Internationaler Denkmaltag

Der Internationale Rat für Denkmalpflege (ICOMOS) hat in Zusammenarbeit mit der UNESCO im Jahr 1982 den „Internationalen Denkmaltag“ eingeführt. An diesem Jahrestag sollen die Denkmäler in aller Welt und die Anstrengungen des ICOMOS, die sich für den Schutz und die Pflege von Denkmälern einsetzt, im Blickpunkt stehen.

Ein Denkmal erinnert an ein historisches Ereignis, eine Person oder einen Zustand der Vergangenheit. In Tamil Eelam wurden die verstorbenen Helden (Maveerar) in speziellen Ruhestätten beigesetzt und mit einem Grabstein versehen. Diese Denkmäler, hinter denen sich bedeutende Erinnerungen verbergen, wurden von der srilankischen Armee mutwillig zerstört. Internationale zivile Normen schreiben vor, dass Kriegsgefangene, Kriegsversehrte und Kriegsgedenkstätten respektiert werden müssen, egal welcher Seite sie angehören. Die Eelam Tamilen, die die Friedhöfe als heilige Orte ansehen, sind erschüttert, diese Orte zerstört vorzufinden. Das gelte besonders für die politischen Freiheitskämpfer des Volkes, an die das Denkmal erinnern soll. Etliche dieser Ruhestätten werden mittlerweile von der srilankischen
Armee als Stützpunkte oder Sportplätze verwendet.

Die srilankische Regierung erhofft sich durch die Zerstörung der Denkmäler, die eelamtamilische Identität zu zerstören und die Maveerar in Vergessenheit zu bringen. Doch auch wenn Erinnerungen zerstört worden sind, werden die Heldentaten immer in den Köpfen der Menschen bleiben.

Die Ehrenstätten waren die einzigen Orte, an denen die Angehörigen um ihre Helden trauern konnten. Die Helden werden jährlich am ‚Maveerar Naal‘ – Heldentag, der immer am 27. November stattfindet, geehrt. Dabei kommen Eelamtamilen aus dem ganzen Land zusammen, um gemeinsam an die verstorbenen Helden zu gedenken. Durch die Zerstörung der Denkmäler in Sri Lanka wird somit den beheimateten Tamilen dieses Recht auf Trauer verwehrt.

Auch wenn es in Tamil Eelam verboten ist, an die Maveerar zu gedenken, wollen wir sie hier in der Diaspora nicht vergessen, denn sie haben sich für uns, die Eelamtamilen, aufgeopfert. Der Frohnhauser Bildhauer Georg Schaab hat eine zwölf Tonnen schwere Skulptur realisiert, die November 2014 auf dem Südwestfriedhof in Fulerum eingeweiht wurde. Das Denkmal besteht aus hellem und schwarzem Granit und wiegt inklusive Fundament rund zwölf Tonnen. Das Denkmal soll folgenden Tamilen-Generationen zur Erinnerung dienen.

Schaab hat auf den Seiten des Sockels die Namen von 27 Friedhöfen und den zugehörigen Bundesstaaten, in denen sie sich befanden, eingraviert. Auf der Vorderseite steht „Damit wir niemals vergessen“ auch in tamilischer Schrift. Die stellte den Bildhauer vor eine besondere Herausforderung. „Wir haben kleine Originalsteinchen von den Friedhöfen, die die Menschen außer Landes geschmuggelt haben. Die werden mit Spezialkleber neben den jeweiligen Friedhofsnamen angebracht“, erläutert der Bildhauer sein Werk.

Eelamtamilen aus Ganzdeutschland reisen zu dieser Gedenkstätte, um an ihre Angehörigen und Helden zu gedenken. Denkmäler dienen zusätzlich auch als historische Beweise. Auch die folgenden Generationen sollen das Recht haben die Historie ihres Volkes kennenzulernen. Wir hoffen, dass wir eines Tages all die Denkmäler und Grabstätte in Tamil Eelam wieder errichten können und somit dem eelamtamilischen Volk einen Ort bieten können, um an die wertvollen Menschen zu gedenken.