sich am Freitag während der landesweiten Sperrung und des Protests, nach Kritik an seiner Person, im Sekretariat des srilankischen Gouverneurs Reginald Cooray auf.

Ein Soldat für jeden zweiten Zivilisten in Mullaitivu

Mindestens ein sri-lankischer Soldat auf zwei Zivilisten gibt es für die Bevölkerung in Mullaitivu, laut einem neuen Bericht des Adayaalam Zentrum fuer Strategie und Forschung (ACPR) und der Menschen für Gleichberechtigung und Befreiung (PEARL). Ein detaillierter Bericht über die starke Militarisierung im noerdlichen Ortsteil.

Der Bericht „Normalisieren des Ungewöhlichen: Die Militarisierung von Mullaitivu“ wird in einer interaktiven Online-Karte dargestellt. Der Umfang der Militarisierung im Ortsteil wird durch die Dokumentierung der militärischen Strukturen und bhuddistischen Viharas verdeutlicht. Es stellt klar, dass sich unter den 130.322 Zivilisten über 60.000 Militärsleute befinden.

Laut einer Pressemitteilung weisen die Zahlen darauf hin, dass derzeit 25 % der sri-lankischen Armee einen Ortsteil mit nur 0,6% der Bevölkerung besetzen.

Tamilische und muslimische Bauern in Muthur angegriffen

Drei tamilische und muslimische Bauern in Kankuveli-Padukadu, Muthur, mussten ins Krankenhaus eingewiesen werden, als sie von singalesischen Arbeitern, welche zur Bürgerwehr vom Dorf Neelapola gehören, attackiert wurden.

Der 34-jährige Tharmalingam Sivakumar, der 51-jährige Muhammad Jihad und 38 Jahre alte Muhammad Rishad erlitten massive Verletzungen. Diese müssen nun behandelt werden. Sie wurden auf dem Weg zu ihrer Arbeit auf dem Ackerland attackiert. Zuvor hatte die singhalesische Bürgerwehr das Land nach Ende des Krieges beschlagnahmt gehabt.

Ortsansässige sagen, dass Angriffe gegen tamilische und muslimische landwirtschaftliche Gemeinden sowie Angriffe auf ein Shiva Tempel stattgefunden haben.

Nach einem andauernden Protest der Ortsansässigen und einer Untersuchung der Regierungsvertreter wurden die Grundstücke Tamilen und Muslimen zugesprochen.

Herrn Jihad zufolge ist Herr Sivakumar, welcher sich momentan auf der Intensivstation mit den schlimmen Verletzungen befindet, der Anführer der landwirtschaftlichen Gemeinde.

Bewohner fordern ihre Landflächen zurück

125 Familien aus dem Muthur-Ost-Gebiet in Trincomalee fordern von der sri-lankischen Armee die Rückgabe ihrer enteigneten Landflächen. Die Bewohner, welche 2006 durch jene Armee von ihren Grundstücken samt Häuser und Ackerflächen vertrieben wurden, bringen ihre steigende Verärgerung zum Ausdruck.

Trotz der vielfältigen Möglichkeiten, auf dem Land Wohnungs- und Ackerbau zu betreiben, sind die Flächen Pattalipurams nicht an die Besitzer zurückgegeben worden. Stattdessen wurde dort während des Krieges ein Armee-Lager aufgebaut, welches auch weiterhin, viele Jahre nach Kriegsende, genutzt ist.

Die Familien verlangen die Rückgabe ihres circa ein Hektar großen Landes, damit sie ihr altes Zuhause wieder besiedeln und dort eine neue Lebensgrundlage schaffen können.

STF löst große Unruhen in Vadamaraadchi aus

Am Sonntag ist in Jaffna ein tamilischer Tagelohnarbeiter von zwei Polizisten getötet worden, nachdem dieser illegal abgebauten Sand im Auto transportierte. Singhalesischen Polizisten, die das Opfer mit Motorrädern jagten, schossen auf den 24-jährigen, so seine Familie.

Das Opfer, Yogarajah Thinesh, verlor seinen Vater im Krieg. Seitdem war seine Familie von ihm als Ernährer abhängig. Seine Angehörigen gaben bekannt, dass der 24-jährige auf der Suche nach der Familie seiner Schwester war, welche ebenfalls ihren Ehemann im Krieg verlor.

In Thunnaalai im Südwesten von Vadamaraadchi war die Lage am letzten Sonntag und Montag angespannt, da sich Dorfbewohner gegen die singhalesischen Polizisten auflehnten. Sie forderten aufgrund der Tötung, dass die Mörder identifiziert und zur Rechenschaft gezogen werden. So wurde am Sonntag eine Polizeiwache durch aufgebrachte Dorfbewohner zertrümmert und Fahrzeuge der Polizisten mit Steinen beworfen. Zudem kam es durch brennende Reifen von Polizeifahrzeugen zu großen Beeinträchtigungen im Straßenverkehr. 

Das sri-lankische Militär und die STF (Special Task Force) leiteten nach der Beerdigung am Dienstag vorbeugende Maßnahmen ein und nahmen im Rahmen einer Razzia verdächtige Personen fest.

In Anlehnung an die Unruhen am Sonntag und Montag kündigte ein singhalesischer Polizeisprecher in Colombo an, zwei Polizeibeamte, einschließlich eines Inspektors, vorübergehend von ihren Aufgaben zu suspendieren und für 14 Tage in Gewahrsam zu nehmen.

Bei dem Inspektor handele es sich um einen Tamilen und bei dem Polizisten um einen Muslimen, sagten Quellen der singhalesischen Polizei in Jaffna. Dorfbewohner von Thunnaalai sind der Überzeugung, die sri-lankische Polizei verfolge mit der Tötung die Absicht, andere Menschen von solchen Taten abzuschrecken. Bereits wenige Monate zuvor berichtete die STF über einen ähnlich brutalen Vorfall in Thenmaraadchi.

Dorfeinwohner berichteten weiterhin, dass Singhalesen, die am illegalem Sandabbau beteiligt sind, Rückendeckung vom Militär erhalten und sogar mit Schutz der sri-lankischen Polizei operieren, obwohl der durch die sri-lankische Regierung gestützte Sandabbau die Umwelt von Jaffna zerstöre. Verärgerte Dorfeinwohner sind sich sicher, dass die Polizei gezielt Tamilen ins Visier nehmen, anstatt Maßnahmen gegen die Zerstörung der Umwelt zu ergreifen. Tamilische Aktivisten, die den Sandabbau mit friedlichen Mitteln bekämpfen, werden vom singhalesischen Militär und anderen paramilitärischen Gruppen getötet und schikaniert.

Es war nicht notwendig, den jungen Mann zu töten, welcher durch einen Auftragnehmer in das illegale Geschäft verwickelt worden war. Ein Schuss in den Autoreifen hätte genügt, um das schnelle Fahrzeug zu stoppen. Die Dorfbewohner können nicht nachvollziehen, warum die Polizisten ihn getötet haben.

Im Südwesten Vadamaraadchis wurden bewaffnete singhalesische STF-Kommandos in Fahrzeugen und singhalesische Soldaten auf Feldrändern eingesetzt. STF-Kommandos wurden beim Überwachen der Polizeistationen in Point Pedro und Nelliyadi sowie Mathanki- Krankenhaus gesehen.

Die Dorfeinwohner vergleichen diese Tat mit der Tötung von zwei tamilischen Studenten der Universität Jaffna im Oktober 2016 in Kokkuvil. Diese Tötungen waren kaltblütige Taten und sie erinnern die Menschen an den Terror der Polizei in den späten 70er Jahren als Ausmaß der friedlichen Proteste nach dem Beschluss der Verfassung Sri Lankas in 1972. Politische Ermittler sagten, dieselbe Situation wiederhole sich nun.

Die STF wurde in der Zeit des Präsidenten J.R Jayawardene gegründet und von den Briten ausgebildet. Sie wurden von der sri-lankischen Polizei organisiert. Ziel dieser Truppe ist es die Eelamtamilen zu schikanieren. Sie fungiert als verlängerter Arm des sri-lankischen Militärs. Anweisungen erhalten sie vom sri-lankischen Verteidigungsministerium in Colombo. Die STF war am brutalen Völkermord im Osten und während des Krieges in Vanni beteiligt.

Nach dem Völkermordangriff im Mai 2009 erhöhte Colombo den Einsatz der STF – Kommandos in allen Bezirken der nördlichen und östlichen Provinzen. Derzeit sind mehr als 8.000 Mitarbeiter an 69 Lagern vertreten. Die meisten befinden sich im bewohnten Land der Eelam Tamilen im Norden und Osten der Insel.