Die unaufgeklärte Ermordung Paruthis – Ein Auftragsmord?

Nadarajah Mathinthiran, auch Paruthi genannt, wurde am 08. November 2012 in Paris vor dem Büro des TCC (Tamil Coordination Commitee) ermordet. Nachdem er in den frühen 90er Jahren Sri Lanka verließ, beteiligte er sich seit 2003 an politischen Aktivitäten um gegen die Unterdrückung der Tamilen in Sri Lanka vorzugehen. Er galt als Koordinator für politische Veranstaltungen in Frankreich und brachte tausende Menschen auf die Straßen, um gegen die Gräueltaten der srilankischen Regierung zu protestieren. Er war ein Mensch aus dem Volk, hatte immer ein Ohr für die Sorgen seiner Mitmenschen, weswegen er großen Respekt unter den Tamilen genoss.

Paruthi, Ehemann und Vater einer Tochter, wurde bei seiner Ermordung durch 3 Kugeln an einer Bushaltestelle (Rue des Pyrénées im 20. Arrondissement) getötet. Offensichtlich ist, dass die Ermordung nicht ein einfacher Angriff war, da es bereits vorher schon einen Anschlag auf Paruthi gab. Bis auf den heutigen Tag bleiben die Täter, die mit einem Motorrad flohen, unentdeckt.

Die Familie Paruthis, sowie die tamilische Bevölkerung als auch Menschenrechtsorganisationen und die TYO sehen den Mord an Paruthi als gezielten Angriff und als Abschreckung bzw. Einschüchterung aller Tamilen und politischer Aktivisten, die ihre Stimme für die Tamilen erheben. Es spricht vieles dafür, dass die srilankische Regierung hinter diesem Mord stecken könnte.

Die Französische Polizei, die die Ermordung untersucht, hat bisher lediglich zwei Verdächtige festgenommen, aber noch keine stichhaltigen Beweise gegen sie aufbringen können. Nach einem Gespräch mit der Familie Paruthis hieß es, dass einer der Verdächtigen enge Verbindungen zur srilankischen Botschaft haben soll.

Es ist keine Seltenheit in Sri Lanka, dass politische Aktivisten oder Journalisten, die die Aktivitäten der Regierung in Frage stellen, eingesperrt oder gar ermordet werden. Rudolph Rummel, ein amerikanischer Politologe, wies darauf hin, dass Ermordungen, die ethnisch, religiös oder politisch veranlasst sind, auf eine Völkermordspolitik zurückgehen. Diese Art von Politik ist auch unter der autoritären Regierung in Sri Lanka zu erkennen.

Heute, am 08.11.2016, wollen wir diesem besonderen Menschen gedenken, der nie zurückschreckte seine Stimme für die Gerechtigkeit zu erheben. Er ist ein großer Verlust für den Freiheitskampf der Eelam Tamilen. Wir werden ihn stets in Erinnerung behalten und mit genauso viel Willensstärke und Motivation für die Gerechtigkeit und die Freiheit unseres Volkes einsetzen.

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