Die Bibliothek von Jaffna

Bücher verkörpern Wissen und Wissen ist Macht. Bücher sind nicht nur ein elementares Kulturgut, sondern auch unentbehrliche Arbeitsmittel für jede Form von Bildung. Bibliotheken erfüllen daher eine äußerst bedeutende Funktion für Kultur, Bildung und Geschichte. Da diese Einrichtungen mit der Machtstruktur einer Nation verknüpft sind, würde eine Vernichtung dieser Einrichtung zur Vernichtung von Erinnerungen und Geschichte führen.

In der Nacht zum 31.05.1981 wurde einer der bedeutendsten Bibliotheken der Welt, die Bibliothek von Jaffna, von der srilankischen Regierung niedergebrannt. Seit der Unabhängigkeit Sri Lankas im Jahre 1948 wird das tamilische Volk von der Regierung unterdrückt und systematisch ermordet. Mit dem Brand der Bibliothek hatte die Regierung sowohl die Zerstörung der tamilischen Kultur als auch die Einschränkung der Bildungsmöglichkeiten der Tamilen im Sinn.

Die Errichtung der Bibliothek erfolgte in mehreren Stufen: 1933 begann K.M. Sellappa mit einer privaten Sammlung von tamilischen Büchern in seinem Haus und warb in den Medien für eine öffentlich zugängliche Bibliothek, indem er die Tamilen aufforderte, ihre Errichtung mit ihren alten und nicht mehr brauchbaren Büchern zu unterstützen. Die Vorstellung eine eigene Bibliothek für die Tamilen zu errichten, wurde mit großer Begeisterung aufgenommen. Schon bald strömten Tamilen aus dem ganzen Land nach Jaffna, um die Bibliothek sowohl mit Büchern als auch mit finanziellen Mitteln zu unterstützen. Aufgrund der rasant ansteigenden Anzahl an Büchern bestand die Notwendigkeit einer größeren Räumlichkeit. So geschah es, dass eine Partei gegründet wurde, die sich um die Finanzen für das neue Gebäude kümmerte. Es wurden viele Kultur- und Benefizveranstaltungen veranstaltet, deren Erlöse in die Bibliothek flossen. Zudem wurden in großen Fonds Spendengelder gesammelt. Durch die zahlreiche Unterstützung der Tamilen und ihren Tatendrang konnte die Bibliothek im Herzen von Jaffna gebaut werden. Am 11.10.1959 wurde die Bibliothek durch Alfred Dhuraiappa eröffnet. Mit einem Bestand von über 97.000 Büchern, darunter viele wertvolle und seltene Sammlungen, historischer Dokumente, Manuskripte und Ola-Dokumente, galt die Bibliothek von Jaffna als größte Bibliothek Südasiens und genoss weltweit hohes Ansehen.

In Folge eines Wahlkampfes zwischen der Tamil United Liberation Front (TULF) und der United National Party (UNP) brach ein großes Chaos in Jaffna aus: In der Nacht auf dem 1. Juni 1981 wurde die Bibliothek von Jaffna von rassistischen Schlägern, die von der UNP angestiftet worden waren, niedergebrannt. Der Vorwand für die Zerstörung war der Tod zweier Polizisten auf einer Wahlversammlung der TULF. Es folgten Schlägereien und Schikanen mit dem Zweck, tamilische Wähler einzuschüchtern und die systematischen Wahlfälschungen zugunsten der UNP – Kandidaten zu verdecken. Zudem wurden 4 Tamilen von Anhängern der UNP getötet und das Hauptquartier der TULF in Brand gesteckt. Innerhalb von nur 4 Tagen wurden hunderte Häuser in Jaffna geplündert und abgefackelt, tamilische Einrichtungen kultureller und religiöser Bedeutung wurden zerstört.

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Die Zerstörung der Bibliothek von Jaffna war ein großer Verlust in der tamilischen Geschichte. Der Brand war kein Unfall, sondern ein klares Zeichen für die Absicht der Regierung, die tamilische Kultur und Geschichte systematisch auszulöschen. Die Geschichte über den Brand der Bibliothek von Jaffna löste weltweit große Empörung und Wut aus, insbesondere tamilische Intellektuelle und Studenten, für die die Bibliothek von Jaffna hinsichtlich ihrer Bildung äußerst bedeutend war, konnten diesen Verlust bis heute nicht verkraften. 20 Jahre nach dem Brand wurde zwar eine neue Bibliothek in Jaffna errichtet, die wertvollen und einzigartigen Bücher sowie historischen Dokumente konnten jedoch nicht ersetzt werden.

45 tamilische Mädchen als Kindersoldaten im SL Militär versklavt

Geflüchtete aus Palaali berichten, dass mehr als 45 tamilische Mädchen aus verarmten Familien von singhalesischen Militärkommandanten, die verschiedene Völkermordshandlungen verübt haben, innerhalb der hohen Sicherheitszone in Palaali versklavt worden. Der SLA Kommandant befahl seinen untergeordneten Kommandanten in Jaffna diese Mädchen, die sich in einer „Hochsicherheitszone“ in Palaali befanden, mit dem Ziel für das Militär zu rekrutieren in direkte Gefangenschaft zu nehmen. Tamilische Männer die versuchten aus dieser „Hochsicherheitszone“ zu flüchten wurden gezwungen Militärbefestigungen zu erbauen.

Laut der Quelle sollen die tamilischen Eingezogenen unter dem Regime von Maithripala mithilfe eines Angebotes dauerhaft versklavt werden. Dieses Angebot beinhaltet ein ‚house loan‘ in Höhe von einer Millionen Rupien und ein ‚festival loan‘ von 100.000 Rupien. Die mehr als 450 bis 600 Tamilen, die es schafften aus der militärischen Obhut zu entkommen, bestätigten, dass die militärischen Bestrafungen im Widerspruch zu der Propaganda der srilankischen Regierung stehen, welche Kommunalkredite und eine bessere Bezahlung für die unterdrückten Tamilen versprach.

Während des Rajapaksa Regimes wurde geplant, dass einige tamilische Bürger als Personal für das Militär eingestellt werden sollten. Dieses Projekt beinhaltete die Besetzung von 1000 Tamilen, vor der Veröffentlichung der Lessons Learnt and Reconciliation Commission (LLRC), die als Vorlage für die Singhalasierung fungierte. Trotz der hohen Versprechungen waren die jeweiligen Angehörigen skeptisch. Anfangs wurden unabhängige Tamilen, die keinerlei politische Neigung zeigten, rekrutiert. Anschließend wurden LTTE Kader in Gefangenschaft genommen und gezwungen in einer sogenannten ‘Civil Security Division’ (CSD) in Vanni tätig zu werden. Viele dieser Ex-Kader arbeiteten auf militärischen Farmen oder als operative Informanten. Außerdem wurde ein großer Teil der Gefangenen Gegenstand von sexueller Ausbeutung – ausgeübt durch srilankische Soldaten.

Recruited Tamil girls enslaved

Zudem wurden tamilische Mädchen betrogen und gezwungen am Militär Training teilzunehmen. Dabei wurden sie Opfer von sexueller Misshandlung. Die, die Widerstand leisteten, wurden auf Anweisung der „Defence Ministry of occupying Colombo“ verhaftet. Da es unmöglich war neue Rekruten anzuwerben, hat das SL Militär 2014 zu betrügerischen Methoden gegriffen. Es wurden Menschen als Maler, Musiklehrer, Schreiner, Tänzer und als Techniker eingestellt, damit Menschenrechtsorganisationen nicht aufmerksam auf die Machenschaften des SL Militärs werden. Zum Ende von 2014 hin wurden ungefähr 600 neue Rekruten angeworben. Die rekrutierten Tamilen wurden als Diener oder Tagelöhner für das SL Militär benutzt.

Mehr als 450 der 600 Tamilen konnten innerhalb von einem Jahr fliehen. Unter diesen Umständen wurden durch einige entflohene Tamilen die Machenschaften der srilankischen Regierung, unter anderem die Rekrutierung der minderjährigen tamilischen Mädchen und die Versklavung der rekrutierten Angestellten, aufgedeckt.

Proteste gegen Wasserverschmutzung in Jaffna

Sauberes Wasser ist die Grundlage des Lebens. Doch aufgrund des undichten Wärmekraftwerks auf der Halbinsel Jaffna sickerten in den letzten drei Jahren ca. 400.000 Liter Rohöl in lokale Wasserversorgungen. Einheimische Proteste und Hungerstreiks gegen Rohöl Leckage und sofortige Maßnahmen gegen die Verunreinigung der lokalen Wasserversorgung werden gefordert. Der Hungerstreik fand im Chunnakam Sivan Kovil von mehr als 60 lokalen Ärzten, Lehrern, Hochschullehrern, Dorfgruppen und tamilischen Politikern statt, welche keinen Erfolg trotz dieser Bemühung brachte. Auch Schüler versuchten, einen Protest gegen diese Kontamination zu starten und ihr Trinkwasser nicht zu verderben. Plakate wie “Gift im Wasser ist ein weiterer Weg, Menschen zu töten” zeigen den Aufschrei der Schüler gegen die Wasserverschmutzung. Ebenso wird von einheimischen tamilischen Bevölkern eine internationale Untersuchung gefordert.

Das in den Boden versickerte Öl ist nicht nur in den umliegenden Gebieten wie Tellipalai und Inuvil verbreitet, sondern ist nun auch sehr schnell in Orten wie Kokovil, Suthumalai und Thadavady gelangt. Das verschüttete Rohöl nimmt sehr starken Einfluss in Jaffna innerhalb von einem Monat an.

Auch die Brunnen von Jaffna sind stark von der Wasserkontamination betroffen. Mehr als 30 Brunnen sind vom Ölaustritt des Wärmekraftwerks beschädigt. Wasserproben zeigen, in welchem hohen Ausmaß der Anteil von Fetten und Ölen im Brunnen betragen. Die chemische Analyse zeigte keineswegs einen positiven Ausblick. Als notwendige Maßnahme müssen die Bohrlöcher sauber und sicher gehalten werden.

Die Demonstranten stellen drei Forderungen auf:

1. Schließung des Kraftwerks (Verhinderung vom Ölaustritt)
2. sofortigen Besuch des Ministers für Energie und Strom, um die Situation zu lösen
3. dauerhafte Lösung für die Kontamination von Wasser durch den Bau vom verbesserten Wasserversorgungen

Die Vergiftung durch das Rohöl hat eine enorme schädliche und weitreichende Auswirkung auf den menschlichen Körper, dessen Symptome und Folgen jedoch meistens erst nach 15 – 20 Jahren erkennbar werden. Ebenso hat diese eine verheerende Wirkung auf die nachfolgende Generation. Deren Leben könnte durch die Wasserverschmutzung stark beeinträchtigt werden.