UN-Menschenrechts-Leiter berichtet über neue Vergewaltigungen und Folter in Sri Lanka

Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Zaid Ra’ad Al Hussein, hob die Notwendigkeit einer genauen Untersuchung der UN-Berichte über Vergewaltigungen und Folter der tamilischen Männer durch sri-lankischen Sicherheitsdienste hervor.

Zu dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der Associated Press über die Vergewaltigungen und Folter zwischen 2016 und Juli 2017 berichtet Zaid: „Die UN kann dies nicht bestätigen, bis wir eine Untersuchung eingeleitet haben. Die Berichte offenbaren Entsetzliches und eine gründliche Überpruefung unsererseits ist notwendig, besonders wenn sie 2016 bzw. 2017 vorgefallen sind.“

Der Kabelnachrichtendienst, bezogen auf Interviews mit 20 tamilischen Männern und eine Revision von 32 medizinischen und psychologischen Berichten, bemerkte die Entsetzung des UN-Menschenrechts-Leiters über die Berichte der 52 gefolterten Männer.

Die Berichte über die fortlaufenden Vergewaltigungen und Folter durch Sicherheitskräfte kommen aus der Regierungszeit von Maithiripala Sirisena und Ranil Wickresmesinghe, die vergeblich versuchten, das Image des Landes durch UN-Berichte zu retten. Die Regierung leugnet die aktuellen Folter und Vergewaltigungen. Sie erklärt, dass sie jegliche Art von Folter verurteilt.

Das Militär lehnt die Berichte als Fälschung ab. Der Militaerskommandant Lt. Gen Mahesh Senanayake erklärte: „Es gibt Menschen, die zurückkommen und Geschichten erfinden, besonders die Menschen aus Europa. Ich bin mir sicher, dass das Militär und auch die Polizei an den Geschehnissen nicht beteiligt sind. Es gibt für uns keinen Grund, es jetzt zu tun.“

Herr Zeid beschreibt die Fortschritte der Regierung im März als „beunruhigend langsam“. Er forderte die Mitgliedstaaten auf, unter allgemeiner Zuständigkei die Veratwortlichen für Folter, Kriegverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu untersuchen und zu bestrafen.

Angesichts der zunehmenden Frustration unter den Opfern müssen vertrauensbildende Maßnahmen getroffen werden. Derweil müssen Bemühungen gemacht werden, die Prävention des Terrorismus aufzuheben und sie mit Rechten, die den internationalen Menschenrechtsnormen entsprechen, zu ersetzen.

„Insbesondere bin ich über den Mangel an Fortschritten in den zahlreichen symbolischen Fällen beunruhigt. Der Grund für die bestehenden Misserfolge ist die Furcht und Verzögerung, Maßnahmen gegen Mitglieder der Sicherheitskräfte zu ergreifen.“ Der Mangel an Vertrauen des Rechtssystems bezüglich der vergangenen Verstöße verstärkt den Widerwillen und die Unfähigkeit der Behörden. Die Regierung hat weiterhin versagt. Fortschritte in der Rechenschaftspflicht zu machen. Ebenso wie bei den umfangreicheren Aspekten wie die Aufhebung des Gesetzes zur Vehinderung des Terrorismus (PTA), das Freilassen von Land und das Beenden von Landenteignung durch das srilankische Militär.

Steigende Frustration unter den Opfern 

Die Misserfolge zu bewältigen, hat wiederholt Fragen über die Verpflichtungen und Versprechen der Regierung aufgeworfen. Letzten Monat wiederholte der UN Sonderberichtserstatter Pablo de Greiff sein Bedenken über die verzögernde Umsetzung der Rechtsmaßnahmen. Dies steigert vielerseits Fragen über die Ermittlung der Regierung, ein umfangreiches Rechtsprogramm durchzuführen. Im März übernahm die UNHRC eine gemeinsam unterstütze Resolution zur Foerderung der Schlichtung, Verantwortung und Menschenrechte in Sri Lanka. Sie verleiht dem Land weitere zwei Jahre bis 2019, um die Handlungen, die in der Resolution 30/1 im Oktober 2015 eingeführt worden sind, umzusetzen.

Der Mangel an Forttschritten bei der Rechenschaftspflicht heizt die wachsende Frustration unter den Tamilen, deren Stimme ausschlaggebend war, die Regierung der nationalen Einheit 2015 an die

Macht zu bringen.

In den letzten Monaten gab es regelmäßige Proteste von Tamilen im gesamten Nordosten, einschließlich der Familien der Verschwundenen und Studenten der Universität in Jaffna.

Sie forderten die Freilassung von politisch Gefangenen sowie der Landteile, die vom Militär besetzt waren. Die Unruhe zwischen den Tamilen, insbesondere im Vorfeld des Gedenktages für die Freiheitskämpfer am 27. November führte zu verstärktem Einsatz von Sicherheiskräften, vor allem bewaffneter Sondereinsatzkräfte in tamilischen Gebieten.

Die Untätigkeit der staatlichen Einheitsregierung und die aktuellen Berichte über Vergewaltigungen und Folter wurde von den Tamilen mit Entsetzen aufgenommen. Sie fordern erneuert die international geführten Ermittlungs- und Verfolgungsprozesse der Massengräueltaten gegen die Tamilen.

Tamilische Demonstranten konfrontieren Maithiripala Sirisena in Jaffna

Der srilankische Präsident Maithiripala Sirisena besuchte die sogenannten „Black Flag“- Proteste in der Hochschule in Jaffna. Die Proteste wurden von tamilischen Aktivisten und Politikern durchgeführt.

Der Präsident versuchte durch seine Bemühungen pressewirksam einen guten Eindruck zu hinterlassen. Er wollte seine „Unterstützung“ für die tamilischen Demonstranten kundtun. Noch vor den Demonstrationen gab er eine Stellungnahme ab, dass in Kürze ein internes Treffen mit der Regierung angesetzt sei, in der über die Forderungen der hungernden tamilischen Gefangenen entschieden wird. Doch die Demonstranten zeigen sich nicht einverstanden und wollten nicht vertröstet werden. Sie fordern eine sofortige Entscheidung, zumal der Präsident, als Führer des Landes alle Kompetenzen besitzt, die zu Unrecht festgehaltenen Gefangenen zu entlassen Die Demonstranten verdeutlichten ihre Position und kündigten an, den Protest weiter zu intensivieren, wenn der Präsident nicht in Kürze handeln sollte. Die Gesundheit der Demonstranten befindet sich am 20. Tag der „fast – to – death“- Kampagne in einem kritischen Zustand.

Nach dem Zusammentreffen mit den Demonstranten nutze der srilankische Präsident die Gunst der Stunde und erwähnte bei der Rede, er sei extra aus seinem Wagen ausgestiegen und sei auf die Demonstranten zugegangen um mit ihnen über ihre Belange zu sprechen. Jedoch würden sie das Gespräch verweigern.

Währenddessen kamen die 20 Organisationen, die am Freitag den Protest erfolgreich organisierten und unterstützten, zusammen. Sie tauschten sich über die kritische Gesundheitslage der Demonstranten aus und planten den weiteren Verlauf des Protestes.

Der TNPF Vorsitzende Gajendrakumar Ponnambalam kritisierte, dass die Demonstranten durch das ungewöhnliche Engagement des srilankischen Präsidenten wohlmöglich in eine Falle gelockt werden. Suresh Premachandran äußerte auch, die srilankische Regierung verhalte sich rassistisch und der srilankische Präsident habe lediglich gesagt, er würde die Probleme ausdiskutieren ohne konkrete Angaben zu liefern.

Am Freitag bemühte sich der srilankische Gouverneur Cooray gegenüber der UN-Sonderberichterstattung um einen guten Eindruck. Er wollte seine Kooperationsbereitschaft mit den tamilischen Demonstranten beweisen

Der Vorsitzende der ITAK R. Sampanthan, der den srilankischen Präsidenten begleiten sollte, hielt sich am Freitag während der landesweiten Sperrung und des Protests, nach Kritik an seiner Person, im Sekretariat des srilankischen Gouverneurs Reginald Cooray auf.

Ein Soldat für jeden zweiten Zivilisten in Mullaitivu

Mindestens ein sri-lankischer Soldat auf zwei Zivilisten gibt es für die Bevölkerung in Mullaitivu, laut einem neuen Bericht des Adayaalam Zentrum fuer Strategie und Forschung (ACPR) und der Menschen für Gleichberechtigung und Befreiung (PEARL). Ein detaillierter Bericht über die starke Militarisierung im noerdlichen Ortsteil.

Der Bericht „Normalisieren des Ungewöhlichen: Die Militarisierung von Mullaitivu“ wird in einer interaktiven Online-Karte dargestellt. Der Umfang der Militarisierung im Ortsteil wird durch die Dokumentierung der militärischen Strukturen und bhuddistischen Viharas verdeutlicht. Es stellt klar, dass sich unter den 130.322 Zivilisten über 60.000 Militärsleute befinden.

Laut einer Pressemitteilung weisen die Zahlen darauf hin, dass derzeit 25 % der sri-lankischen Armee einen Ortsteil mit nur 0,6% der Bevölkerung besetzen.

Tamilische und muslimische Bauern in Muthur angegriffen

Drei tamilische und muslimische Bauern in Kankuveli-Padukadu, Muthur, mussten ins Krankenhaus eingewiesen werden, als sie von singalesischen Arbeitern, welche zur Bürgerwehr vom Dorf Neelapola gehören, attackiert wurden.

Der 34-jährige Tharmalingam Sivakumar, der 51-jährige Muhammad Jihad und 38 Jahre alte Muhammad Rishad erlitten massive Verletzungen. Diese müssen nun behandelt werden. Sie wurden auf dem Weg zu ihrer Arbeit auf dem Ackerland attackiert. Zuvor hatte die singhalesische Bürgerwehr das Land nach Ende des Krieges beschlagnahmt gehabt.

Ortsansässige sagen, dass Angriffe gegen tamilische und muslimische landwirtschaftliche Gemeinden sowie Angriffe auf ein Shiva Tempel stattgefunden haben.

Nach einem andauernden Protest der Ortsansässigen und einer Untersuchung der Regierungsvertreter wurden die Grundstücke Tamilen und Muslimen zugesprochen.

Herrn Jihad zufolge ist Herr Sivakumar, welcher sich momentan auf der Intensivstation mit den schlimmen Verletzungen befindet, der Anführer der landwirtschaftlichen Gemeinde.

Bewohner fordern ihre Landflächen zurück

125 Familien aus dem Muthur-Ost-Gebiet in Trincomalee fordern von der sri-lankischen Armee die Rückgabe ihrer enteigneten Landflächen. Die Bewohner, welche 2006 durch jene Armee von ihren Grundstücken samt Häuser und Ackerflächen vertrieben wurden, bringen ihre steigende Verärgerung zum Ausdruck.

Trotz der vielfältigen Möglichkeiten, auf dem Land Wohnungs- und Ackerbau zu betreiben, sind die Flächen Pattalipurams nicht an die Besitzer zurückgegeben worden. Stattdessen wurde dort während des Krieges ein Armee-Lager aufgebaut, welches auch weiterhin, viele Jahre nach Kriegsende, genutzt ist.

Die Familien verlangen die Rückgabe ihres circa ein Hektar großen Landes, damit sie ihr altes Zuhause wieder besiedeln und dort eine neue Lebensgrundlage schaffen können.

STF löst große Unruhen in Vadamaraadchi aus

Am Sonntag ist in Jaffna ein tamilischer Tagelohnarbeiter von zwei Polizisten getötet worden, nachdem dieser illegal abgebauten Sand im Auto transportierte. Singhalesischen Polizisten, die das Opfer mit Motorrädern jagten, schossen auf den 24-jährigen, so seine Familie.

Das Opfer, Yogarajah Thinesh, verlor seinen Vater im Krieg. Seitdem war seine Familie von ihm als Ernährer abhängig. Seine Angehörigen gaben bekannt, dass der 24-jährige auf der Suche nach der Familie seiner Schwester war, welche ebenfalls ihren Ehemann im Krieg verlor.

In Thunnaalai im Südwesten von Vadamaraadchi war die Lage am letzten Sonntag und Montag angespannt, da sich Dorfbewohner gegen die singhalesischen Polizisten auflehnten. Sie forderten aufgrund der Tötung, dass die Mörder identifiziert und zur Rechenschaft gezogen werden. So wurde am Sonntag eine Polizeiwache durch aufgebrachte Dorfbewohner zertrümmert und Fahrzeuge der Polizisten mit Steinen beworfen. Zudem kam es durch brennende Reifen von Polizeifahrzeugen zu großen Beeinträchtigungen im Straßenverkehr. 

Das sri-lankische Militär und die STF (Special Task Force) leiteten nach der Beerdigung am Dienstag vorbeugende Maßnahmen ein und nahmen im Rahmen einer Razzia verdächtige Personen fest.

In Anlehnung an die Unruhen am Sonntag und Montag kündigte ein singhalesischer Polizeisprecher in Colombo an, zwei Polizeibeamte, einschließlich eines Inspektors, vorübergehend von ihren Aufgaben zu suspendieren und für 14 Tage in Gewahrsam zu nehmen.

Bei dem Inspektor handele es sich um einen Tamilen und bei dem Polizisten um einen Muslimen, sagten Quellen der singhalesischen Polizei in Jaffna. Dorfbewohner von Thunnaalai sind der Überzeugung, die sri-lankische Polizei verfolge mit der Tötung die Absicht, andere Menschen von solchen Taten abzuschrecken. Bereits wenige Monate zuvor berichtete die STF über einen ähnlich brutalen Vorfall in Thenmaraadchi.

Dorfeinwohner berichteten weiterhin, dass Singhalesen, die am illegalem Sandabbau beteiligt sind, Rückendeckung vom Militär erhalten und sogar mit Schutz der sri-lankischen Polizei operieren, obwohl der durch die sri-lankische Regierung gestützte Sandabbau die Umwelt von Jaffna zerstöre. Verärgerte Dorfeinwohner sind sich sicher, dass die Polizei gezielt Tamilen ins Visier nehmen, anstatt Maßnahmen gegen die Zerstörung der Umwelt zu ergreifen. Tamilische Aktivisten, die den Sandabbau mit friedlichen Mitteln bekämpfen, werden vom singhalesischen Militär und anderen paramilitärischen Gruppen getötet und schikaniert.

Es war nicht notwendig, den jungen Mann zu töten, welcher durch einen Auftragnehmer in das illegale Geschäft verwickelt worden war. Ein Schuss in den Autoreifen hätte genügt, um das schnelle Fahrzeug zu stoppen. Die Dorfbewohner können nicht nachvollziehen, warum die Polizisten ihn getötet haben.

Im Südwesten Vadamaraadchis wurden bewaffnete singhalesische STF-Kommandos in Fahrzeugen und singhalesische Soldaten auf Feldrändern eingesetzt. STF-Kommandos wurden beim Überwachen der Polizeistationen in Point Pedro und Nelliyadi sowie Mathanki- Krankenhaus gesehen.

Die Dorfeinwohner vergleichen diese Tat mit der Tötung von zwei tamilischen Studenten der Universität Jaffna im Oktober 2016 in Kokkuvil. Diese Tötungen waren kaltblütige Taten und sie erinnern die Menschen an den Terror der Polizei in den späten 70er Jahren als Ausmaß der friedlichen Proteste nach dem Beschluss der Verfassung Sri Lankas in 1972. Politische Ermittler sagten, dieselbe Situation wiederhole sich nun.

Die STF wurde in der Zeit des Präsidenten J.R Jayawardene gegründet und von den Briten ausgebildet. Sie wurden von der sri-lankischen Polizei organisiert. Ziel dieser Truppe ist es die Eelamtamilen zu schikanieren. Sie fungiert als verlängerter Arm des sri-lankischen Militärs. Anweisungen erhalten sie vom sri-lankischen Verteidigungsministerium in Colombo. Die STF war am brutalen Völkermord im Osten und während des Krieges in Vanni beteiligt.

Nach dem Völkermordangriff im Mai 2009 erhöhte Colombo den Einsatz der STF – Kommandos in allen Bezirken der nördlichen und östlichen Provinzen. Derzeit sind mehr als 8.000 Mitarbeiter an 69 Lagern vertreten. Die meisten befinden sich im bewohnten Land der Eelam Tamilen im Norden und Osten der Insel.

Sri lankischer Polizeibeamte reißt 10 Hektar Land in Kokkaddi in Champoor an sich

Der sri lankische Polizeibeamte A.K.A Sawahir verwehre im Oktober 2015 den eigentlichen tamilischen Dorfbewohner den Zutritt zu ihrem Dorf Kokkaddi. Der sri lankische Plolizeibeamte riss sich mit Hilfe der DS Secretary illegal 10 Hektar Land der Dorfbewohner an sich, in dem er ihnen den Zugang zu ihrem Dorf Champoor verbat.

Kokkaddi ist ein altes tamilisches Küstendorf, mit fruchtbarem Land, die von großer Bedeutung für die Landwirtschaft ist. Die Dorfbewohner von Kokkaddi wurden 1998 nach der militärischen Besetzung des srilankischen Militärs vertrieben.

Nach der Befreiung des Dorfes durch die LTTE, konnten die tamilischen Bewohner mit der Landwirtschaft fortfahren, jedoch blieben sie aufgrund Angriffe der srilankischen Marine von ihren Häusern fern.

Das verlassene Dorf ist durch Bäume und Pflanzen bewachsen, dennoch sind vereinzelt ehemalige Tempelstrukturen zu erkennen. Wie gewöhnlich beansprucht das srilankische Forest Department die Fläche, da der Ort mittlerweile einem Dschungel gleicht. Dieses wird vom Divisionssekretär Yoosuff unterstützt, in dem er die tamilischen Dorfbewohner von ihren Grundstücken fernhält. Die Dorfbewohner haben einen Verlust von 10 Hektar zu beklagen. Sie machen den Divisionssekretär und die srilankischen Behörden dafür verantwortlich, dass ihnen die Wiederbesiedlung verweigert wird.

Tamilische Journalisten von sri-lankischen Soldaten bedroht

Am 21.März wurden während der Berichterstattung eines Protests von Familienangehörigen einer Verschwundenen in Marthankerny drei tamilische Journalisten von sri-lankischen bedroht und belästigt.

Einer der Journalisten berichtete dem „Tamil Guardian“ über diesen Vorfall: „Drei von uns aus Jaffna und Chavakachcheri sind zu diesem Protest gegangen. Auf dem Weg machten Soldaten Fotos von uns. Wir dachten, dass passiert einfach des Öfteren. Nachdem wir fertig waren, sahen wir auf dem Rückweg Soldaten, die auf einer Baustelle in der Nähe des Protest-Ortes in Einsatz waren. Auf dem Rückweg nach Jaffna bemerkten wir, dass zwei Soldaten uns auf Motorrädern verfolgten. Sie riefen uns auf gebrochenem Tamil zu, anzuhalten. In dieser Gegend waren keine anderen Menschen, weshalb wir auch nicht stoppten. Die Soldaten verfolgten uns circa sieben Kilometer und versperrten uns schließlich an der Puthukaadu-Kreuzung den Weg. Sie fragten uns, weshalb wir gekommen waren. Als wir antworteten, dass wir Reporter seien, notierten sie die Kennzeichen unserer Motorräder und sagten uns, wir bräuchten ihre Erlaubnis, wenn wir kommen wollen. Sie drohten uns, wir sollen ohne Umwege direkt nach Jaffna zurückkehren. Einer kam uns so nahe, als wollte er uns angreifen. Wir gaben nach und entschuldigten uns, worauf sie uns anschließend gehen ließen“.

Quelle: http://tamilguardian.com/content/tamil-journalists-threatened-sri-lankan-soldiers

Bericht an die UN über ein vom sri-lankischen Militär betriebenen Vergewaltigungslager

„Ein dienstälterer Offizier betrat das Zimmer. Er wurde gebeten seine Wahl zu treffen, als wären wir frisches Fleisch auf dem Wochenmarkt. Er sah sich um und wählte mich. Er brachte mich in ein weiteres Zimmer und vergewaltigte mich dort.“ Entsetzliche Angaben über das Festhalten von Frauen als Sexsklaven durch das srilankische Militär wurden an die UN überreicht. In einem Bericht, der am 20.02.2017 veröffentlicht wurde, gab das International Truth und Justice Project (ITJP) drei weibliche Opfer an, die für längere Zeit vom Militär festgehalten und als Sklaven benutzt worden sind.

„Zwei der Frauen schilderten, dass sie in einer größeren Gruppe in einem Zimmer festgehalten wurden und für jeden Soldaten verfügbar gewesen seien“, berichtet der ITJP. „Die dritte Frau wurde allein in einer stockdunklen Zelle über sechs Monate festgehalten und musste das Schreien der weiteren Frauen nebenan mit anhören.“

Lager in der Hauptstadt

Das Militär hat an vier verschiedenen Standorten solche Lager betrieben. Die Lager wurden in der Nähe Vavuniyas, in der Nähe von Puttalam, in Colombo selbst und außerhalb von Colombo eingerichtet. Im Norden oder Osten seien vermutlich keine solcher Lager errichtet worden.

ITJP reichte ihre Ergebnisse an den UN Ausschuss für die Unterbindung der Diskriminierung der Frauen (CEDAW) ein, der sich diese Woche mit den offiziellen Delegierten Sri Lankas in Genf trifft. Der Bericht belegt weitere Arten der Folter, einschließlich sexueller Gewalt, verübt durch das srilankische Militär und die Polizei. ITJP äußert, dass die Einreichung des Berichts auf ausführliche Aussagen von 55 Frauen beruht. Sie beschreiben die Folter und die schrecklichen Übergriffe, während sie unter Gewahrsam standen.

Einzelheiten der Täter

48 der Opfer waren unter der Regierung des ehemaligen Präsidenten Mahinda Rajapaksa und sieben von ihnen unter der neuen Regierung von Präsident Maithripala Sirisena festgenommen worden. ITJP lieferte ebenso Einzelheiten über sechs Soldaten, einschließlich eines Majors und eines Oberstleutnants, die die vermeintlichen Täter der Vergewaltigungen und der Folter waren.Am 22. Februar wird die CEDAW in Genf die Informationen dem sri-lankischen Staat vorlegen und den sofortigen Ausschluss der sechs Offiziere fordern, bis eine glaubhafte Untersuchung vorliegt. ITJP äußert weiterhin: „Die Regierung fordert die Namen und Adressen der Opfer. Der CEDAW übermitteln wir Informationen bezüglich der vermeintlichen Täter; lasst uns sehen ob der Staat diese Angelegenheit ernst nimmt. Unser Bericht gibt alle Schritte vor, die sie eileiten sollten. Die CEDAW kann ihre Fortschritte beobachten und kontrollieren.“

GoSL: „Nur 18 Vorfälle“

Sri Lanka bestreitet die Verwicklung der Streitkräfte in systematisch sexueller Gewalt. Es wurde der UN mitgeteilt, dass lediglich 18 Vorfälle durch Sicherheitskräfte in den betroffenen Regionen seit 2007 gemeldet worden sind. „Während des Kampfzeitraumes (Januar 2007- Mai 2009) wurde die Beteiligung von sieben Sicherheitskräften an 12 Vorfällen von sexueller Gewalt in den Nord- und Ostgebieten berichtet. In der Nachkriegszeit (Mai 2009 – Mai 2012) waren es 10 Sicherheitskräfte, die bei sechs Vorfällen involviert waren“, besagt der Bericht des Staates an die CEDAW. Der Bericht stellt jedoch nicht klar, ob eine Untersuchung durchgeführt oder die Täter bestraft worden sind. ITJP erklärt, dass anhaltende sexuelle Gewalt durch srilankische Streitkräfte auch kürzlich in 2016 dokumentiert worden sind.

Quelle: : http://www.jdslanka.org/

 

 

Ride For Justice 2017

Die Suche nach Gerechtigkeit für die eelamtamilischen Opfer und Überlebenden-

Völkermord an Tamilen in Sri Lanka

Von Brüssel nach Genf – Ein 11- tägiger Radmarathon

 

Am Freitag, den 24.02.2017 um 15 Uhr, startete die Fahrradtour „Ride for Justice“ in Brüssel vor der europäischen Union mit der Forderung einer internationalen Untersuchung des Völkermords an den Eelam Tamilen.

Mit einer Gedenkminute begann auch gestern früh der dritte Tag der Tour Richtung Luxemburg. In den nächsten Tagen wird die Tour die Länder Luxemburg, Deutschland, Frankreich überqueren und zuletzt vor den Vereinten Nationen im schweizerischen Genf ihr Ziel finden, um eine Kundgebung abzuhalten und an politischen Gesprächen teilzunehmen. Auch wird es ein Treffen mit dem Büro des Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte geben.

Am selben Tag, den 06.03.2017 findet eine große Demonstration mit anschließender Kundgebung auf dem Platz der Nationen, unmittelbar vor dem Gebäude der UNO, statt. Dieser Aufmarsch und die Kundgebung sollen auf die Menschenrechtsverletzungen und den Völkermord an das eelamtamilische Volk auf Sri Lanka aufmerksam machen.

Am 27.02.2017 wird „Ride for Justice“ in Saarbrücken einen Zwischenstopp einlegen, um in der Stadtmitte eine Kundgebung abzuhalten und um Gespräche mit politischen Persönlichkeiten zu führen. Hierdurch erhofft sich die junge Generation mehr Einsatz und Interesse der anderen Nationen für ihr eigenes, leidendes Volk auf Sri Lanka. Auch möchten sie dabei auf die Menschenrechtsverletzungen und den Völkermord in Sri Lanka aufmerksam machen.

Wir glauben, dass nur eine internationale, unabhängige Untersuchung wahre Gerechtigkeit für das tamilische Volk erlangen kann. Die Kriegsverbrechen können nicht durch einen inländischen Mechanismus untersucht werden. Zudem waren die sri lankische Regierung und das Militär an den Gräueltaten direkt beteiligt. Solch eine nationale Untersuchung könnte aus diesem Grund niemals unabhängig und glaubwürdig sein. Wir sind der Meinung, dass Täter nicht über ihre eigenen Gräueltaten richten dürfen und fordern deshalb eine internationale, unabhängige Untersuchung.

Die Menschenrechtslage für Tamilen in Sri Lanka hat sich seit dem Ende des Krieges im Jahr 2009 nicht verbessert. Die tamilischen Opfer und Überlebende warten noch immer auf Gerechtigkeit, schmachtend mit Schmerzen und Leiden unter einer autoritären und repressiven Herrschaft. Noch heute protestieren Tamilen um Ihr Land zurückzuerlangen, welches vom Militär besetzt ist.

Wir suchen Unterstützung und Solidarität für das tamilische Volk und haben daher folgende Forderungen an die Vereinten Nationen:

NIE WIEDER UNTERDRÜCKUNG – NIE WIEDER SKLAVEREI

Ein freies Leben in Würde!

 

1.Eine internationale unabhängige Untersuchung des langwierigen Völkermords, welches seit Jahrzehnten auf Sri Lanka fortgeführt wird. Die genozidalen Gräueltaten der srilankischen Regierung gegen das eelamtamilische Volk erreichten während der finalen Kriegsphase ihren Höhepunkt. Von den 429.059 Menschen, die in der Kriegszone bis September 2008 gelebt haben, haben nur 282.380 Tamilen die von der Regierung kontrollierten Gebiete im Mai 2009 erreicht. Von 146.679 fehlt seitdem jede Spur. Neben den Bombardements auf Schulen, Krankenhäusern und zivilen Notunterkünften, gab die Regierung im Februar 2009 offen zu, dass sie auch die von ihnen deklarierte „No-Fire-Zone“ bombardiert haben.

Auf all diese Verbrechen folgten weitere Verbrechen wie sexueller Missbrauch von Frauen und jungen Mädchen. Erst kürzlich wurden der UN Beweise vorgelegt, die belegen, dass das Militär, und somit auch die Regierung, sogenannte „Rape- Camps“ an mehreren Standorten im Land betreibt. Wir fordern daher eine unabhängige, internationale Untersuchung der Verbrechen gegen das eelamtamilische Volk, die vom srilankischen Staat durchgeführt wurden.

 

2.Sofortige Freilassung aller politischen Gefangenen

Laut Angaben der Regierung gab es bis Dezember 2009 über 12,000 Kriegsgefangene. Den internationalen Menschenrechtsorganisationen und Humanitären Hilfen wurde jedoch verwehrt die Orte zu besuchen, an denen die Gefangenen festgehalten werden. Es ist auch allgemein bekannt, dass das Militär zusätzlich zu den bekannten Gefängnissen und Haftanstalten auch an unbekannten Orten geheime Gefangenenlager betreiben. Glaubwürdigen Berichten zufolge werden in den Gefängnissen Folter und andere körperliche Misshandlungen durchgeführt. Abgesehen davon wurden kürzlich mindestens zwei politische Gefangene ermordet. Wie viele bereits ermordet worden sind, kann nicht überprüft werden. Wir fordern die sofortige, bedingungslose Freilassung aller politischen Gefangenen.

 

3.Beendigung der Militarisierung und der Landenteignungen

Laut einem Bericht, der im Oktober 2011 dem sri-lankischen Parlament vorgelegt wurde, sind von 18.880 km² privatem Land der Tamilen im Norden und Osten bereits 7000 km² und somit mehr als 1/3 des gesamten tamilischen Territoriums durch das sri-lankische Militär besetzt.

Ein kürzlich veröffentlichter Forschungsartikel einer renommierten indischen Zeitschrift deckte auch auf, dass mehr als 180.000 Mitglieder der Streitkräfte – die 60 % der Armee ausmachen- in den nördlichen Provinzen stationiert sind. Zudem sind 18 von 20 Divisionen in den nordöstlichen Provinzen ausgerichtet. Hier wird deutlich, dass die hohe Militärpräsenz sich auf das traditionelle Heimatgebiet der Eelamtamilen konzentriert. Die Militarisierung ist eine wichtige Strategie zur Sicherung der staatlich geförderten Umsiedlungsprogramme, um die überlebenden Tamilen aus ihrer historischen Heimat zu vertreiben. Wir fordern eine sofortige Beendigung der Militarisierung und der Zwangsumsiedlungen, die auf die Zerstörung des kollektiven nationalen Zusammenlebens der Tamilen abzielen.

 

4.Die Anerkennung des tamilischen Selbstbestimmungsrechts, ihrer nationalen Identität und ihrer traditionellen Heimat durch die internationale Gemeinschaft. Die Forderung, das eelamtamilische Volk als eigenständige Nation, das in ihrer traditionellen Heimat mit dem unverzichtbaren Recht auf Selbstbestimmung lebt, anzuerkennen, stellt die drei Grundpfeiler des eelamtamilischen Freiheitskampfes dar, das nun schon über vier Jahrzehnte andauert.

Diese Forderungen wurden von demokratischen Mandaten, die durch das tamilische Volk erteilt wurde, gestärkt. Diese drei Grundsätze wurden bei Wahlen mit einer überwältigenden Mehrheit in 1977, 2001, 2004 und 2010 gefordert. Wir fordern die internationale Gemeinschaft auf, diese Grundprinzipien, die auf der tamilischen Nationalpolitik basiert, anzuerkennen.

 

5.Anerkennung der Legitimität der Liberation Tigers of Tamil Eelam

Die Liberation Tigers of Tamil Eelam wurden auf der Basis der andauernden Unterdrückung der Eelam Tamile gegründet. Ihr Kampf reflektiert den kollektiven Willen des tamilischen Volkes auf ein Leben mit Würde und Freiheit als eine unabhängige Nation. Dieser Wille zeigte sich in der überwältigenden Unterstützung des De-facto-Staats, der vier Jahre lang während des Waffenstillstands durch die Tamil Tigers verwaltet wurde. Weitere soziale Errungenschaften durch den Kampf waren die Emanzipation der Frau und das Ende des Kastensystems sowie andere sozialen Barrieren. Aus diesem Grund fordern wir die Anerkennung der Legitimität der LTTE und die Aufhebung ihres Verbots.

Verurteilt die srilankische Völkermordpolitik!!!
Unterstützt die Souveränität des eelamtamilischen Volkes!!!

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RFJ 17/7

RFJ 17/6

RFJ 17/1

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