Weltfriedenstag

Der 21. September gilt seit 1981 als „Internationaler Tag des Friedens“ und wurde von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen. Dieser Tag soll genutzt werden, um die Idee des Friedens sowohl zwischen den Ländern, als auch innerhalb der Länder unter den Völkern zu stärken. Er soll den Frieden und die Gewaltlosigkeit symbolisieren und alle Nationen und Menschen auffordern, an diesem Tag jegliche Feindseligkeiten einzustellen.

Heute leben wir in einer Gesellschaft, in der Macht und Geldgier über Menschlichkeit und Frieden gestellt wird. Eine Gesellschaft, in der das Wort Frieden nur ein toter Begriff zu sein scheint.

Wir dachten, dass die Menschheit mit dem 2. Weltkrieg das Schlimmste hinter sich gebracht hat. Doch was heute im 21. Jahrhundert auf dieser Erde geschieht, ist weitaus erschreckender als das, was damals geschah… denn es zeigt, dass die Menschheit aus der erschütternden Vergangenheit, geprägt von Hass, Leid und Gewalt, nichts gelernt hat.

Bereits beim Völkermord in Ruanda (1994) hat die internationale Gemeinschaft versagt und zugesehen, wie über 800.000 unschuldige Menschen getötet wurden. Doch damit hatte das Grauen immer noch kein Ende gefunden: In Mullivaikal (2009) in Sri Lanka setzte sich der Genozid an Tamilen fort, und auch dort hat die internationale Gemeinschaft nur tatenlos zugesehen, wie hunderttausende Tamilen erbarmungslos von der srilankischen Regierung getötet wurden.

Seit der Unabhängigkeit Sri Lankas im Jahre 1948 wird das tamilische Volk von der srilankischen Regierung unterdrückt und systematisch ausgerottet. Der Genozid hat insgesamt über 250.000 Tamilen das Leben gekostet. Neben der Tatsache, dass den Tamilen viele Rechte verwehrt worden sind, wurden auch zahlreiche Menschenrechtsverletzungen begangen. Allein in der letzten Phase des Krieges in 2009 wurden über 140.000 Tamilen getötet und über 300.000 aus ihren Dörfern vertrieben. Unzählige Tamilen wurden in Gefangenenlagern interniert und gefoltert. Der Zustand in diesen Lagern ist katastrophal und menschenverachtend: Keine Versorgung mit Lebensmitteln, unzureichende Versorgung der Verletzten, Folter und Misshandlungen von Frauen. Schätzungen zufolge gelten seit 2009 über 146.679 Menschen als vermisst. Immer wieder werden Massengräber gefunden und ausgegraben.

Es fand ein Krieg ohne Zeugen statt. Der Genozid an den Tamilen wird bis heute von der internationalen Gemeinschaft totgeschwiegen.

Heute, am Weltfriedenstag, wollen wir, die in der Diaspora lebenden Tamilen, die Gelegenheit nutzen, um gemeinsam vor dem UN-Hauptquartier in Genf unsere Stimme für unser Volk und für die Gerechtigkeit zu erheben. Wir fordern eine internationale, unabhängige Untersuchung der Kriegsverbrechen der srilankischen Regierung gegen das tamilische Volk, die sofortige Freilassung aller politisch Gefangenen und die Beendigung der Militarisierung und Landenteignung.

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