Internationaler Tag der Pressefreiheit

„Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten“. So steht es in Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen. Obwohl Meinungs- und Pressefreiheit gesetzlich verankert sind und die Grundlage für ein demokratisches System bilden, sind die beiden Begriffe in vielen Ländern noch ein Fremdwort.

Seit dem 3. Mai 1994 wird der Internationale Tag der Pressefreiheit weltweit gefeiert. Der Anlass hierfür war die Deklaration von Windhoek, welche am 3. Mai 1991, zur Schaffung einer unabhängigen und freien Presse in Windhoek (Namibia) als Grundstein für eine Demokratie, verabschiedet wurde. Dieser Tag soll neben der Missachtung von Freiheits- und Informationsrechten in vielen Ländern insbesondere an die Gewalt an Journalisten erinnern, die in ihrem Job lebensbedrohlichen Situationen ausgesetzt sind.

Auch Sri Lanka ist ein Staat, indem der Terror an Journalisten besonders ausgeprägt ist.

So befindet sich Sri Lanka aktuell auf der Rangliste für Pressefreiheit auf Platz 141 von 180.

Seit der Unabhängigkeit Sri Lankas im Jahr 1948 sind Tamilen, in ihrer eigenen Heimat, dem rassistisch geprägten Staat Sri Lanka unterworfen. Allein in der letzten Offensive der Regierung im Mai 2009 wurden laut UN-Angaben über 70.000 Tamilen vor den Augen der internationalen Gemeinschaft getötet. Es fand ein versteckter Genozid statt, der bis heute, aufgrund der mangelnden Pressefreiheit, kaum an die Öffentlichkeit gelangt ist. Die Regierung versucht mit allen Mitteln Journalisten und Organisationen, die nicht zur Regierung gehören, zum Schweigen zu bringen. Neben der strengen Überwachung und Manipulation der Medien mithilfe finanzieller Mittel, setzt die Regierung insbesondere die Tötung von Journalisten als Waffe ein, um ihren Staatsterror zu verheimlichen. Dem Bericht des OISL zufolge wurden allein zwischen 2004 und 2009 mindestens 13 Journalisten getötet.

So löste die grausame Tötung der tamilischen Journalistin und Nachrichtensprecherin Isaipriya 2009 weltweites Entsetzen aus. Beweismaterialien zeigen, wie sie gefesselt und entkleidet von srilankischen Soldaten misshandelt und schließlich getötet wird. Die Tötung von Isaipriya, die unter den Tamilen als selbstbewusste sowie kulturbewusste Tamilin bekannt war, stellt einen großen Verlust für die tamilische Gesellschaft dar. Durch die Ermordung von Sivaram Dharmeratnam, Chefredakteur verschiedener tamilischen Medien, wurde ein weiterer bedeutender Journalist der Tamilen aus dem Leben gerissen.

Diese Tötungen weisen auf das Problem der Straflosigkeit für Verbrechen an Journalisten in Sri Lanka hin. Noch heute werden Journalisten, die versuchen die Wahrheit ans Licht zu bringen, verfolgt und getötet. Zudem sind viele Journalisten gezwungen, ihre Heimat zu verlassen, um sich und ihre Familie vor der Regierung in Sicherheit zu bringen.

Anlässlich des Internationalen Tags der Pressefreiheit hoffen wir, die in der Diaspora lebenden Tamilen, dass auch uns das Recht anerkannt wird, frei und ohne Angst, über den Genozid berichten können.

 

Quellen:

https://www.stura.uni-heidelberg.de/fileadmin/Intern/Protokolle_und_Beschluesse/2013/Rundbriefe/RB_13-13.pdf

https://www.amnesty.de/alle-30-artikel-der-allgemeinen-erklaerung-der-menschenrechte

http://www.tamilnet.com/art.html?catid=13&artid=36786

http://dbsjeyaraj.com/dbsj/archives/43162

http://www.ag-friedensforschung.de/themen/Medien/windhoek.html

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